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Was ist Blockchain und wie Sie von Bitcoin & Co profitieren können

Wie aus dem lange belächelten Nischenthema für IT-Nerds ein Milliardengeschäft wurde.

Noch bis vor wenigen Monaten war der Begriff Bitcoin für die meisten vollkommen unbekannt, jetzt begegnet er einem in den Medien und im Alltag fast täglich. Bitcoin und Co. sind auch hierzulande in den Schlagzeilen angelangt.  Aus dem lange belächelten Nischenthema für IT-Nerds wurde ein Milliardengeschäft, an dem sich mittlerweile Größen der Finanzbranche wie die US-Bank Goldman Sachs beteiligen.

Gewaltige Kursschwankungen

Beides – gewaltige Gewinne als auch herbe Verluste – war in den letzten Jahren durchaus möglich, wie die Entwicklung der Kurse von Bitcoin und Co. zeigt: So hat sich der Bitcoin-Kurs in Euro berechnet innerhalb eines Jahres mehr als verachtfacht, der Ethereum- Kurs fast verdreißigfacht und Dash- Coins sind heute mehr als vierzigmal so viel wert wie Mitte November 2016.  Doch zwischendurch gab es auch Kurseinbrüche, die selbst erfahrene Aktienanleger in Panik versetzt hätten.

Erste Anwendung der Blockchain

Erst diesen Juni etwa brach der Kurs von Ethereum nach einem neuen Rekordhoch bei 400 US-Dollar innerhalb von vier Wochen auf rund 150 Dollar ein, was einem Minus von mehr als 60 Prozent entspricht. Das Bitcoin- System existiert seit fast zehn Jahren: 2008 veröffentlichte ein Programmierer bzw. ein ganzes Kollektiv unter dem Pseudonym „Sathoshi Nakamoto“ eine schriftliche Definition für ein dezentrales Netzwerk, das eine sichere Übermittlung von digitalen Geldwerten über das Internet direkt von Nutzer zu Nutzer ohne Banken oder andere Intermediäre ermöglichen sollte.

Ein Jahr später präsentierte dieselbe Gruppe eine frei zugängliche Software (Open Source), die sich sogenannte „Miner“ auf ihrem Computer installierten und damit den Grundstein für das Bitcoin- Netzwerk legten. Am 22. Mai 2010 wurde dann der erste Einkauf in der „realen“ Welt mittels Bitcoin getätigt: Ein britischer IT-Techniker zahlte 10.000 Bitcoins für zwei Lieferpizzen. Was damals keine 30 Euro wert war, entspricht heute einem Gegenwert von fast 70 Millionen Euro.

Diese digitale „Währung“ war somit die erste konkrete Anwendung dieser unter Blockchain subsumierten Technologien, die laut Experten das Potenzial haben, viele Bereiche unseres Wirtschafts- und Privatlebens zu revolutionieren.

Bitcoin steht dabei nicht nur für das gesamte System, sondern auch für eine eigene digitale Werteinheit, mit der die Teilnehmer an diesem Netzwerk für ihre Rechenleistung entlohnt werden. Eine funktionierende öffentliche

Blockchain braucht nämlich ein Anreizsystem. Ohne das kann eine Blockchain nicht langfristig konstant laufen. Umso mehr Teilnehmer, umso sicherer wird das Netzwerk. Daher sind die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen praktisch untrennbar.

Zehn Jahre wie eine Achterbahnfahrt

In diesen zehn Jahren hat Bitcoin einige herbe Rückschläge einstecken müssen: So wurden mehrere Bitcoin-Börsen wie etwa Mt. Gox, Bitstamp oder Bitfinex Ziel von Hackerangriffen oder Betrügern, die sich mit Millionenbeträgen der Kunden aus dem Staub machen konnten.

Anfänglich wurde der schlechte Ruf von Bitcoin noch dadurch verstärkt, dass Bitcoins im „Darkweb“, der dunklen Seite des Internets, für den Handel mit illegalen Waren als Zahlungsmittel genutzt wurden – was heute kaum mehr stattfindet, weil sich auch unter Kriminellen herumgesprochen hat, dass Bitcoin-Transaktionen keineswegs anonym sind.

Privatanleger, die nach reiflicher Überlegung jetzt einen Teil ihres Geldes in Kryptowährungen investieren möchten, sollten in einem ersten Schritt die geeigneten Coins auswählen.

Schließlich umfasst das Kryptouniversum aktuell mehr als 1.200 verschiedene Coins, wie ein Blick auf das Portal www.coinmarketcap.com verrät. Als Basisinvestment gelten die klassischen Bitcoins schon aufgrund ihrer dominanten Marktstellung. Denn die „Urmutter“ macht aktuell mehr als 50 Prozent des Gesamtvolumens an Kryptowährungen aus. Wer also nur eine geringere Summe investieren möchte, sollte sich nur auf klassische Bitcoins konzentrieren, weil mit jedem weiteren Coin die Komplexität des Handels und der Verwahrung weiter ansteigt.

