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Motivation & Erfolg

Die Leistungsgesellschaft ist tot! Es lebe die Wirkungsgesellschaft!

Pitch-Termin. Eine Kreativ-Agentur stellt sich bei einem großen Industrie-Unternehmen vor. Neues Corporate-Design ist verlangt. Frischer, moderner und ansprechender soll das Unternehmen wirken. Die Kreativ-Agentur hat eine halbe Stunde Zeit erhalten, um erste Ideen und sich selber zu präsentieren. Die beiden Männer sind sichtlich gelassen. „Wir haben hier den Stick mit der Präsentation, haben Sie einen Computer mit Beamer hier?“ Meine Gesichtszüge entgleisen und ich bin – einmal mehr – fassungslos. Die Agentur, die eigentlich gute Arbeit leistet, verliert diesen Pitch, weil sie nicht präsentieren kann und ihre Leidenschaft nicht spürbar war. Dieser Fall ist echt und keine Ausnahme. Wir wollen durch Qualität überzeugen und meinen nur zu oft, dass diese für sich selber spricht. Qualität kann aber nicht sprechen!

Schaut man aus dem Ausland auf Deutschland oder die Schweiz, stehen diese beiden Länder vor allem für Qualität. Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, wird es getestet, geprüft, reglementiert und mehrfach optimiert. Erst dann geht die Dienstleistung oder das Produkt raus zum Kunden. Doch leider werden viele Dienstleistungen und Produkte weit unter ihrem Wert verkauft. Wir sind so auf die Qualität fixiert, dass wir oft vergessen, wie wir das Ding an die Kunden bringen sollen. Das wirklich Tragische ist aber, dass wir nicht nur bei Produkten und Dienstleistungen zu wenig auf Wirkung achten, sondern auch bei uns selber. Als kleines Kind lernen wir bereits, dass man nicht so positiv über sich selber sprechen soll, da dies arrogant oder eingebildet wirken könnte. Was sagen sonst die Nachbarn, Freunde und Co. Dieses Denkmuster begleitet viele Menschen (unbewusst) ein Leben lang. Wie erhöhen wir also unsere Wirkung?

Mehr Selbstwertgefühl …

… beginnt bezeichnenderweise bei einem selber. Und da spürt jeder sofort, ob es sich um ein aufgesetztes Selbst oder um ein echtes und authentisches Selbst handelt. Wie man Selbst-Sicherheit und mehr Selbstwert-Gefühl erlangt? Indem man wirklich und echt sicherer wird. Und dazu muss man wissen, was man wirklich will – und wer man ist im Leben. Für viele klingt das vielleicht nicht nach einem „Business-Thema“ – und doch ist es eines. Kunden und Mitarbeiter bemerken intuitiv, ob ein Unternehmer oder eine Führungskraft „sicher“ ist. Gerade Führungskräfte sollten diese Sicherheit in sich tragen, um den täglichen Herausforderungen ihrer Arbeit gewachsen zu sein. Doch Wirkung, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit sind in den wenigsten Leadership-Ausbildungen überhaupt ein Thema. Ich habe dazu eine klare These: „Unreflektierte Führungskräfte sind der schleichende Tod jedes Unternehmens“. Warum?

  • Weil die heutigen und vor allem künftigen Mitarbeiter keinen Menschen mehr folgen, die nicht wissen, warum man welches Ziel erreichen soll.
  • Weil die Generationen Y und Z wesentlich mehr auf die Sinnfrage setzen. Also nicht blindlings die Beförderung mit mehr Geld und bezahltem Auto annehmen, sondern abwägen, was sie im Gegenzug mehr leisten müssen und auch hier den Sinn ihres Tuns hinterfragen.

Mehr Transparenz

Alles wird brutal transparent. Da können wir gar nicht viel dagegen machen. Denn mal ehrlich: Was in den meisten Leitbildern und Imagebroschüren geschrieben steht, ist das Papier nicht wert, auf das es gedruckt wurde. Der Show-Faktor in den Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch. Immer in der Hoffnung, dass der Kunde einem die Show abkauft. Doch die Zeiten, in denen das noch funktionierte, sind endgültig vorbei. Ein Blick auf kununu.com und man liest die schlimmste Realität. Auf dieser Bewertungsplattform, die zu XING gehört, können Mitarbeiter, Bewerber und Auszubildende Unternehmen nach sehr vielen Kriterien beurteilen. Das bedeutet, dass Unternehmer wie auch Mitarbeiter lernen müssen, mit dieser neuen Transparenz umzugehen.

Mehr Emotionen und mehr Sinn

Wie gut „verkaufen“ wir uns bei einem Bewerbungsgespräch? Wie gut stehen wir da, wenn jemand uns an einem Netzwerk-Anlass fragt, was wir so machen? Haben wir hier eine Antwort, die neugierig macht und in Erinnerung bleibt? Und im Unternehmen stellt sich die gleiche Frage: Überzeugen wir unsere Kunden mit Qualität und Emotionen? Nein, meistens nur mit ZDF – Zahlen, Daten, Fakten. Aber in jeder guten Werbung spielt die Emotion eine entscheidende Rolle. Berührt es uns nicht, können wir uns nicht daran erinnern. Wir wollen wissen, „warum“ dieses Produkt oder diese Dienstleistung besser ist als andere. Kunden wollen den „Sinn“ erkennen. Sinn wird also zum Pflichtthema in den Unternehmen. Nicht nur, damit es allen etwas mehr Spass macht, da zu arbeiten, sondern auch, damit Kunden das Unternehmen positiv wahrnehmen.

Wie geht man mit diesen Veränderungen um?

Nicht, indem man noch einen Prozess definiert. Sondern indem man das macht, was schon lange in den vielen Leitbildern geschrieben steht: Sich wirklich mit sich selber, den Mitarbeitern und den Kunden befassen, alles hinterfragen und vieles verändern. „Disruptive Technologien“ und „Industrie 4.0“ sind schon fast zu inhaltslosen Modewörtern verkommen. Doch die Anforderungen hinter diesen Buzzwords sind real. Nur müssen sich alle verändern, alle mitdenken – vor allem aber müssen alle ernst genommen werden. Eine Anforderung, an der viele langjährige Führungskräfte zu beißen haben. Und wenn sie hier nicht beißen, bleibt nur noch der Biss ins Gras. Provokativ? Nein. Denn die Realität wird ihnen mehr abverlangen, als ich dies hier tun kann. Viele Berater haben immer noch die Denkweise, dass wenn sie nett sind, sie auch den nächsten Auftrag erhalten werden. Das ist in Zukunft Quatsch. Wenn man weiterhin „nett“ ist, wird es das Unternehmen vielleicht schon bald nicht mehr geben. Auch hier zählt die Wirkung. Und Wirkung erzielt man nicht mit seitenlangen Protokollen oder Ordnern voller (nicht realisierter) Konzepte, sondern durch mutiges Umsetzen.

Eigener Weg statt „me-too“-Strategie

Diese Veränderung bedingt die innere Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein, eine glasklare Strategie zu haben und auch kommunizieren zu können, warum man da hin will. Und dieser Grund sollte fundiert sein und nicht einfach eine „me-too“-Strategie sein. Von zehn Unternehmern, die ich frage, warum sie bei Facebook präsent sind, antworten mir sechs, dass dies doch heute dazu gehöre. Dass die Konkurrenz schließlich auch da sei und dass man ja „mit der Zeit gehen müsse…“. Haben diese Antworten auch nur einen leisen Anspruch, dass diese Entscheidung strategisch mit einem klaren Ziel gefällt wurde? Nein. Ist ja auch nur Facebook! Ja. Eine Plattform, auf der man viele Unternehmen „richtig“ kennenlernt. Weil oft nicht der normale Marketing- und Kommunikationsanspruch gilt, sondern „die Frau am Empfang Facebook unterhält“. Auch wieder mit der entsprechenden Wirkung.

Ende der Motivationspeitsche

Die Wirkung erhöhen bei den Mitarbeitern funktioniert heute nicht mehr mit plumpem Motivationsgedöns und Tschakka!-Geschreie. Es funktioniert aber, wenn man das Sinn-Thema implementiert. Warum wir etwas tun. Warum jeder von diesen Mitarbeitern das macht, was er macht. Ja, es werden oft ein paar Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, wenn man mit diesen Themen anfängt. Aber jeder, der selbstreflektiert und sinnerfüllt arbeitet, bringt ein Unternehmen wirklich weiter. Ob man die Wichtigkeit sofort erkennt, spielt dabei nicht so eine entscheidende Rolle. Denn viele Generationenforscher, Philosophen und Unternehmer sind sich heute schon einig, dass die Sinn-Frage nicht mehr (nur) eine persönliche Frage ist, sondern eine Lebensfrage. Und zum Leben gehört auch die Berufung. Die Frage ist, wie lange man warten möchte und wann man den Mut findet, sich darauf einzulassen. Denn eine Wirkung werden wir so oder so erzielen. Die Frage ist nur welche.

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Interview Motivation & Erfolg

Sinnieren über den Sinn…

Mit der ebenso einfachen wie pauschalen Antwort „Das Leben einfach leben!“ ist das Thema meist schnell vom Tisch und man kann sich wieder Wichtigerem widmen. Wichtigerem? Warum legt man diese wichtige Frage so schnell zur Seite? Warum nimmt man sich selten oder sogar nie Zeit dafür? Vielleicht, weil es ein philosophisches Thema ist und dafür die Philosophen zuständig sind. Oder das persönliche Weltbild gefährdet sein könnte, wenn man über das eigene Leben tiefer nachdenkt. Den Sinn im Leben (und in der Arbeit) zu finden, gehört zu den größten Herausforderungen im Leben. „Eigentlich ist es ein Geschenk, das jeder schon lange bekommen hat. Es soll aber Menschen geben, die noch nicht einmal das Geschenkband berührt haben…“, erklärt Stefan Dudas, der sich in seinem neuen Buch „VOLL SINN“ (ISBN 978-3-8698-039-44, BusinessVillage) für die Suche nach dem Sinn sowie mehr Sinnfindung und Sinngebung ausspricht: „Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen!“ Wir sinnieren mit dem Autor und Business-Experten, warum die Zeit gerade jetzt reif für mehr Sinn im Leben ist.

Herr Dudas, es geht uns doch eigentlich ganz gut. Soweit funktioniert alles. Warum sollen wir uns ausgerechnet jetzt mit dem Thema ‚Sinn’ beschäftigen?

Stefan Dudas: Stimmt. Wir haben in unseren Breitengraden einen großen Wohlstand. Technisch gibt es jeden Tag neue Errungenschaften, die uns das Leben (vermeintlich) vereinfachen. Medizinisch ist Vieles möglich, wovon wir vor Jahren noch geträumt haben. Zudem bekommen wir heute fast jede Information, die wir benötigen (und auch alle anderen) in Sekundenbruchteilen aufs Smartphone geliefert. Kein Grund zu klagen also? Glaubt man den Umfragen, ist trotzdem eine Unzufriedenheit zu bemerken. Die Zahl der Burnout-Erkrankungen steigt und in vielen Köpfen ist Angst. Angst, dass der Arbeitsplatz nicht sicher ist. Angst, dass in den Flüchtlingsdebatten die falschen Entscheidungen gefällt werden. Angst vor Terror. Angst vor der Digitalisierung. Und natürlich – ganz wichtig – Angst vor der Zukunft.

