Griechenland: Selig sind die Optimisten – die wöchentliche Börsenanalyse

Geht man nach der Häufigkeit der Meldungen, wonach Griechenland unmittelbar vor einer Einigung mit EU stehe, müßte das Land inzwischen komplett schuldenfrei sein. Seltsamerweise ist immer noch nichts passiert – da drängt sich doch der Verdacht auf, daß hier Zweckoptimismus am Werk sein muß. Die Marktteilnehmer aber kümmert das eher wenig, man hat eine Einigung schon einmal prophylaktisch eingepreist und träumt von der Besten aller Welten. Schau ma mal, würde Kaiser Franz bei einer solchen Gelegenheit sagen – man lebt schließlich nur einmal. Selig sind die Optimisten.

So langsam müssen die Griechen und ihre gutmeinenden Gläubiger aber liefern. Sonst droht ein Desaster – das Land ist ohnehin auch mit einem weitgehenden Haircut nicht mehr zu retten. Charttechnisch ist die Lage für den Euro solange intakt, als die ehemalige Widerstandszone 1,3210/40 verteidigt werden kann. Bricht die Gemeinschaftswährung diese Unterstützung nachhaltig, droht ein false break mit anschließendem massiven Abverkauf.

Kein Halten kennt derzeit der DAX. Langsam, aber stetig bildet der Index einen steilen Aufwärtstrend – der vermutlich ein wenig zu steil ist. Wir gehen daher weiter davon aus, daß wir vor einer impulsiven Korrektur stehen. Was auch immer der Anlaß sein mag – Griechenland läge am Nächsten – der Markt ist derart überhitzt, daß eine Korrektur nur gesund sein kann. Insbesondere in den USA ist das Volumen mickrig – am Montag hatten wir die niedrigsten Umsätze seit 10 Jahren. Wir mißtrauen daher dieser Ralley, zumal in den USA die Stimmung extrem bullisch ist. Der nächste Widerstand wartet in der Zone 6840/60.

Quelle: www.actior.de

Mag. Pharm Marko Hanzelic – Mann, Unternehmer, Apotheker, Journalist, Fußballspieler, Winzer, Gurman, Autoliebhaber, Motivator, Weltenbummler und Weltverbesserer.

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