Bitcoin wird häufig mit Gold verglichen, weil die Menge aller Bitcoins, die je geschürft werden können, im System auf 21 Millionen begrenzt ist. Im Unterschied zu Euro oder US-Dollar kann man nicht einfach weitere Bitcoins drucken. Von der ursprünglichen Vision, ein von Banken und Regierungen unabhängiges Zahlungsmittel zu entwickeln, ist Bitcoin mittlerweile weit abgekommen, da die Kostenbelastung pro Transaktion heute viel zu hoch ist (zurzeit beträgt die Provision fast 6 Euro).

So investieren Sie in Bitcoins, Ethereum, …

Trotz der Dominanz der klassischen Bitcoins ist es keinesfalls garantiert, dass in Zukunft nicht Altcoins (alternative Coins) die Führung übernehmen. Denn die Kryptowährung hat einige Defizite, wie zum Beispiel die bisher recht geringe Geschwindigkeit und hohe Gebührenbelastung bei Transaktionen.


Marktkurse von TradingView

Es wird laufend an der Weiterentwicklung des Systems gearbeitet, aber wenn sich die entscheidenden Kräfte im Netzwerk (Miner, Börsen, Entwickler, . . .) nicht auf einen technischen Weg einigen können, kann das zu Abspaltungen („Hard Forks“) vom bisherigen System führen. Genau das passierte heuer bei Bitcoin bereits zweimal: einmal im Sommer mit der Abspaltung von Bitcoin Cash und im Herbst mit Bitcoin Gold. Eine dritte für November angekündigte Abspaltung wurde vorläufig abgesagt. In den beiden ersten Fällen wurden Besitzer klassischer Bitcoins mit derselben Menge an neu geschaffenen Coins beschenkt. So schaffte es Bitcoin Cash, mit einem Sprung zur drittgrößten Kryptowährung aufzusteigen. Ob sich hier die Klone oder das Original durchsetzen werden können, ist unklar.

Jene Anleger, die etwas höhere Beträge anlegen möchten und den Aufwand nicht scheuen, sollten das Risiko auf mehrere Kryptowährungen streuen. Denn wie sich bisher gezeigt hat, schwanken die einzelnen Coins nicht im Gleichklang und ermöglichen damit eine Reduktion des Gesamtrisikos, wenn man sich mehrere verschiedene Coins ins Depot packt. Bei der Auswahl sollte man aber sehr selektiv sein – es muss eine große Community mit guten Entwicklern dahinter stehen und eine ordentliche Nachfrage geben. Und die Coin sollte langfristig in irgendeiner Form Relevanz haben oder Probleme lösen, die andere Coins noch nicht gelöst haben.

Etherium als Wette auf die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen

Das derzeit zweitgrößte System „Ethereum“ erfüllt die genannten Kriterien. Bei der von Vitalik Buterin entwickelten Blockchain steht dabei weniger die Ether-Währung im Vordergrund.

Ethereum ist vielmehr als dezentraler Supercomputer zu verstehen, über den man Apps laufen lassen und mit sogenannten Smart Contracts konkrete Geschäftsanwendungen umsetzen kann. Dieses System bildet auch die Basis für die meisten ICOs, bei denen man nur über Ether investieren kann. Im Unterschied zu Bitcoin ist die Anzahl der Ether nicht begrenzt. Damit ist Ether weniger ein Wertspeicher als eine Wette auf die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen.

Ripple, Litecoin, Dash, Monero…

Die drittgrößte Kryptowährung Ripple zählt streng genommen nicht zu den „klassischen“ Kryptocoins, weil sie im Unterschied zu Bitcoin & Co. kein dezentrales Netzwerk ist, sondern von einem US-Unternehmen kontrolliert wird. Ripple hat auch gar nicht das Ziel, das vorhandene Finanzsystem zu ersetzen, sondern will sich als Ergänzung für schnelle und kostengünstige Transaktionen bei herkömmlichen Finanzdienstleistern etablieren.

Litecoin ist Bitcoin sehr ähnlich, kann aber Transaktionen viel schneller abwickeln, als ihr „träger“ Bruder. Damit bietet sich die Integration von Litecoin in Online-Shops gerade für Überweisungen geringerer Beträge zusehends als interessante Option an. Als Ergänzung sollte man in einem diversifizierten Portfolio daher auch einen geringen Anteil an Litecoins beimischen.

Ebenfalls auf Highspeed setzt die Kryptowährung Dash, in deren Netzwerk Transaktionen ähnlich schnell wie bei Kreditkartenanbietern stattfinden sollen. Doch eine weitere Eigenheit von Dash ist aus Sicht vieler Kryptofans noch viel entscheidender: Bei der ehemals „Darkcoin“ genannten Währung werden im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen Transaktionen anonymisiert.

Damit konnte sich Dash, neben Monero (www.getmonero.org), einer anderen Kryptowährung mit Anonym-Modus, als beliebtes Zahlungsmittel der Unterwelt etablieren.

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Written by Marko Hanzelic

Mag. Pharm Marko Hanzelic – Mann, Unternehmer, Apotheker, Journalist, Fußballspieler, Winzer, Gurman, Autoliebhaber, Motivator, Weltenbummler und Weltverbesserer.

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