Also macht es doch Sinn, sich damit zu beschäftigen, was wir tun und warum bzw. was wir gerne tun würden, um so vielleicht eine Antwort darauf zu finden, was uns im Leben erfolgreich und glücklich macht?

Stefan Dudas: Ich bin kein Philosoph – zumindest habe ich keine Philosophie studiert. Aber schon so lange ich denken kann, beschäftigt mich die Frage, warum es Menschen gibt, die ihr Leben mit Begeisterung, Spaß und echter Leidenschaft genießen und andere, die einfach nur zu existieren scheinen. Ja, ich wähle extra das Wort ‚existieren’. Frühmorgens aufstehen, im Stau zur Arbeit rollen, acht bis zwölf Stunden arbeiten, im Stau nach Hause fahren, essen, fernsehen, schlafen gehen, um dann frühmorgens wieder aufzustehen. Kurz vor dem Einschlafen denkt man kurz darüber nach, ob es das jetzt wirklich schon gewesen ist. Man grübelt, was einen überhaupt noch antreibt, erfreut oder sogar begeistert. Während man noch grübelt, übermannt einen der Schlaf und am nächsten Morgen beginnt das Spiel von neuem.

Aber die meisten Menschen scheinen sich doch sehr schnell mit ihrem Leben zu arrangieren, oder?

Stefan Dudas: Das ist tatsächlich so. Betrachtet man es einmal aus der Sinn-Perspektive, ist es auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite aber auch absichtlich von der Evolution so eingerichtet worden, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Ein Mensch ist fähig, sich in fast jeder Situation zurecht zu finden. Zudem schützt er seine Lebens-Denkmuster. Denn wenn jemand von außen kommt und sagt, dass sein Leben schon lange von der Lethargie und Angst übernommen wurde, ist das für das Weltbild und das Selbstwertgefühl dieser Person gefährlich. Er wird diesen Umstand verneinen, den Kritiker auslachen, bekämpfen und auf Facebook blockieren.

Um seine Sicht des Lebens zu schützen?

 Stefan Dudas: Genau! Und das ist irgendwie ja auch verständlich.  Als Coach höre ich immer öfter von eben diesen Lebenssituationen. Von außen betrachtet scheinbar erfolgreiche Menschen stellen sich doch irgendwann die Frage, was sie eigentlich mit ihrem Leben tun. Das hat viel mit unserer Gesellschaft und unserem heutigen Verständnis von Leben, von Arbeit und vom Lebenserfolg zu tun. Dieses Verständnis beruht auf alten Denkmustern und wir tragen diese schon seit Jahrzehnten mit uns herum. Das Problem dabei ist, dass sich alles um uns herum schon massiv verändert hat und sich laufend weiter stark verändert.

Also einmal mehr Veränderungen über Veränderungen. Können wir nicht einfach nur zufrieden sein, mit dem, was wir haben?

Stefan Dudas: Das höre ich immer wieder. Sei es in Unternehmen oder bei privaten Gesprächen. Man muss doch auch mal zufrieden sein. Hauptsache wir sind gesund. Sind wir das wirklich? Ist mit sozialem Wohlergehen nicht einfach gemeint, wenn wir im Leben erfolgreich unterwegs sind? Aber ist denn eine Gesellschaft tatsächlich ‚erfolgreich’, wenn niemals gelernt wird, was das Leben wirklich ausmacht, ständig Druck herrscht, jeden Freitag in den Radios die ‚Endlich Freitag’-Berieselung startet und sich jeden Montag versteinerte Gesichter und die dazugehörigen Körper zur Arbeit zwingen? Die allermeisten Menschen in dieser Gesellschaft haben noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, wie sie wirklich leben möchten und was ihnen privat und beruflich Befriedigung und Sinn gibt. Eigentlich geht es doch darum, wirklich glücklich zu sein. Glücklich mit sich selber und seinem Leben. Um das zu beurteilen, müssen wir  zuerst wieder lernen, ehrlich zu uns selber zu sein. Fernab von eingebrannten Denkmustern, gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Vernebelungen und Schutzbehauptungen.

Aber das ist richtig schwer, oder? Und es löst wiederum Ängste aus oder führt bei vielen Menschen sogar zum Burnout.

Stefan Dudas: Ich glaube nicht einmal, dass das eigentliche Problem eine Burnout- oder die Sinnkrise ist. Das viel bedeutsamere Problem ist, dass viele Menschen unbewusst resigniert haben oder – noch schlimmer – nie wirklich begonnen haben, ihr eigenes Leben zu leben. Die Zeit könnte nicht besser sein, um noch mehr über Sinn und Unsinn zu sprechen und nachzudenken.

Sinn ist ja eine spannende persönliche Angelegenheit. Aber ist das Thema auch bei der breiten Masse, sprich in den Unternehmen und der Gesellschaft schon angekommen?

Stefan Dudas: Das ändert sich gerade tatsächlich. Die Sinnfrage wird heute in einer neuen Qualität gestellt. Es geht nicht mehr nur um den individuellen, privaten Sinn des Lebens, sondern plötzlich wird die Sinnfrage in den Führungsetagen der Unternehmen gestellt. Die Sinnfrage ist heute weder Privatsache noch haftet ihr länger der akademisch universitären Pathos an. Mit Büchern wie Bodo Janssens „Die stille Revolution: Führen mit Sinn und Menschlichkeit“ hat eine Diskussion begonnen, die offenlegt, dass sich kaum eine Organisation der Sinnfrage entziehen kann. Wenn Mitarbeiter auswählen können, wo sie arbeiten wollen, dann reicht Geld als Anreiz und alleinige Zielgröße nicht mehr.

Also nicht mehr länger nur Lebenszeit gegen Geld?

Stefan Dudas: Die eigene Lebenszeit gegen Geld zu tauschen ist heute die ‚normale’ Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn diese Arbeit erfüllend ist, funktioniert dieser Deal gut. Wenn aber regelmäßig die Montags-Allergie einsetzt, wäre der Zeitpunkt gekommen, um zu handeln und etwas zu verändern. ‚Das ist aber nicht so einfach’, ist dann die meist genannte Antwort. Und das ist natürlich richtig. Aber es ist wahrscheinlich auch nicht einfach, den Rest seines Lebens, vielleicht 20 Jahre oder mehr etwas zu arbeiten, was einem so gar nicht gefällt und was einen auch nicht erfüllt.

Sie wollen mit ihrem Buch inspirieren. Das ist gut und schön, aber können Sie mit Ihrem Ruf nach mehr Sinn auch wirklich etwas oder jemanden bewegen?

Stefan Dudas: Inspirieren, aus dem Lateinischen „inspiratio“, bedeutet „Beseelung“. Menschen mit mehr Sinn in ihrem Leben zu beseelen, ist doch eine wunderschöne Aufgabe. Es braucht dazu „nur“ Bewusstsein dafür, was wirklich zählt und was wirklich Wirkung schafft. Aber auch Selbst-Bewusst-Sein, für sich einzustehen. Sich selber zu hinterfragen und zu reflektieren. Nicht einmal, sondern immer wieder. Um zu erkennen, was man wirklich will im Leben. Jede Veränderung beginnt immer irgendwo. In diesem Fall beginnt sie bei uns selbst. Ich weiß zwar, dass ich mit meinen Ideen und meiner Denkhaltung nicht alleine stehe, mache mir aber auch keine falschen Illusionen, dass ich alleine etwas verändern kann. Zu lange haben sich Glaubenssätze einnisten können. Deshalb halte ich immer Ausschau nach Menschen, für die Sinn im Leben eine zentrale Rolle spielt. Vorbild-Unternehmer oder einfach besondere Persönlichkeiten.

Für Ihr Buch haben Sie ein paar davon befragt, um herauszufinden wie andere die Sinnfrage angehen?

Stefan Dudas: Richtig! Mir war wichtig, die Inhalte des Buches ins Leben zu transportieren und auch einfach mal zu sehen, wie andere Menschen, denen der Sinn im Leben sehr wichtig ist, mit diesem Thema in ihrem Umfeld umgehen beziehungsweise es im eigenen Unternehmen handhaben.

Können Sie uns sagen, wer dabei zu Wort kommt?

Stefan Dudas: Den Anfang macht Götz Wolfgang Werner, bekannter Gründer und Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens dm drogerie markt, dessen Geschäftsführer er 35 Jahre lang war. Als Initiator von „Unternimm die Zukunft“ steht er für ein bedingungsloses Grundeinkommen und sorgt mit seinen kernigen Aussagen wie „Hartz IV ist offener Strafvollzug“ immer wieder für Aufsehen. Mit Sina Trinkwalder und Gabriela Manser sind zwei vielfach ausgezeichnete Unternehmerinnen dabei. Sina Trinkwalder ist Gründerin der ökosozialen Textilfirma Manomama, die am Arbeitsplatz benachteiligte Menschen beschäftigt. Gabriele Manser ist als Quereinsteigerin inzwischen sehr erfolgreiche CEO der Mineralquelle Gontenbad AG. Ali Mahlodji, Gründer whatchado.com ist Jugendbotschafter mit Sinn. Autor und Querdenker Fridolin Schwitter wurde vom Wirtschaftsförderer zum Mönch und lebt heute als „frater familaris“ in einem Frauenkloster. Und zuletzt schließlich „Madame Wirbelwind“ CEO Franziska Bründler, deren Unternehmen Fidea Design GmbH lokal, nachhaltig und fair Designprodukte für Wohnen, Büro und als Geschenk entwickelt und produziert.

Ein sehr bunter Mix an Gesprächspartnern. Wie kam es dazu?

Stefan Dudas: Stimmt, ich habe mich bewusst für sechs sehr unterschiedliche Menschen entschieden, dann aber allen dieselben Fragen gestellt. Beim Lesen wird schnell klar, dass jede Persönlichkeit auf ihre eigene Art und Weise zum Thema ‚Sinn’ inspiriert. Ich bin diesen sechs Personen sehr dankbar, dass sie mit ihrer Sichtweise und ihrer persönlichen Meinung mein Buch bereichert haben.

Bleibt die Frage nach dem Sinn, Herr Dudas. Gibt es einen einfachen Weg herauszufinden, was sich Menschen wirklich wünschen? Von was sie insgeheim träumen, ohne es jemandem zu verraten?

Stefan Dudas: Den gibt es tatsächlich. Analysiert man, mit welchen Auslösern die Werbung arbeitet, wünschen Menschen sich schon immer, in absoluter Freiheit leben zu können und niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen. Sie wünschen sich, für sich sinnvolle Dinge zu tun. Mit zunehmendem Alter stellen wir uns mehr als einmal die Frage, ob es das jetzt gewesen ist. Ob wir wirklich schon alles gemacht haben, was wir eigentlich mal vor hatten zu machen. Haben wir unsere  Träume umgesetzt und macht unser Leben heute sowie irgendwann einmal rückblickend Sinn? Obwohl diese Frage  unmöglich zu beantworten scheint, so wichtig ist es, sie zu stellen und darüber nach- und vorzudenken. Schließlich geht es ja um nichts weniger als um unser eigenes Leben.

Trotzdem funktioniert unsere Gesellschaft scheinbar anders?

