Lebensversicherung fällig, was nun?

Täglich zahlen die deutschen Lebensversicherer über 200 Millionen Euro an ihre Kunden aus, auf das gesamte Jahr gesehen summieren sich die ausgezahlten Leistungen auf über 80 Milliarden Euro (Quelle: GDV). Die Medaille „Auszahlung“ hat aber zwei Seiten: Zum einen freut sich der/die Empfänger/in der Lebensversicherung über den Abschluss einer langen Sparphase und die Auszahlung. Hat man doch im Regelfall noch die erfreulich guten Zinszeiten der letzten Jahre mit entsprechend hohem Garantiezins mitgenommen und so eine ansprechende Rendite generiert. 

Die andere Seite der Medaille: Sieht man sich das pekuniäre Umfeld detailliert an, könnte es einem fast Tränen in die Augen treiben. Die Aktienkurse stehen im Himmel, die Zinsen treiben am Boden nahe Null dahin, es herrscht Anlagenotstand: Lebensversicherung fällig, was nun?

Mit der fälligen Lebensversicherung wollen die einen Lebenswünsche realisieren,  viele andere aber auch ihre Altersbezüge auf Dauer aufbessern. Das Auskommen mit dem Einkommen soll dauerhaft auf eine breitere Basis gestellt werden.

Dazu ist es notwendig, zunächst eine klare Zielstellung für das verfügbare Kapital zu formulieren. Ist das passiert, gilt es, ganz simpel die Möglichkeiten abzuchecken, die der Markt für die Realisierung der Wünsche anbietet. Als da wären z.B. eine Anlage in einer – meist von der Versicherungsgesellschaft schon vor der Auszahlung angebotenen – Rentenversicherung. Das hat, neben dem einfachen Handling, klare Vorteile. Der Versicherte handelt einmalig und braucht sich dann ein Leben lang nicht mehr zu kümmern. Sie/er erhält eine lebenslange Rente, die sich aus einem garantierten Anteil und einem Überschussanteil, der variabel ist, zusammensetzt. Allerdings macht da den meisten Rententräumen das niedrige Zinsumfeld einen Strich durch die Ertragsträume, man muss sich in den nächsten Jahren eher auf ein bescheidenes Salär und einen geringeren Zuwachs einstellen. Positiv zu Buche schlägt die für die Rente günstige Besteuerung. Aber es gibt auch Nachteile, die viele Anleger so nicht in Kauf nehmen wollen: Zum einen ist das eingebrachte Kapital relativ rasch aufgezehrt, zum anderen entfällt der Zugriff auf das Kapital mit der Unterschrift unter dem Rentenvertrag. Da will es wohl überlegt sein, will man auf seine Notgroschen Zugriff haben oder z.B. seine lieben Familiennachkommen über das Kapital absichern.

Bisher boten festverzinsliche Wertpapiere eine echte Rendite-Alternative zur Rentenversicherung, wie gesagt, bisher. Der Vorteil dieser Anlagevariante liegt in der hohen Sicherheit für Kapital und Zinserträge, wenn man Vater Staat oder etablierten Unternehmen Geld leiht. Aber auch hier ist derzeit der Spaßfaktor gering, die Zinsen liegen am Boden. Und der Staat kassiert zusätzlich vom Zinsertrag noch seinen Obolus in Form der Abgeltungssteuer. Mehr Ertrag wollen heißt dann aber auch im Gegenzug mehr Risiko fahren. Wohin das führen kann, hat erst die Pleite des Solaranbieters Prokon gezeigt. Vorsicht ist und bleibt die Mutter der Porzellankiste. Positiv zu sehen ist bei dieser Anlagevariante der jederzeit mögliche Verkauf der Papiere und der Zugriff auf das Kapital, aber auch der Kapitalerhalt, wenn beim Anbieter keine Insolvenz dazwischenkommt.

