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Von Vögeln, Blitzen und Eheschließung… Anekdoten aus der Welt des Golfsports

Der britische Staatsmann Winston Churchill beschrieb den Golfsport so: „Golf ist ein Spiel, bei dem man einen zu kleinen Ball in ein viel zu kleines Loch schlagen muss, und das mit Geräten, die für diesen Zweck denkbar ungeeignet sind.“ Und doch lassen sich weltweit über 60 Millionen Menschen nicht davon abhalten, genau dies immer wieder zu versuchen. Da ist es kein Wunder, dass diese Sportart manch skurrile Geschichte hervorbringt. Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) hat zehn davon recherchiert.

1. Einträglich: Golf macht reich

Außergewöhnlich viel Pech hatte der amerikanische Profigolfer Rocco Mediate beim 2000er Championship im Valhalla Golf Club: Sein Sitzmöbel auf der Terrasse des Valhalla GC brach unter seinen 86 Kilogramm zusammen. Er schlug mit dem Kinn auf ein Geländer und verletzte sich Halswirbelsäule, Handgelenk und Schulter. Doch auf Schatten folgte Licht: Der außer Gefecht gesetzte Spieler verklagte den Hersteller der Sitzgelegenheit auf saftiges Schmerzensgeld. Die genaue Höhe der Summe ist nicht bekannt. Sie soll allerdings weit über jenen 900.000 Dollar gelegen haben, die ein gewisser Tiger Woods als Siegprämie bei dem Turnier einstrich.

2. Ornithologen-Golf: Albatros, Eagle und Birdie

Der Begriff für ein Loch-Ergebnis von einem Schlag unter Par entstand 1899 auf einer privaten Golfrunde. Der Amerikaner Ab Smith rief nach einem fast eingelochten Annäherungsschlag erfreut: “That was a bird of a shot!“ Der Ausdruck “bird“ bedeutete in der damaligen Umgangssprache so viel wie exzellent. Der “Birdie“ war geboren. Nachdem sich der Begriff schnell durchgesetzt hatte, wurden kurzerhand auch für andere Schlagergebnisse unter Par Vogelnamen vergeben. Zwei Schläge unter Par heißen “Eagle“, drei Schläge sind ein „Albatros“.

3. Mammut-Tour: Übung macht nicht immer den Meister

Ricky Bartlett hat wirklich alles gegeben. Doch leider ist der in Neuseeland lebende Brite der Beweis dafür, dass sich häufiges Spielen nicht unbedingt positiv aufs Handicap auswirken muss. Von 2006 bis 2007 spielte Bartlett an 362 Tagen sämtliche Golfplätze Neuseelands und kam so auf insgesamt 419 Runden, 7.524 Löcher und 31.594 Schläge. Am Ende konnte der 40-Jährige ein Handicap von 4,4 vorweisen. Gestartet war er allerdings mit einer Stammvorgabe von 2,8. Ein Trost: Auf seiner Mammut-Tour sammelte der ehemalige Cricket-Profi 55.000 Dollar für wohltätige Zwecke.

4. St. Andrews I: Der älteste Golfplatz der Welt

Das 16.500 Einwohner zählende Städtchen St. Andrews an der Ostküste Schottlands hat eine besondere Attraktion zu bieten: “The Old Course“, den ältesten Golfplatz der Welt. Im Januar 1552 erhielten die Bürger von St. Andrews das Recht, die stadteigene Grünfläche zur körperlichen Ertüchtigung zu nutzen. So entwickelte sich der “Old Course“ gänzlich ohne den Einfluss eines Architekten. Heute werden auf dem Platz jährlich 42.000 Runden gespielt.

5. St. Andrews II: Die diebische Katze

Der künftige US-Open-Champion Lawson Little spielte auf dem Platz von St. Andrews 1934 gerade das berüchtigte 17. Loch, als er Opfer einer flinken Saboteurin wurde: Eine Perserkatze kam über den Platz gesaust, schnappte sich Littles Ball und rannte mit ihrer Beute davon. Little wurde mit einem Free Drop entschädigt.