Stefan Dudas: Stimmt leider. Die meisten Menschen sind so sehr mit ihrem Leben beschäftigt, dass sie vergessen, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wirklich wollen im Leben. Sie funktionieren – und mit etwas Glück auch nahezu perfekt. Die eigene persönliche Freiheit besteht aus drei Wochen Urlaub auf Teneriffa im Sommer und Skiurlaub im Winter. Dazwischen tun wir, was von uns erwartet wird. Je länger und intensiver ich mich mit dem Thema ‚Sinn’ beschäftige, desto fester steht für mich auch ohne Zweifel: Der Mensch kann ohne Sinn nicht sein. Er stirbt zwar nicht gleich, wenn der Sinn fehlt. Zumindest nicht körperlich. Aber ein Leben ohne bewusst erlebten Sinn ist trübe, langweilig und voller Hamsterräder, die uns abstumpfen lassen. Sinn ist also lebenswichtig!

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Motivation & Erfolg

Neu auf dem Buchmarkt: Voll Sinn von Stefan Dudas

Unsere Welt verändert sich in atemberaubendem Tempo. Auf der einen Seite stehen wir als Mensch. Auf der anderen Seite buhlen Job, Unternehmen, Kollegen, Familie und Freunde um unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit, unsere Energie. Oft wollen wir all dem gleichermaßen gerecht werden, erfüllen nur noch die Erwartungen anderer und „funktionieren“ – irgendwie. Wir leben nicht unser Leben, sondern das, was sich gerade ergibt.

Mit dem Gefühl, selbst auf der Strecke zu bleiben, tauchen oftmals entscheidende Fragen auf: Was tue ich eigentlich? Und warum? Bringt es mir Erfüllung? Macht es Sinn? Die Suche nach dem Sinn ist dringlicher denn je. ‚Sinn’ wird zur Voraussetzung für Motivation – in allen Bereichen. Was liegt also näher als die Frage nach dem Sinn im Leben, dem Sinn im Business? „Das sind keine romantischen Fragen für Träumer. ‚Sinn’ ist das Ziel im Leben. Sich darauf einzulassen, ist die Herausforderung“, davon ist Stefan Dudas überzeugt. Der Business-Experte für Sinngebung spricht in seinem neuen Buch „VOLL SINN“ Klartext.

Provozierend und berührend, humorvoll, aber immer tiefgründig zeigt der Autor, wie jeder von uns mehr Sinn in sein Leben bringen kann – im privaten wie beruflichen Umfeld. Mit zu Wort kommen im Buch sechs Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft, die erklären, wie sie mit dem Thema ‚Sinn’ umgehen – persönlich und unternehmerisch. Alle sind davon überzeugt: Wenn Montag bis Freitag nur als Plackerei und Verschwendung von Lebenszeit wahrgenommen wird, ist es höchste Zeit, etwas zu verändern. Schließlich geht es um nichts weniger als um unser Leben. Das macht VOLL SINN. Oder?

Buchinfo:

Stefan Dudas

VOLL SINN

Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen

264 Seiten, € 24,95

ISBN 978-3-8698-039-44

BusinessVillage Verlag

Dezember 2017

www.voll-sinn.com

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Business Verkaufen

Produktiver im Außendienst

Zeit ist ein demokratisches Gut. Jeder hat gleich viel davon. Eine Weisheit aus dem Zeitmanagement, die sich auch auf den Verkaufsaußendienst übertragen lässt. Jeder Verkäufer wie auch jeder Kunde hat gleich viel Zeit. Die entscheidende Frage im Außendienst ist: Wie nutzt ein Verkäufer diese Zeit am besten? Und vor allem: Für was – oder besser – für wen ist der Kunde oder Einkäufer bereit, einen Teil seiner Zeit zur Verfügung zu stellen. Auch wenn alle grundsätzlich gleich viel Zeit haben, wissen wir, dass Zeit heute generell ein wertvolles Gut ist. Zeit ist Geld! Und dementsprechend bewusst müssen wir alle mit ihr umgehen – mit unserer eigenen Zeit, aber ganz besonders auch mit der Zeit unserer Gesprächspartner.

Jeder kennt Menschen, die einfach zu viel reden. Ob Handwerker, die sich im gleichen Zuge beschweren, dass sie „nicht mehr rum kommen“. Ob der ehemalige Mitschüler, der beim Klassentreffen regelmäßig für Augenrollen sorgt. Oder der Außendienstler, der meint, er müsse seinen Kunden nur lange und gut genug zureden, dann klappt es schon mit dem Geschäft. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr – so auch beim ‚Quatschen’. Natürlich spricht nichts gegen Smalltalk, wenn der Kunde gerade dazu aufgelegt ist. Aber bitte nicht übertreiben. Gerade Einkäufer schätzen es, wenn Außendienstler im Gespräch auf den Punkt kommen – im Idealfall auch noch auf den wichtigsten. Und noch besser ist es, wenn ein Verkäufer bei der telefonischen Terminvereinbarung bereits ein Zeitfenster vorgibt: ‚Heute möchte ich mich mit Ihnen 30 Minuten über X unterhalten.’ Selbstverständlich sollte sein, dass diese Zeit dann auch eingehalten wird. Umso mehr Vertrauen schenken Kunden dem Verkäufer, was auch zukünftige Terminanfragen erleichtert.

Vom Telefonieren und der Tourenoptimierung

Das Telefon ist im Außendienst mehr als nur Mittel zum Zweck. Vieles lässt sich telefonisch erledigen – nicht nur die Terminabstimmung. Vielleicht muss ein persönlicher Termin ja auch gar nicht zwangsläufig stattfinden, wenn das Telefonat mit dem Richtigen geführt und entsprechend gut vorbereitet wird. Tatsächlich möchte nicht jeder Kunde so oft besucht werden, wie Verkäufer sich das vielleicht vorstellen – oder ‚schon immer’ praktizieren. Ein klärendes Gespräch mit dem Kunden, wie dieser sich eine Zusammenarbeit im Idealfall wünscht, ist hilfreich. Sollte es ein Außendienstler selten schaffen, alle Angebote zu präsentieren, so ist zu überlegen, wie dennoch all das verkauft werden kann, was möglich und passend ist. Lösung könnte die regelmäßige Überprüfung und Überarbeitung der Tourenplanung sein. Viele Verkäufer fahren über Jahre hinweg immer die gleichen Kunden an. Da weiß man was passiert und im Großen und Ganzen klappt das auch ganz gut. Aber: Abseits der vertrauten Route gibt es ebenfalls potentielle Kunden. Fragen, die sich in diesem Zusammenhang lohnen:

  • Werden alle Kunden so besucht, wie es aus Ihrer Sicht sinnvoll ist?
  • Können eventuell manche Kunden seltener besucht werden?
  • Sollten einige Kunden intensiver betreut werden – vielleicht sogar wöchentlich?

In letzterem Fall ist es denkbar, den Kunden abwechselnd persönlich zu besuchen und beim nächsten Mal nur zu telefonieren. Schließlich gibt es nicht nur wirklich erklärungsbedürftige Produkte, sondern auch typische Verbrauchsartikel, die jeder Kunde kennt. Das macht dann das Verkaufen erheblich einfacher, da der Verkäufer auf weniger Widerstände trifft. Der Kunde hat Vertrauen zu dem Produkt – jetzt geht es nur noch um Menge und Preis. Vor dem Griff zum Telefon ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Die richtige Menge ist die, die für den jeweiligen Kunden innerhalb einer angemessenen Zeit aufgebraucht wird. Viele Kunden sind aber auch der Meinung, dass Ware – zumindest bestimmte – nicht schlecht wird. Sie wollen folglich große Mengen kaufen. Es lohnt also, als Verkäufer auch einmal mutig zu sein und mit großen Zahlen zu arbeiten. Vom geringen Mut eines Verkäufers wird sonst der Mitbewerber profitieren; denn Kunden, die kaufen wollen, kaufen auch – wenn nicht hier, dann woanders.

Konzentration auf Gesprächsziele

Für viele Verkaufsverantwortliche ist die Vorbereitung ein notwendiges Übel. Wohl die große Mehrheit der Vertriebler verlässt sich lieber auf die eigene Intuition und Erfahrung – schließlich weiß man ja, was man verkaufen will … Doch wer sich nicht vorab genügend Gedanken macht, mindert erheblich seine Auftragschancen. Besucht beispielsweise ein Außendienstler einmal im Monat einen Stammkunden, dann muss unterm Strich mehr dabei herumkommen, als nur Aufträge in der Höhe, wie sie der Kunde auch bei einer telefonischen Betreuung gemacht hätte. Denn nur um Aufträge „abzuholen“ ist der Außendienst zu teuer – und die Zeit des Kunden zu schade. In der heutigen Zeit darf es nicht mehr passieren, dass ein Verkäufer zum Kunden geht und sich mit der Einstellung „Na, mal sehen, was der Kunde heute so kauft!“ überraschen lässt. Im Rahmen der Gesprächsvorbereitung hat der Verkäufer zu planen, was der Kunde kauft – und welche Artikel er beispielsweise ansprechen muss, die schon länger nicht mehr von ihm gekauft worden sind. Leider merken es aber viele Verkäufer gar nicht, wenn der Kunde einzelne Produkte nicht mehr bestellt, so lange der Gesamtumsatz stimmt. Eine große Gefahr, denn anscheinend ist hier gerade ein Mitbewerber aktiv, der seine Artikel zu platzieren weiß. Produktiv zu sein bedeutet, klare Ziele zu formulieren, was bei dem Besuch erreicht werden soll. Denn die Gefahr ist groß, dass ein Verkäufer den Besuch vorschnell abbricht, wenn der Kunde ihn mit den Worten „Heute brauche ich nichts. Beim nächsten Mal wieder!“ begrüßt. Auch wenn Außendienstler es oft nicht glauben: Kunden lassen sich „erziehen“. Auch dahingehend, dass sie ihre Bestellung schon zum Termin fertig haben, um über Geschäftsentwicklung zu sprechen, und nicht gemeinsam durchs Lager zu laufen – und dann nachher für die Entwicklung keine Zeit mehr zu haben.

Verbindlichkeit und Eigenreflexion

Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch. Deshalb ist es sinnvoll, beim Beenden des Treffens einen möglichst konkreten Verbleib anzustreben. Das kann ein neuer Termin sein, oder eine To-Do-Liste mit dem Vermerk, wer macht was bis wann. Verbindlichkeit ist im Verkauf ein hohes Gut, das von Kundenseite geschätzt wird. Fakt ist: Wenn ein Verkäufer eine Zusage macht, dann muss er sich auch daran halten. Damit der Kunde sieht, dass seine Anliegen ernst genommen werden, sollte der Verkäufer auf seinen Unterlagen klar notieren, was er nach dem Gespräch unternehmen wird. So hat der Kunde das Gefühl, dass sich der Verkäufer darum kümmert – schließlich hat er es sich ja sogar aufgeschrieben. Ebenfalls ist es wichtig, dass sich Verkäufer auch die Zeit zur Reflexion nehmen. Was verlief während des Kundengespräches sehr gut – was weniger? Verkäufer haben die Verantwortung, stets besser zu werden, damit sie besser als ihre Mitbewerber sind.