Eine attraktive Möglichkeit bietet ebenso eine Anlage der Versicherungssumme in Aktien, wenn Für und Wider durchdacht sind. Für den, der es etwas ruhiger mag, empfiehlt sich vielleicht nicht gerade der Kauf von Einzelwerten. Eher dann ein Aktienfonds, der Anlagerisiken breit streut. Bei einer Fondsanlage übernehmen das Management-Profis. So genannte Mischfonds, die in verschiedenen Anlageklassen aktiv anlegen, federn das Risiko ab, wenn die Börsenkurse mal wieder kräftig schwanken. Klarer Vorteil einer solchen Anlage sind die überdurchschnittlichen Chancen auf Kurssteigerungen und der jederzeit mögliche, kurzfristige Zugriff auf das Kapital.

Nachteile gibt es aber auch zu vermelden: Die Börsenkurse sind über die letzten Jahre hinweg stark angestiegen, das bedeutet das klare Risiko, dass die Börse auch mal Luft holt und ausatmet. Es besteht also jederzeit ein gewisses Verlustrisiko, zumindest vorübergehend. Das heißt, es gilt ständig am Ball zu bleiben und gegebenenfalls einen längeren Atem mitzubringen. Zudem greift Vater Staat über die Abgeltungssteuer zu, Gewinn ist also auch hier keineswegs Ertrag.

Immobilien schwirren als Alternativlösung mit hoher Sicherheit auch immer wieder durch die Gazetten. Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand, regelmäßige Mieteinkommen bessern die Rente/Pension auf, zudem bietet eine Immobilie Inflationsschutz. Nachteilig ist hier eben die Tatsache, dass die Anlage, wie der Name schon sagt, immobil ist. Das Kapital ist hier längerfristig gebunden, ein täglicher Zugriff fast unmöglich. Weiter muss eine Immobilie verwaltet  und instand gehalten werden, was Kosten verursacht. Mieteinnahme heißt hier auch nicht gleich Ertrag. Natürlich müssen die Einnahmen, allerdings verrechnet mit Abschreibung und Ausgaben, versteuert werden. Dazu besteht immer das Risiko des Mietausfalls. Die Aussichten auf gute Einnahmen sind mit einer gepflegten Immobilie in der richtigen  Lage  aber natürlich gegeben und derzeit attraktiv.

Eine weitere interessante Alternative ist der Gang zum professionellen Vermögensverwalter. „Es bestehen gravierende Differenzen zwischen einer einfachen Bank- oder Anlageberatung und einer individuellen Vermögensverwaltung“, bekräftigt Hans-Josef Oberbanscheidt von der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Kleve. Aufzuräumen wäre im ersten Schritt mit der Mär, dass hier bevorzugt nur Millionäre bedient werden. Der Vorteil einer Vermögensverwaltung liegt im zweiten Schritt klar auf der Hand:  Hier lassen Finanzprofis Ihr Geld Tag für Tag im Rahmen eines vorgegebenen, klar abgesprochenen Zielkorridors arbeiten. Und: Sie haben neben der Chance auf gute Erträge börsentäglich Zugriff auf Ihr Kapital. Der Nachteil bei einer seriösen, etablierten Vermögensverwaltung besteht darin, keine sicheren Renditeversprechen abgeben zu können. Vermögensverwalter sind Überzeugungstäter, aber keine Hellseher. Wer den Mut hat, Wertschwankungen im abgesprochenen Rahmen zu tolerieren, wenn er unterm Strich mit einer guten Rendite belohnt wird, sollte in jedem Fall das Gespräch mit seriösen Profis suchen, bevor er seine Anlageentscheidung fällt.

Weitere Infos: Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs-gesellschaft mbH, Hoffmannallee 55, 47533 Kleve, Telefon 02821 97989-0, E-Mail info@oberbanscheidt-cie.de, www.oberbanscheidt-cie.de

Redaktion – Interessante und nützliche Beiträge anderer Autoren.

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