6. Exklusive Spielwiese: Golf für Superreiche

Die Mitgliedschaft im 2006 eröffneten Liberty National Golf Club in Jersey City (USA) setzt ein außergewöhnlich prall gefülltes Sparschwein voraus. Die Aufnahmegebühr beläuft sich auf satte 500.000 US-Dollar. Dafür gibt es dann auch tolle Aussichten auf New York City und beheizte Grüns.

7. Bill Gates: Der große Tag auf dem Grün

Am 1. Januar 1994 wurde es für Microsoft-Gründer Bill Gates ernst: Am Abschlag der 12. Spielbahn des exklusiven Manele Bay Golf Course auf Lanai (Hawaii) heiratete er Melinda French. Die Braut war bis 1987 als Produktmanagerin bei Microsoft angestellt. Der Name der Insel bedeutet übrigens „Tag der Eroberung“.

8. Spezielle Leidenschaft: Rundes aus dem Hundemagen

Dem fünf Jahre alten Labrador Oscar hätte seine Golfleidenschaft 2008 durchaus zum Verhängnis werden können. Über Monate hinweg hatte sich der Hund beim Gassi-Gehen auf einem Golfplatz im schottischen Dunfermline immer wieder mal einen Golfball als Snack gegönnt. Nachdem Besitzer Chris Morrison ein Klappern aus dem Magen seines Hundes gehört hatte, brachte er Oscar zum Tierarzt. Bei der folgenden Operation stieß der staunende Veterinär im Magen des Hundes auf insgesamt 13 Golfbälle. Einige seien schon nahezu zersetzt gewesen. „Er findet Golfbälle wie Trüffel“, sagte Oscars Herrchen später. „Ich hatte keine Ahnung, dass er so viele gegessen hat.“ Zu seinem eigenen Schutz muss Oscar im Freien nun einen Maulkorb tragen.

9. Gefährliches Spiel: Vom Blitz getroffen

Golf ist nicht so harmlos, wie viele vermuten. Der U.S. Golfer Lee Trevino wurde während den Washington Open im Jahr 1975 vom Blitz getroffen. Ein Rückenwirbel musste ihm daraufhin entfernt werden. Doch Trevino legte sich einen Plan zurecht, der ihn in Zukunft zuverlässig vor der Gefahr des Blitzschlags bewahren sollte: „Bei Regen und Blitzschlag halte ich mein 1-Eisen gegen den Himmel. Denn nicht einmal Gott kann ein 1-Eisen treffen!“

10. Neue Passion: Die Hand Gottes greift zum Schläger

Im Versuch seine Kokain-Abhängigkeit zu therapieren, entdeckte die Fußballlegende Diego Armando Maradona 1999 den Golfsport für sich. 2004 wurde er nach einer neuerlichen Überdosis mit akuter Herzschwäche ins Krankenhaus eingeliefert. Als es ihm dort zu langweilig wurde, verließ er die Klinik gegen den Rat der Ärzte und machte sich auf den Weg zum nächsten Golfplatz. Seine Passion beschrieb Maradona so: „Manchmal wache ich nachts auf und denke, ich hätte einen Schlag falsch gemacht. Dann stehe ich auf und übe in meinem Zimmer so lange, bis es klappt.“

Auf den Punkt gebracht

Wer auf Golf verzichtet, der verpasst nicht nur die Chance auf Bewegung und Ausgleich, sondern auch viele gute Geschichten. Pfiffige bringen deshalb Spaß und Schwung in ihr Leben und nutzen günstige Einstiegsangebote, um den Golfsport für sich zu entdecken – zum Beispiel als Mitglied der VcG: Erwachsene zahlen nur 195 Euro pro Kalenderjahr für eine VcG-Mitgliedschaft, Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre sowie Studenten bis 27 Jahre zahlen regulär 95 Euro. Eine Aufnahmegebühr gibt es nicht. Dafür spielen VcG-Mitglieder bundesweit auf rund 700 Golfanlagen sowie auf weiteren Anlagen weltweit gegen Greenfee. Mehr Infos unter www.vcg.de.

 

Von Marko Hanzelic

Mag. Pharm Marko Hanzelic - Mann, Unternehmer, Apotheker, Journalist, Fußballspieler, Winzer, Gurman, Autoliebhaber, Motivator, Weltenbummler und Weltverbesserer.

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