Wie war das mit der Zeit noch mal? Vergangene Minuten kommen nie wieder. Sie sind endgültig verloren. Vielleicht haben wir noch viele vor uns, vielleicht auch nicht. Keiner weiß es. Umso wichtiger ist es, mit der begrenzten Zeit sinnvoll und wertschätzend umzugehen. Verantwortung für das zu übernehmen, was wir machen – und was wir nicht machen. Verkäufer im Außendienst stehen im Dienst ihrer Kunden und ihres Unternehmens – das ist ihr Job. Doch sie haben auch das Recht, sich klar für eigene Ziele und Wünsche zu entscheiden und sich folgende Fragen zu stellen: Bringt uns das, was wir machen, wirklich weiter? Hilft es uns, unser Leben zu leben – oder helfen wir letztlich einem Anderen, sein Leben besser zu leben? Was Aufgabe von Verkäufern ist! Natürlich müssen diese Ziele erreichen – aber stimmt das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen? Zeit und Geld stehen übrigens in einem sehr engen Verhältnis. Denn mit Geld kann man Zeit sparen. Und die gewonnene Zeit können wir dann wieder für andere gewinnbringende Aktionen nutzen. Produktiv zu sein, lohnt sich also nicht nur, sondern macht das Leben auch für alle Beteiligten angenehmer.

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Musik liegt im Vertrieb

Die Musik im klassischen Sinn ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Instrumente, verschiedener Menschen, mannigfacher Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sie klingt nur dann wundervoll, wenn Musiker ihr in all ihren Facetten gerecht werden. Wie im Orchester, gilt es auch im Verkauf, sich richtig auf den Kunden und das Gespräch einzustimmen. Das gelingt am besten mit einer wirkungsvollen Komposition aus Ratio und Emotionen.

„Den rationalen und bewussten Kunden gibt es nicht. Viele Kaufsignale eines Produkts oder einer Dienstleistung werden vom Gehirn in direktes Kaufverhalten umgesetzt, ohne dass das Bewusstsein des Kunden etwas davon mitbekommt. Produkte oder Dienstleistungen, die keine Emotionen auslösen, sind für das Gehirn wertlos“, ist sich Diplom-Psychologe Dr. Hans-Georg Häusel sicher. Umso wichtiger ist es für den Verkäufer, die komplexen Zusammenhänge zwischen Vernunfts- und Gefühlswelt leichter einzuordnen sowie in seiner Verkaufstechnik anzuwenden.

Vier von acht – die Ouvertüre der Extraklasse

Verkäufer haben auf der technischen, von Zahlen geprägten Seite immer weniger Spielraum. Viel zu viele Wettbewerber bieten vergleichbare Produkte zu vergleichbaren Konditionen an. Umso wichtiger ist es, dass Verkäufer ihre emotionalen Werkzeuge schärfen. Wer zukünftig im Vertrieb Erfolg haben will, braucht neben einem gut geschnürten „technischen Paket“ vor allem empathisches Charisma. Dafür ist eine stimmige Verbindung zwischen Rationalität und Emotionen gefragt. Der folgende Auszug in vier Sätzen bietet einen Überblick über den ratiomotion® 8E Verkaufsprozess. Das Verkaufsgespräch bleibt damit nicht nur eine Aufführung, sondern avanciert zu einem Konzert der Extraklasse.

  1. Satz: Engagement zeigen

Engagement  ist ein Begriff, der gerne verwendet wird, wenn es um den persönlichen Einsatz für eine Sa­che geht. Zugleich ist er eine wesentliche Grundlage des kompletten Vertriebs. Ob ehrenamtlich oder im Beruf – wenn das Feuer in uns tatsächlich brennt, empfinden wir die Anstrengung dabei durchaus als leicht. In der Musik ist Engagement doppeldeutig zu ver­stehen: Auf der einen Seite bezeichnet es die vertragliche Verpflichtung eines Künstlers, beispielsweise als Mitglied eines Orchesters, auf der anderen Seite ist es die persönliche Leidenschaft des Musikers. Sie lässt ihn Tag für Tag und oft stundenlang üben. Schließlich möchte er sein Leistungsniveau halten und sich weiterentwickeln. Was würde wohl passieren, wenn Verkäu­fer mit dem gleichen Engagement, das sie manchmal beim Kunden an den Tag legen, an ihren eigenen verkäuferischen Fähigkeiten arbeiten? Erst wenn der innere Antrieb stimmt, können herausragende Ergebnisse erzielt werden. Das ist in der Musik und im Verkauf ähnlich. Nur wenn wir motiviert sind und das lange bevor wir beim Kunden sitzen oder ein Konzert geben, werden wir erfolgreich sein. Nur wenn Verkäufer sich selbst in einen guten Zustand versetzen können, werden sie auch ihrem Gesprächspartner ein positives Gefühl vermitteln. Nur wenn sie willens sind, sich immer wieder vorzubereiten, auf den jeweiligen Kun­den, die Situation und die gemeinsamen Ziele, sind sie auch in der Lage, Ab­schlüsse zu machen.

  1. Satz: Erwartungen erfüllen

Stellen wir uns Zuschauer vor, die im Konzertsaal sitzen: Der Vorhang wackelt gerade ein wenig und weckt die Erwartung, dass er bald auf- und es bald losgeht. Selbstverständlich wird erwartet, dass sich dahinter das Orchester befindet. Und auch beim Stück selbst, erweckt die Ouvertüre, in der die Hauptthe­men angespielt werden, die Erwartung des Zuhörers auf mehr. Nicht viel anders ist es im Verkauf: Gelingt es einem Verkäufer nicht, im Kopf des Kunden eine Erwartung zu er­zeugen, die ihn neugierig macht, wird es im weiteren Verlauf des Verkaufsge­sprächs schwierig. Worauf soll sich der Kunde denn freuen? Kunden wollen zumindest die Aussicht auf eine bestmögliche Lösung, so­zusagen den Fortschritt – ob persönlich oder beruflich – haben. Eine zentrale Aufgabe jedes Verkäufers ist es daher, neue Perspektiven zu eröffnen und die Aussicht zu erzeugen auf etwas Neues, etwas Anderes. Verkäufer, die diese Er­wartung nicht nur initiieren, sondern inszenieren, heben die Bezie­hung zum Kunden auf ein ganz anderes Niveau. Vom Produktverkauf über den Lösungsverkauf wird der Verkäufer der neuen Generation immer öfter zum „Sales-Client-Coach“. Er ist nicht mehr nur Berater, sondern erkennt Ursachen sowie Wirkungszusammen­hänge der Kundensituation und kann darauf aufbauend als Ideenlieferant und Impulsgeber wirken. Letztendlich erfüllt er die Hoffnung und Erwartung des Kunden, dass er der richtige Gesprächs- und Geschäftspartner ist.

  1. Satz: Engpass identifizieren

Schmale Stelle, Durchgang, Durchbruch – die ursprüngliche Be­deutung des Wortes Engpass ist uns vertraut. Ebenso kennen wir den Be­griff in seiner übertragenen Bedeutung als Barriere oder Mangelerscheinung. Im Verkauf ist ein Engpass et­was, das Kunden hemmt, das sie als Mangel empfinden und dessen Be­seitigung sie erfolgreicher oder glücklicher machen könnte. Engpässe sind die Quelle der wirklichen Kundenwünsche. Deshalb ist es Aufgabe des Verkäufers, diesen Engpass, der das eigentliche (Wunsch-)Motiv des Kunden ist, mit viel Geschick und Metho­dik herauszufinden. Auch Musiker beschäftigen sich vor einem Konzert oder Auftritt intensiv mit der Ti­telauswahl, dem Repertoire des Abends, um die Bedürfnisse ihres Publikums zu befriedigen: „Was wollen die Leute hören? Wie kann eine möglichst hohe Begeisterung erreicht werden? Und welche Töne gilt es zu finden, damit die Musik richtig anklingt?“ Übertragen und essentiell auf den Verkauf komprimiert, heißt das: „Was ist beim Kunden nicht oder nicht ausreichend vorhanden? Wovon braucht er mehr?“ Derjenige, der Probleme für Kunden am optimalsten löst, ist letztendlich der Gewinner und darf auf wei­tere Aufträge hoffen. Motive sind also Antriebe, die zur Entscheidung führen. Einkäufer kaufen nicht nur nach dem Preis, auch wenn es oft so wirkt. Sie kaufen bei dem Anbieter, bei dem sie ihre wirklichen Beweggründe (Prestige, Macht, Verhand­lungsergebnis, Anerkennung, Sicherheit, Abwechslung, Spontaneität etc.) realisiert sehen. Deshalb nehmen erfolgreiche Verkäufer die Suche nach dem Eng­pass, den Kaufmotiven ihrer Kunden auf, um die Verkaufsbühne so richtig zu rocken.

  1. Satz: Entwicklung antreiben

Faszinierte Zuhörer eines Konzerts rufen Zugabe oder geben den Musikern Standing Ovations. Sie sind rundum begeistert und drücken dies gerne aus. Auch Verkäufer sollten täglich nach dem Applaus ihrer Kunden streben. Deshalb gehört zur Entwicklung im Verkauf das Spielen auf der Klaviatur der Kundenbe­geisterung. Entwicklung bedeutet zum einen die zugesagten Leistungen zuverlässig abzuliefern, zum anderen, die Kundenbeziehung weiter auszubauen. Wird bei erste­rem eher die Ratio bedient, bezieht sich der zweite Bereich stärker auf die Emotionen. Es geht also nicht nur um Kundenzufriedenheit durch eine reine und inzwischen fast selbstverständliche Leistungserbringung, sondern um positive Emotionen, wie Neugierde, Überraschung und Spaß. Kunden als selbstverständlich zu betrachten, ist ein großer Fehler so mancher Verkäufer. Der Wettbe­werb schläft nicht und lauert meist nur darauf, bis der Konkurrent nachlässig wird. Wer im Hinblick auf die Kundenbeziehung nachlässt, verpasst nicht nur wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten, sondern stagniert meist in allen Bereichen. Es gilt, auch nach dem Verkaufsabschluss einzigartig zu bleiben. „Wie können Kunden auf kreative Weise an das Unternehmen gebunden werden?“. Die wiederkehrende Beantwortung dieser Frage stellt eine nachhaltige Entwicklung sicher. Erfolgreiche Verkäufer begeistern durch eine zuverlässige Umset­zung und hören auf Zwischentöne. Sie gleichen aufgekommene Disso­nanzen zwischen den Erwartungen des Kunden und der realen Umsetzung durch ihre Persönlichkeit aus. Auf diese Weise geben sie ihrem Wettbewerb erst gar keinen Spielraum für Störsignale.

Schritt für Schritt: Der ratiomotion® 8E Verkaufsprozess
Schritt für Schritt: Der ratiomotion® 8E Verkaufsprozess | Quelle: Musik liegt im Verkauf, Ralf Koschinski 2015

Jeder Verkäufer hat die Möglichkeit, sein Gegenüber zu beeindrucken, für sei­nen Kunden wichtig und prägend zu sein. Er kann ermutigen, inspirieren und den Käufern andere, neue, emotionale Erfahrungen bereiten. Wenn im Vertrieb tatsächlich Musik liegen soll, ist das verbindende Element zwischen Rationalität und Emotionen gefragt. Nur wer selbst berührende Emo­tionen sendet, erreicht sein Gegenüber. Dann kommt neben der Vernunft und allen logisch sinnvollen Elementen auch der wichtige emotionale Part nicht zu kurz und aus einer Aufführung wird ein (Verkaufs-)Konzert der Extraklasse.

Musik liegt im Vertrieb

Kunden emotional erreichen

von Ralf Koschinski

200 Seiten, Broschur

€ 29,95

ISBN 978-3-648-06724-6

Verlag: Haufe

Erscheinungstermin: Mai 2015

 

Ralf Koschinski ist Experte für Vertriebsmeisterschaft und Führungserfolg im Technischen Vertrieb. Als Coach, Trainer und Speaker hilft er, Verkaufserfolge deutlich auszubauen und Unternehmensziele mit werteorientierter Führungskompetenz schnell zu erreichen. Dies gelingt dank maßgeschneiderter Entwicklungsprogramme, effektiven Intervallschulungen sowie praktischen Anwendungstrainings anhand eigener Produkte und Dienstleistungen. Die von ihm entwickelte ratiomotion®-Methode sorgt dafür, dass nach kürzester Zeit neue Erkenntnisse und Methoden in den Arbeitsalltag integriert werden. Weitere Infos – speziell auch zu den neuesten Vortragsthemen – unter www.ralf-koschinski.de

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Motivation & Erfolg Psychologie

Von und mit Walt Disney lernen: (Selbst-)Motivation macht erfolgREICH

Das Lustige Taschenbuch von Walt Disney feiert dieser Tage 50. Geburtstag. Mit fast 500 Bänden eine echte Erfolgsgeschichte. Jeder kennt es und viele lieben es. Ob jung oder alt, ob Kind oder Erwachsener, ob zum Lesen oder Vorlesen. Die Geschichten rund um Dagobert, Donald, Tick, Trick und Track und die Panzerknacker, haben sich erfolgreich in unsere Herzen gebrannt. Kaum vorzustellen, dass Walt Disney einst von einem Zeitungsredakteur gefeuert wurde, weil er in dessen Augen zu wenig Vorstellungskraft und Ideen mitbrachte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte er aufgegeben, oder? Walt Disney selbst ließ sich nicht entmutigen und zog mit viel Motivation sein Ding durch. Mit durchschlagendem Erfolg: Das Lustige Taschenbuch ist schließlich nur ein geringer Teil des heutigen Disney-Imperiums.

Tu, was du liebst…

Disney machte seine Passion zum Beruf. Ein Traum! Und irgendwie auch keiner! Oder? Denn eigentlich sollte doch jeder den Anspruch an sich selbst haben, genau den Job auszuüben, genau das Leben zu leben, das er oder sie eben gerne möchte. Der Alltag zeigt oft ein anderes Bild, auch das von Donald Duck aus dem Lustigen Taschenbuch. Er ist der Meinung: „Ein Job ist, wenn man etwas tut, was man hasst, damit man die Dinge bezahlen kann, die man nicht hasst!“ Wer hat sich ertappt, indem er bei diesem Zitat gerade geschmunzelt, aber auch zustimmend genickt hat?

..damit du liebst, was du tust!

Eine Frage, die sich jeder von uns regelmäßig stellen darf und sollte, lautet: „Ist das, was ich täglich tue, das Richtige für mich? Macht es mir Spaß, erfüllt es mich, ist es Leidenschaft und mehr als ein Beruf, ist es meine Beruf-ung?“ Ist es das nicht, sondern eher eine Last und Quälerei, müssen wir uns auf die Suche zurück zur Motivation machen. Warum haben wir diesen Job ursprünglich einmal gewählt? Was hat uns damals begeistert, dass wir unbedingt XY werden wollten? Indem wir uns auf unsere Ziele und Träume besinnen, finden wir das „Warum“ wieder. Das „Warum“, das uns morgens erneut beschwingt aus dem Bett kommen lässt und mit voller Power an unsere Projekte treibt. Denn wer liebt, was er tut, wird nie wieder in seinem Leben arbeiten!

Glück und Zufriedenheit sind Grundsteine für Erfolg

Wenn das „Warum“ hingegen absolut und unwiederbringlich verloren gegangen ist, ist es an der Zeit, sich eine neue Berufung zu suchen. Jeder sollte sich ganz individuell fragen: Was gefällt mir? Was sind meine Hobbies? Kann man damit Geld verdienen? Was ist mein Ziel und wie kann ich es erreichen? Schon Oscar Wilde wusste: „Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg.“ Das Berufsverständnis unseres geliebten Donald Duck sollten wir uns dabei natürlich eher nicht zum Vorbild nehmen. Aber mal ehrlich, wenn in Entenhausen immer alles glatt laufen würde und alle zufrieden wären, wäre es ja ziemlich langweilig. Im echten Leben jedoch sollten wir ganz für uns selbst entscheiden, was uns glücklich und zufrieden macht. Die folgenden sieben Tipps helfen dabei, den Weg hin zu mehr Erfolg, Glück und Zufriedenheit, eben einem rundum erfolgREICHEN Leben, zielstrebig zu gehen:

  1. Eine Vision haben

Wer nicht nur kurzfristig am Erfolg nippen will, sondern sein ganzes Leben erfolgREICH führen und sein möchte, muss eine ganz klare Vision vor Augen haben – ein „Big Picture“. Wir müssen unsere Vision sehen und fühlen können, mit jeder Faser des Körpers uns in unser eigenes Big Picture verlieben. Alles, was wir mit wahrer Leidenschaft verfolgen, ist keine Arbeit mehr, sondern Berufung. Unsere Gedanken und Emotionen müssen also für unser ganz persönliches, individuelles Big Picture, unsere Vision, brennen.

  1. Schmerz und Freude

Schmerz und Freude, oft auch aus dem Englischen übertragen „Pain and Pleasure“, sind zwei der größten Motivationsknöpfe. Warum? Weil wir Dinge aus zweierlei Motivation unternehmen: Einerseits, um Schmerzen und Ängste zu vermeiden (Pain). Oder andererseits, um Freude zu erhalten (Pleasure). Werden wir uns bewusst, welchen Preis wir zahlen, wenn wir nicht Vollgas geben und welchen Preis wir im Umkehrschluss erhalten, wenn wir wirklich Gas geben. Das motiviert und treibt an, fördert Aktivismus. Weg vom Schmerz, hin zur Freude!

  1. Probleme sind Chancen

Wir wachsen mit den Herausforderungen, die wir meistern. Je mehr Herausforderungen Menschen gemeistert haben, desto stärker wird deren Persönlichkeit, desto „stabiler“ werden sie. Probleme als Chancen anzusehen, als Möglichkeit, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, ist eine Lebensphilosophie – ein Gefühl, das uns heute und zukünftig besser macht.

  1. Autosuggestionen

Es mag verrückt klingen, aber ein oft unterschätztes Mittel zur erfolgreichen Selbstmotivation sind Autosuggestionen. Dabei generieren wir in unserem Kopf eine Art „hängende Schallplatte“, die wiederum unterbewusst unser Denken und damit unsere Motivation, unser Selbstbild verändert. Mit rund 60.000 Gedanken am Tag ist unser Gehirn ein echter Hochleistungssportler. Autosuggestionen sind letztlich eine unbewusste Programmierung  dieses Hochleistungssportlers und damit unseres eigenen Zustands sowie unserer Fokussierung.

Autosuggestionen zum Ausprobieren

Stellen Sie sich vor den Spiegel und probieren die Top Sechs Autosuggestionen einfach selbst aus, indem Sie sich diese immer wieder vorsagen, am besten laut und täglich:

  • Ich schaffe alles, was ich will!
  • Ich bin ein Sieger!
  • Ich ziehe Geld an wie ein Magnet!
  • Ich liebe mich und ich liebe Menschen!
  • Mein Reden und mein Sprechen überzeugen die Menschen!
  • „Mir geht es Tag für Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser!“ (Émile Coué)
  1. An sich selbst glauben

Glauben wir an uns selbst, an das, was wir können und lassen diesen Glauben von niemandem erschüttern, macht uns das wahrlich stark. Wer an sich glaubt, erntet Ergebnisse. Und Ergebnisse erhöhen wiederum den eigenen Selbstwert. Egal, was andere sagen, egal, ob manches noch nicht perfekt klappt: Jeder kann etwas erreichen! Egal, wo er heute steht. Die Devise: Glauben UND Machen!

  1. Den Blick immer nach vorne richten

Wer voll eingespannt ist, hat gar keine Zeit über Vergangenes zu jammern oder zu sinnieren. Ein straffer Terminplan hilft, schlechtere Erfahrungen durch Neues wett zu machen und keine Gedanken mehr daran zu verschwenden: The show must go on!

  1. Kein Kopfkino – einfach machen!

Um dauerhaft motiviert und damit erfolgREICH sein zu können, müssen wir unser Kopfkino manchmal einfach abschalten. Wie das geht? Nach dem Motto „Tu es einfach!“. Wir legen uns dazu einen eigenen Plan an und ziehen diesen strikt und möglichst ohne Umwege durch. Umsetzen, umsetzen, umsetzen, umsetzen… Wer seinen Weg geht, kann dabei auch hinfallen, solange er anschließend sofort wieder aufsteht und weiterläuft. Kein Kopfkino also, sondern einfach machen!

Niemand ist erfolgREICH geboren – auch wenn wir und unser Gewissen uns das als Entschuldigung für nicht erreichte Ziele manchmal gerne einreden möchten. Trainieren wir also beharrlich unsere Motivation und damit unsere Soft-Skills, wie Disziplin, Ehrgeiz und Willensstärke, schlagen wir fast automatisch einen erfolgREICHen Weg ein. Und schreiben unsere ganz eigene Geschichte à la Walt Disney, der seine Passion zum Beruf machte, bis heute in seinem Werk weiterlebt und dadurch Freude pur verbreitet.

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Kommunikation Motivation & Erfolg

Ohne Kommunikation ist alles nichts!

Gibt es den einen wichtigsten Erfolgsfaktor? Landauf, landab sprechen wir immer wieder von einer Vielzahl an Möglichkeiten, die Firmen zu erfolgreichen Unternehmen oder Menschen zu Durchstartern machen. Eine klare strategische Ausrichtung, zielorientierte Führung, Kundenorientierung, Changemanagement, ein hoher Innovationsgrad sind nur einige davon … Wer sich mit Erfolg auseinandersetzt, kommt um diese und ähnliche Begriffe nicht umhin. Am Ende des Tages macht zumeist ein optimales Zusammenspiel vieler Faktoren das Resultat aus. Und doch bleibt eine Grundfrage im Raum stehen: „Was ist die Basis des Erfolgs?“ oder: „Was ist der Mantel dessen, der darüber liegen muss, damit all diese einzelnen Faktoren in sich und zusammen funktionieren und Erfolg bringen?“ So banal es klingen mag: Es ist die Kommunikation!

1.000 Wörter pro Stunde

Ob Unternehmen oder Menschen – am Ende ist es so, dass Innovation, Change, Verkauf, Marketing, Führungsprozesse oder Strategien niemals ohne Kommunikation funktionieren! Man kann also durchaus sagen: Das Grundelement allen schöpferischen Handelns bildet die Kommunikation. Apropos Schöpfung: Selbst die Bibel lehrt uns zu Beginn des vierten Evangeliums: „Am Anfang war das Wort.“ Kann das Zufall sein? Wohl kaum! Kommunikation ist so etwas wie die Quelle und Basis aller Erfolge. Allein der enorme Stellenwert in unserem Alltag macht die herausragende Position von Sprache und Worten deutlich: Der durchschnittliche Mensch – egal ob Mann oder Frau – kommt auf rund 16.000 gesprochene Wörter pro Tag. Das sind 1.000 pro Stunde für alle, die während des Schlafens nicht reden. Oder 16 pro Minute. Und bei allen Pausen dann immer noch 0,2 Wörter pro Sekunde. Oder: Alle 5 Sekunden sagen wir etwas.

Katastrophenherd „mangelnde Kommunikation“

Die Frage nach der Wichtigkeit der Kommunikation kann durchaus auch beleuchtet werden, in dem wir vom Negativen ausgehen. Drehen wir die Perspektive einmal kurz um. Denken wir nicht in Chancen, sondern in Gefahren. Und schon wird deutlich, das Kommunikation nicht nur eine Schlüsselwirkung für Erfolg innehat, sondern im Umkehrschluss, mangelnde Kommunikation, das Risiko zu Problemen, Krisen oder gar Katastrophen in sich birgt. Das eingehend erwähnte Challenger-Unglück und unzählige weitere große und kleine Katastrophen:  Über drei viertel aller Flugunfälle haben ihren Ursprung in falscher, mangelnder oder unklarer Kommunikation. Auch so gut wie alle Beziehungsprobleme tragen ihre Ursache irgendwo in einer schlechten, mangelnden Kommunikation oder einer sehr erheblichen Kommunikationspanne.

Kommunikation und Worte schreiben Geschichte(n)

Kommunikation ist aus der Weltgeschichte nicht wegzudenken und auch hier einmal mehr der Beweis, dass sie Quelle des Erfolgs ist. Wie hätte sich die Welt(-ordnung), die wir heute kennen, wohl entwickelt, wenn unsere Vorväter, unsere Urahnen nicht miteinander gesprochen hätten. Bleiben wir alleine in der jungen und jüngeren Geschichte: Was wäre passiert, hätten sich die Alliierten nach Ende des zweiten Weltkrieges nicht an einen Tisch gesetzt und mit der Macht der Worte miteinander verhandelt? Wie hätte sich die Bürgerrechtsbewegung in den US-Südstaaten ohne die großen Worte und Reden des Aktivisten Martin Luther King entwickelt – „I have a dream“ ist hier wohl sicher nur das bekannteste unter vielen. Ebenso Reagans „Mr. Gorbatschow, tear down this wall“ als Aufforderung zur Wiedervereinigung Deutschlands. Obamas „Yes, we can“ als optimistischer Blick in Amerikas Zukunft sowie acht Jahre später, das für viele eher negativ behaftete „Make America great again“ von Barack Obamas Nachfolger im Weißen Haus, Donald Trump. Worte und Aussagen, die – alle auf ihre Weise – etwas Großes bewirkt haben.

Kommunikation ist da, wo Menschen sind

Wo Menschen zusammenkommen, privat oder im Beruf, ist Kommunikation unverzichtbar und zumeist auch erwünscht. Paul Watzlawick brachte es mit den Worten „Man kann nicht nicht kommunizieren“ treffend auf den Punkt.  Oder hat schon einmal jemand versucht, auf die Fragen des Partners oder des Chefs mit Schweigen zu antworten? Deeskalierend ist das nicht! Kommunikation ist also nicht nur Schmiermittel jeder Beziehung, sondern auch Motor und Treibstoff zugleich. Wenn zwei Menschen oder auch mehrere beisammen sind, eine Beziehung jedwelcher Art – Mann und Frau, Freund zu Freund oder Chef und Mitarbeiter – pflegen, spielt zu weit über 80 Prozent die Kommunikation eine entscheidende, prägende Rolle. Oder anders herum gesagt, die Qualität dieser Beziehungen hängt zu weit über 80 Prozent von guter Kommunikation ab. Kommunikation ist also immer da, wo Menschen in Beziehung zueinander treten: Das ist einerseits zu Hause oder andererseits zwischen Kundenberater und Kunden, Verkäufern und Kunden beziehungsweise Mitarbeitern im Team und vielen mehr. Wollen wir diese Beziehungen auf- und ausbauen oder stärken, kommen wir um die Kommunikation nicht herum. Der Kommunikation das nötige Gewicht zu geben, zu überlegen, was gut ist und was positiv oder wie wir durch Kommunikation die Beziehung zu unserem Gegenüber prägen? Darüber nachzudenken, daran zu arbeiten, kann sich durchaus lohnen.

Es geht um Haltung…

Erfolgreiche Kommunikation beginnt eigentlich immer bei uns selbst. Die „drei“ wichtigsten Thesen des Kommunizierens sind Haltung, Haltung und nochmals Haltung: Die Haltung, die wir uns gegenüber haben, die Haltung, die wir zu unserem Gegenüber einnehmen und die Haltung, die wir der Situation gegenüber haben, prägen weitestgehend unsere Kommunikation. Sind wir zufrieden mit uns selbst und freuen uns auf unser Gegenüber, sind schon mindestens zwei Drittel der Miete „bezahlt“. Der Rest ergibt sich im Gesprächsgegenstand sowie der Begegnung an sich beziehungsweise, wie wir diese gestalten. Gesprächskultur, Präsenz, Fokussierung – die kleinen Dinge in der Wirkung kann man lernen. Eine positive Grundhaltung muss jedoch vorhanden sein.

… und ums einander verstehen (wollen)

Kommunikation nährt sich ähnlich einer Beziehung – der Übergang scheint oft fließend – aus einem ständigen Kennenlernen und Angleichen der Teilnehmer. Dabei ist es elementar, zu wissen, wer wir selbst sind, was unsere eigene Kultur prägt und ausmacht, wie unsere Sprache aussieht. Das ist wichtig, um dann den anderen kennenlernen, Unterschiede feststellen und sie akzeptieren zu können. Aber auch, um Gemeinsamkeiten zu sehen und diese zu betonen. Am Gemeinsamen können und müssen wir arbeiten, damit wir uns im Gespräch verstehen, statt aneinander vorbeizureden – denn das passiert leider viel zu häufig und kann (siehe oben) fatale Folgen haben. Niemand soll sich dabei aber verbiegen oder zwingend so verhalten, wie der jeweils andere. Es geht „schlicht“ darum, den anderen zu verstehen. In seinen Anliegen, seiner Artikulation, seiner Zielsetzung, seinen Werten, seiner Haltung. Das bringt uns einen großen kommunikativen Schritt nach vorne.

Drei grundlegende Aspekte gelingender Kommunikation:

  • Persönliche Haltung.
  • Präsenz zeigen und sich einlassen.
  • Ehrlich und offen artikulieren.

Exzellente Kommunikation für exzellenten Erfolg

Um das Ganze in den unternehmerischen Kontext zu setzen: Wenn ein Unternehmen Erfolg haben möchte, benötigt es begeisterte Kunden. Begeisterte Kunden wiederum brauchen engagierte Mitarbeiter. Und engagierte Mitarbeiter sind das Resultat hervorragender Führung. Wer also tatsächlich Erfolg haben möchte, braucht exzellente Kommunikation in der Führung und Mitarbeiter, die wertschätzend, wirkungsvoll und positiv kommunizieren können. Auch und gerade im Kontext der immer dominierenderen, elektronischen Kommunikationsmedien, der exponentiell zunehmenden Hektik und der noch vielfältigeren Zusammensetzung von oft multikulturellen Arbeitsteams, wird der Aspekt der beziehungsprägenden, menschlichen Kommunikation in Zukunft noch zentraler und erfolgsrelevanter.

Dass Kommunikation noch nie einfach war, ist unbestritten. Und sie wird im Zeitalter der Digitalisierung nochmals anspruchs- und bedeutungsvoller. Denn nur vom Menschen gesprochene Worte lösen beim Gegenüber Emotionen aus. Nicht zuletzt darum, weil sie eben von einem Menschen stammen und weil er eben gerade nicht mit dem Maßstab der absoluten Korrektheit Worte produziert. Genau deshalb ist es an der Zeit, unsere menschliche, gesprochene Kommunikation aufleben zu lassen. Denn ohne Kommunikation ist letztlich alles nichts!

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Aktuell Business Motivation & Erfolg

Erfolgsturbo im Wissenszeitalter

WIRtschaft heute: kooperativ, kollaborativ und kokreativ

Wettkampf als Standardmodus. Silodenken statt neuer Spielräume. Was uns bis hierher gebracht hat, bringt uns im neuen Zeitalter der Wissensgesellschaft nicht weiter! Kooperation statt Konkurrenz lautet die neue Devise. Der kokreative Austausch mit anderen ist der Erfolgsfaktor der Zukunft – und schafft ganz nebenbei ein besseres Arbeitsklima. Besonders wichtig dabei: ein neues Mindset. Wissen teilen. Unterschiedliche Perspektiven nutzen. Diversität leben. Und gemeinsam gewinnen.

Hierarchische Strukturen, ergebnisorientierte Karrierepfade, konkurrierende Zielvereinbarungen und der Kampf um Budgets oder Leistungszulagen laden dazu ein, sich abzugrenzen und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Da kann es leicht passieren, dass wir den Überblick verlieren und vergessen, dass wir – ob wir es wollen oder nicht – stets Teil eines größeren Systems sind. Die Familie, die Nachbarschaft, der Verein, unser Projektteam, das Unternehmen und natürlich auch die WIRtschaft. Manche Systeme können wir uns aussuchen, zum Beispiel in welchem Verein wir uns engagieren oder in welchem Unternehmen wir arbeiten. Zu manchen Systemen, beispielsweise unserer Familie, gehören wir einfach dazu. Beides eine gute Basis, um sich mit Kooperation als Erfolgsmodell zu beschäftigen.

Effizienter Hybridantrieb (1)

Die Natur hat uns Menschen alles mitgeliefert, was wir brauchen, um kooperativ erfolgreich zu sein. Schon unser Körper ist ein Wunderwerk aus unterschiedlichsten Organen, die wunderbar kooperieren. Jedes tut seine Arbeit und stimmt sich mit den anderen so ab, dass der gesamte Körper, dessen Teile sie sind, optimal funktioniert. Der renommierte Medizinprofessor, Psychotherapeut und Autor des Buches „Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren“ Joachim Bauer belegt mit seinen neurowissenschaftlichen Forschungen, dass wir in erster Linie auf soziale Resonanz und Kooperation angelegte Wesen sind. Die Natur hat uns eine Art Hybridantrieb mitgegeben, der uns erlaubt, in der Gemeinschaft zu leben, gleichzeitig aber auch eine eigene Identität zu entwickeln und persönlich zu wachsen. Stellen wir uns dazu ein Fahrzeug vor mit je zwei Rädern auf der linken und rechten Seite. Jede Seite wird von einem eigenen Antrieb gesteuert. Der Konkurrenzantrieb treibt die rechten Räder an, der Kooperationsantrieb die linken Räder. Es kann immer nur einer von beiden genutzt werden. Nutzen wir den linken Antrieb, wird

das Fahrzeug eine Rechtskurve machen, nutzen wir den rechten Antrieb, wird sich das Fahrzeug nach links bewegen. Der Sinn eines Hybridantriebs ist, je nach Situation den jeweils effizienteren Antrieb einzusetzen. Die Frage ist, stimmt unsere Bewertung noch, was der effizientere Antrieb ist oder folgen wir einfach weiter dem, was wir gelernt haben und was möglicherweise bisher als richtig galt. Sowohl unsere Erziehung als auch unsere Wirtschaftswelt lenken uns in die Richtung, dass Konkurrenz vor allem in Leistungssituationen der erfolgversprechendere Antrieb ist.

Was uns bis hierher gebracht hat, bringt uns nicht weiter

Darwins Evolutionstheorie wird gerne als Begründung genannt, dass Konkurrenz erfolgversprechender ist als Kooperation. Allerdings beruht diese Annahme auf einem Übersetzungsfehler. Darwin sprach vom „Survival of the fittest“. Wer das als „Gesetz des Stärkeren“ interpretiert, übersetzt „fit“ im Sinne von körperlicher Fitness, also Stärke oder Schnelligkeit. Tatsächlich bedeutet das englische Verb „to fit“ in diesem Zusammenhang auf Deutsch „passen“, im Sinne von Passgenauigkeit. Die Evolutionstheorie sagt aus, dass Derjenige überlebt, der sich besser an die Umweltbedingungen anpassen kann. Den Dinosauriern gelang das nicht und sie starben aus. Aber bis dahin dominierten sie die Welt. Wenn wir die letzten 250 Jahre analysieren, deutet Vieles darauf hin, dass im Industriezeitalter Konkurrenz tatsächlich das erfolgversprechendere Verhalten war. Die Arbeitsteilung führte dazu, dass Teams und Abteilungen sich wenig für die externen Beziehungen und Zusammenhänge zu interessieren brauchten und sie deshalb ignorierten. Trotz aller Bemühungen, dieses Vorgehen durch Matrixstrukturen und Projektarbeit aufzuweichen, werden Machtbereiche immer noch gehütet und dafür gesorgt, dass sich Wissen nicht unnötig verbreitet. Und das gar nicht aus bösem Willen, sondern weil wir es einfach so gewohnt sind und es uns schwerfällt, davon abzuweichen. Wettbewerb bringt uns dazu, blindlings ohne nach rechts und links zu blicken, Zielen nachzujagen, sofern sie uns Wohlstand und Ansehen versprechen – selbst dann, wenn wir inhaltlich gar nicht dahinterstehen oder es uns und anderen sogar schadet.

Wettbewerb entfremdet, beschränkt und stresst

Wettbewerb macht unzufrieden und krank. Wettbewerb erzeugt Leistungsdruck, weil Menschen sich anstrengen, zu den Gewinnern zu gehören. Dauernder Leistungsdruck erzeugt chronischen Stress. Stress führt dazu, dass wir uns fokussieren und dank des Adrenalins sogar schneller, besser und effizienter werden. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Aufgaben so effizient und schnell wie möglich zu erledigen. Das Resultat: Wir bekommen den Tunnelblick. Wir fixieren uns darauf, unsere Aufgaben alleine zu bewältigen. Der Blick über den Tellerrand, der Austausch mit anderen, die Frage nach gegenseitiger Unterstützung wird zweitrangig. Die ohnehin vorhandene Tendenz zum Einzelkämpfertum wird dadurch noch verschärft. Erschreckend daran ist, dass wir das Abschottungs- und Wettbewerbsspiel immer weiter mitspielen, obwohl wir spüren, dass es unangenehme Nebenwirkungen hat. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Wir glauben, das sei der erfolgreichere Weg zum Erfolg.
  2. Wir haben das Einzelkämpferdasein so gut trainiert und verinnerlicht, dass wir uns nicht vorstellen können, wie es anders geht.
  3. Wir sehen in unserem aktuellen Umfeld keinen Spielraum, anders zu handeln.

Betrachtet man die Arbeiten des 1986 verstorbenen Professors für Psychologie Clare W. Graves, ist das Pendeln zwischen einer mehr ICH- und einer mehr WIR-bezogenen Perspektive wohl ein normaler Pfad menschlicher Entwicklung. Die Weiterentwicklung auf der WIR-Ebene, das heißt der Frage, wie wir unser Leben im Zusammenspiel mit anderen gestalten, ist nur möglich, wenn wir uns individuell weiterentwickeln und mehr Eigenverantwortung übernehmen. Das haben wir dank der stärkeren ICH-Bezogenheit in den letzten Jahren sicher gelernt. Jetzt gilt es, die Eigenverantwortung in den Kontext des WIRs zu stellen, von dem wir nun einmal ein Teil sind und dessen Qualität auch immer unsere eigene Lebensqualität beeinflusst.

Kooperation ist auf dem Vormarsch

Um größeren und stärkeren Anbietern Paroli bieten und Kundenbedürfnisse besser befriedigen zu können, setzen viele kleine Unternehmen bereits auf Kooperation. Seien es eher klassische Ansätze, wie Werbegemeinschaften oder innovative Projekte, wie das Kiezkaufhaus in Wiesbaden. In diesem gemeinsamen Onlineshop der lokalen Hersteller und Einzelhändler in Wiesbaden, können die Kunden alles unter einem Dach bestellen und bekommen die Ware noch am selben Tag per Fahrradkurier in Pfandtaschen geliefert. Und natürlich verstehen auch die großen Unternehmen schon lange, dass es wirtschaftlich ist, zu kooperieren. Das Co-Branding, also das gemeinsame Auftreten zweier Marken, wie zum Beispiel beim Jacobs Cappuccino Milka, gehört für uns Verbraucher heute zum Alltagsbild. Doch wie bereits erwähnt: Jede Kooperation ist am Ende nur so erfolgreich, wie die kooperativen Fähigkeiten der Menschen, die daran beteiligt sind.

Effizienter Hybridantrieb (2)

Erinnern wir uns daran, dass die Natur uns einen Hybridantrieb mitgegeben hat. Es liegt in unserer Hand, wie wir ihn nutzen. Erlauben wir unserem auf Konkurrenz gepolten Autopiloten die Führung zu übernehmen, lenkt uns das immer wieder in die Vergangenheit. Mit Achtsamkeit, Einsatz- und Lernbereitschaft können wir gegensteuern. Und wir werden nicht nur erleben, dass wir persönlich erfolgreich sind, sondern darüber hinaus gemeinsam gewinnen. Wirtschaft wird es auch in Zukunft geben. Ich bin der Meinung, dass das WIR in WIRtschaft kein Zufall ist. Sonst würde es ja Ichtschaft heißen. Auch die Definition von WIRtschaft steht dieser Idee nicht entgegen. Denn WIRtschaft steht für die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die einer planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Die Herausforderung ist, dass wir dem WIR in WIRtschaft endlich einen Sinn geben.

Die W.I.R.-Formel: W wie Wertschätzung

Wertschätzung ist eine innere Haltung anderen gegenüber, die von Achtung, Bewunderung und Respekt geprägt ist. Echte Kooperation funktioniert nur auf Augenhöhe und Wertschätzung ist das Fundament dafür. Auf Basis der Frage „Lohnt sich das?“ treffen wir nicht nur betriebswirtschaftliche Entscheidungen, sondern entscheiden auch, wie wir uns verhalten. Demnach wählen wir bestimmte Verhaltensoptionen nur, wenn wir ihren Wert aufgrund der angemessenen Bewertung von Aufwand und Nutzen als lohnenswert einschätzen. Darüber hinaus hat jeder Mensch natürlich persönliche Werte, die er weitestgehend intuitiv anwendet. Sie sind unmittelbar mit unserem Denken, Fühlen und Handeln verknüpft und haben deshalb für uns eine existenzielle Bedeutung. Es gibt individuelle Werte und geteilte Werte. Sie unterliegen einem Wertewandel, der durch Trends, gesellschaftliche Veränderungsprozesse und die persönliche Entwicklung angestoßen werden kann. Die Werte, die Menschen im Wissens- und Informationszeitalter schätzen, verändern sich ganz entscheidend.

Die W.I.R.-Formel: I wie Interessen maximieren

Kooperieren heißt, dass mehrere Beteiligte ihr Handeln so aufeinander abstimmen, dass sie ein Ziel erreichen, von dem alle Beteiligten profitieren. Das heißt, das eigene Verhalten nutzt sowohl uns selbst als auch der anderen Person oder sogar mehreren Menschen, einem Unternehmen usw. Kooperativ zu sein, bedeutet mehr, als einfach mitzuspielen und sich womöglich zu unterwerfen. Es bedeutet, mit seinen eigenen Vorstellungen präsent zu sein, diese auch beizutragen und zu nutzen. Das erfordert eine gesunde Selbsteinschätzung, eine gute Vorbereitung und das Verständnis, wie wichtig es ist, dass die eigenen Fähigkeiten und Ideen ins Spiel kommen. Bevor wir mit anderen zusammentreffen, lohnen sich folgende Fragen:

  • Welche Beweggründe habe ich, die Kooperation einzugehen?
  • Was kann und bin ich bereit, beizutragen?
  • Was sind meine Ziele?
  • Was muss passieren, damit ich die Kooperation als erfolgreich betrachte?
  • Welche Erwartungen habe ich an die anderen Kooperationspartner?
  • Wie muss die Zusammenarbeit aussehen, damit ich mich wohlfühle?

Die W.I.R.-Formel: R wie Reise

Kooperative Zusammenarbeit ist kein maschineller Prozess, sondern eine Reise, verbunden mit Wünschen, Hoffnungen, Emotionen, Überraschungen und Reisepartnern. Wenn man sich schon lange kennt und lange zusammenarbeitet, hört sich das wie der alljährliche Betriebsausflug an. Aber wenn wir uns auf kooperatives Neuland wagen, kommt das eher einer Expedition in unbekanntes Gelände mit unbekannten Begleitern gleich. Expeditionsreisen unternehmen wir, um etwas Neues zu entdecken. Wenn sie keine Überraschungen bereithielten, wären wir enttäuscht. Erfolgsversprechende Kooperationen bergen ebenfalls Überraschungen. Zum Glück! Wenn wir schon genau wüssten, was passiert, wo wäre dann der erhoffte Zugewinn, der neue Kooperationsraum?

WIRtschaft funktioniert weder mit Konkurrenzdinosauriern, die nur ihre egoistische Gewinnmaximierung im Blick haben, noch mit Mitläufern, die sich einfach dem Prinzip unterwerfen und sich mit dem begnügen, was andere ihnen zugestehen. WIRtschaft braucht Menschen, die in der Lage sind, in sowohl-als-auch zu denken, die sowohl Verantwortung für die Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse übernehmen als auch dafür, dass dies anderen nicht schadet. Wer bereit ist, sein Wissen und Können so einzubringen, dass es nicht nur ihm selbst dient, sondern dem übergeordneten Ziel, die Interessen möglichst Vieler zu befriedigen, wird im Informations- und Wissenszeitalter nicht nur erfolgreich sein, sondern vor allem auch von einem fairen und wertschätzenden Miteinander profitieren. Früher fraßen die Großen die Kleinen, dann überholten die Schnellen die Langsamen. Doch jetzt haben die Kooperativen die Nase vorn. Kooperative Zusammenarbeit verändert die Perspektive und eröffnet neue geschäftliche Spielräume. Viele Köpfe wissen einfach mehr als einer und stellen sich den komplexen Herausforderungen des Markts gemeinsam erfolgreicher als Einzelkämpfer.

Ulrike Stahl

So geht WIRtschaft!

Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.

168 Seiten, € 29,95

ISBN 978-3-96186-001-2

metropolitan Verlag, November 2017

* Silodenken macht Menschen müde. Als Gemeindekämmerin hat Ulrike Stahl das selbst erlebt. Ihren Erweckungsmoment hatte sie bei den Vereinten Nationen, wo Kooperation und Kollaboration weltweit Frieden, Recht und Wohlstand fördern. Seither hat sie bei über 2000 DAX-Unternehmen, Mittelständlern und Entrepreneuren die Dimensionen kooperativen Verhaltens erforscht. Als Professional Speaker inspiriert sie mit ihrem Credo: „Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ. So geht WIRTSCHAFT!“ www.ulrike-stahl.com

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Business Kommunikation Motivation & Erfolg

Öfter mal die Klappe halten!

Warum Verkäufer so viel reden – und trotzdem nicht überzeugen.

Viele Verkäufer texten ihre Kunden zu. Warum? Weil sie meinen, dass sie ihr Gegenüber so besser überzeugen können. Schließlich steigt doch mit jedem Wort die Chance, den Kunden zu erreichen und zu gewinnen, oder? Dass häufig das Gegenteil der Fall ist, wissen Verkäufer – zumindest wenn sie selbst schon einmal als Kunde einem Vielredner ausgesetzt waren. Aber wenn sie es im tiefsten Herzen besser wissen, warum reden sie in ihrer Rolle als Verkäufer dann nur so viel?

So manche Verkäufer haben sich noch nie Gedanken darüber gemacht, warum es sich wirklich(!) lohnt, ihr Kunde zu werden. Doch wenn selbst der Anbieter nicht weiß, warum es das Natürlichste auf der Welt ist, sein Kunde zu werden, was soll er dann sagen? In der Praxis kommen deshalb viele Verkäufer ins ‚Labern’. Sie erzählen Dinge, die den Kunden vielleicht interessieren, die er eventuell versteht und die möglicherweise relevant für seine Kaufentscheidung sind. Kaum ein Kunde wird offen das sagen, was er denkt, wie beispielsweise „Hören sie bitte auf, Dinge zu erzählen, die mich nicht interessieren!“. Auch wird kaum ein Kunde bei der Verabschiedung sagen „Bitte gehen Sie nicht! Sie haben mich noch nicht überzeugt“. Eher hat der Kunde viel früher – oft schon zu Beginn des Verkaufsgesprächs – für sich entschieden, dass das Geschäft mit hoher Wahrscheinlichkeit eh nichts wird und schaltet mental ab. Weil aber die meisten Kunden höflich sind, sagen sie dann Sätze wie „Schicken sie mir gerne ein Angebot“ oder „Wir werden das dann intern mal prüfen“ statt „Ich bin davon überzeugt, dass sie der falsche Anbieter sind“.

Kunden mehr zum Sprechen bringen

Um verkaufen zu können, muss ein Verkäufer wissen, was der Kunde wirklich will, braucht und bislang in diesem Bereich erlebt hat. Die Frage nach den bisherigen Erfahrungen im Bereich XY kann entscheidend dazu beitragen, die Werte und Einschätzung des Kunden zu erfahren. Fragt ein Anbieter von Webseiten beispielsweise „Welche Erfahrungen haben Sie denn bisher mit Webseitenprogrammierern gesammelt“, dann sprudeln manche Kunden mit Informationen richtig drauf los. Häufig benennt nun der Kunde von sich aus Erlebnisse, die für die beiderseitige Zusammenarbeit sehr wichtig sind. Hin und wieder sagen Kunden im Redefluss auch freiwillig, mit wem sie bisher zusammengearbeitet haben. Wer weiß, mit welchen Mitbewerbern der Kunde bisher Erfahrungen gesammelt hat, kann Preisbereitschaften davon ableiten, oder sie mutig von sich aus thematisieren. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der Kunde ausschließlich mit sehr günstigen Mitbewerbern zusammengearbeitet hat. Entweder will der Kunde es nun wirklich besser haben – und hat daher eine höhere Preisbereitschaft. Oder er weiß gar nicht, dass sein jetziger Gesprächspartner deutlich teurer ist – und hat möglicherweise deutlich niedrigere Erwartungen an das Investitionsvolumen.

Kunde muss anstrengungsarm folgen können

Für Anbieter sind viele Maßnahmen und Tätigkeiten und damit auch bestimmte Fachbegriffe selbstverständlich. Ein Kunde versteht diese aber nicht zwangsläufig. Die wenigsten Kunden werden sofort unterbrechen, sobald sie etwas nicht verstanden haben. Viele hoffen, dass sich das Puzzlebild noch ergeben wird – am Ende des Gesprächs. Das eigene Ego lässt es oft nicht zu, offen nachzufragen – schließlich sitzen vielleicht ja auch noch Kollegen mit am Tisch. Und die Chance auf einen guten Preisnachlass könnte ja ebenfalls sinken, wenn der Verkäufer erfährt, dass man doch nicht so tief in der Materie steckt, oder? Darum hören viele Kunden einfach geduldig zu. Verstehen sie aber zu wenig, werden sie in der Regel nicht kaufen. Müssen sie kaufen, werden Viele die günstigste Alternative wählen, da sie so für eine möglicherweise falsche Sache dann wenigstens nicht zu viel Geld ausgegeben haben. Verkäufer müssen sich Gedanken darüber machen, mit welchen Grafiken, Skizzen, Beispielgeschichten und Präsentationstechniken sie ihr Gegenüber derartig in das Verkaufsgespräch einbinden, dass aus dem Verkaufsgespräch ein Dialog wird – und nicht zwei Monologe. Das dazu mehr als drei Fragen binnen eines einstündigen Verkaufsgesprächs notwendig sind, ist klar. Vorausgesetzt natürlich der Verkäufer hat gute Fragen vorbereitet – sonst wird er sie nicht stellen können.

Jeder mit Umsatzverantwortung muss sich im Klaren darüber sein, dass es nicht entscheidend ist, was ein Verkäufer zu seinem Kunden sagt, sondern was der Kunde zu sich selbst sagt. Dies allerdings kann der Verkäufer entscheidend beeinflussen, wenn er sich immer wieder darüber Gedanken macht, wie er sein Gegenüber fesselt. Mit hohen Wortanteilen, langweiligen Präsentationen, wenig Nutzen und noch weniger guten Fragen wird dies nicht gelingen. Erst recht in einer Zeit, in der Kunden häufig deutlich selbstbewusster und klarer für sich sind, als vor 20 Jahren.

* Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des vielfachen Autors, Verkaufstrainers und Redners Oliver Schumacher. Seine Mission ist nicht nur, dass Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft erreichen, sondern auch dass Verkäufer in Zukunft einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert genießen. Der Mittvierziger arbeitete selbst über 10 Jahre überdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf für einen Markenartikler. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH). http://www.oliver-schumacher.de

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Kommunikation Motivation & Erfolg

Visuelles Kommunizieren macht die Dinge sichtbar

Viel geredet, aber nichts gesagt. Und noch viel weniger verstanden. Kommunikation gerät im Businessalltag schnell zur Sprechblase. Ideen und Strategien werden aufwendig erarbeitet, aber nicht immer können deren Inhalte so vermittelt werden, dass sich Kunden oder Geschäftspartner darunter wirklich das vorstellen können, was gemeint ist. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Das muss nicht sein. Denn mit dem Instrument der visuellen Kommunikation werden Themen nicht nur sichtbar, sondern gleichzeitig erleb- und verstehbar.

„Visuelle Kommunikation ist der Weg zum besseren Gespräch!“ Marko Hamel weiß, wovon er spricht, ist er doch überzeugter Verfechter der Visualisierung. Redet er über ein Thema, gehört der Griff zum Stift dazu. Um seine Gedanken zu skizzieren. Nicht mit Worten, sondern als Bild. Mit schnellen, einfachen Strichen zeichnet er seine Kernaussagen. Soll etwas einschlagen wie ein Blitz, dann wird automatisch auch ein Blitz gemalt, ein Berg, wenn Hindernisse auftauchen oder eine Straße mit Abzweigungen für mehrere mögliche Wege zur Lösung eines Problems.

Die direkte Sprache von Bildern

Dass unser Gehirn in Bildern denkt, ist schon lange bekannt. „Aber warum arbeiten wir dann nicht auch visuell und vermitteln Informationen gehirn-gerecht für andere?“ Diese Frage stellten sich Marko und Miriam Hamel in ihrer langjährigen Tätigkeit in Beratung, Vertrieb und Training von IT-Sicherheitssoftware immer wieder. Nur zu oft mussten sie feststellen, wie schwierig es ist, komplexe Sachverhalte nur über Text verständlich zu machen. Missverständnisse raubten viel wertvolle Arbeitszeit, zerstörten Vertrauen und verzögerten Entscheidungen. Als Konsequenz aus dieser unbefriedigenden Situation entwickelten sie die Visual Selling Methode.

Gedankentransfer

Die Visualisierung ist das direkteste Medium für einen Gedankentransfer. Die Vorstellung von etwas, das im eigenen Kopf herumgeistert, wird damit für sich selbst und die anderen Gesprächsteilnehmer sichtbar und kann genau in dieser Form abgespeichert werden. Das visuelle Festhalten von Gedanken und Ideen sorgt dafür, dass sich unser Gehirn viel besser daran erinnern kann. So lassen sich einmal besprochene Themen immer wieder weiterdenken. Im Meeting sorgt beispielsweise ein visuelles Protokoll dafür, dass der rote Faden nicht verloren geht und alle Aspekte mit aufgenommen werden können. Die im Kopf gespeicherten Bilder können von den Teilnehmern immer wieder aktiviert, aufgefrischt und hervorgeholt werden. Nicht nur Gedanken der Meinungsführer fließen ein, sondern auch die gewinnbringenden Ideen zurückhaltender Teilnehmer erhalten ihren Platz.

Visualisieren verbindet

Digitalisierung, neue Technologien, neue Arbeitswelten – der Umbruch ist allgegenwärtig und bewegt sich in rasanter Geschwindigkeit. Wie kann der Mensch diese Veränderungen positiv mitgestalten? Indem er die Innovation der visuellen Kommunikation für sich nutzt. In Geschäftsbeziehungen kann daraus ein echter Mehrwert erwachsen. Gesprächspartner verstehen sich auf einer neuen Ebene des visuellen Arbeitens. Natürlich stellt für einen Ungeübten das leere Blatt, die leere Fläche zunächst einmal die größte Hürde dar. Doch die Technik der visuellen Kommunikation lässt sich leicht und von jedermann/-frau erlernen und anwenden. Auf Papier und Flipchart ebenso wie digital am iPad und Whiteboard. Ganz nebenbei wird ein wertvolles Netzwerk geknüpft, weil unterschiedlichste Menschen mit gleicher Wellenlänge zusammentreffen.

Neuer Standard

Wie so oft gilt: Einfach den ersten Schritt tun, oder – um im Bild zu bleiben – die ersten Ideen skizzieren. In speziellen Workshops werden sowohl die Grundlagen vermittelt, als auch die Techniken verfeinert. „Jeder wird dort abgeholt, wo er ist. Egal, ob jemand ganz am Anfang steht und noch nie etwas visualisiert hat oder schon ein Experte ist“, zerstreut Marko Hamel etwaige Bedenken. Die Teilnehmer lernen mit dem Instrument der Visualisierung, live auf passende Bilder und Metaphern zu kommen, eine komplette Sales Story aufzubauen oder Strategien visuell zu erarbeiten. Das Ziel von Miriam und Marko Hamel ist klar „Die gemeinsame Erfahrung soll dazu beitragen, die visuelle Kommunikation als neuen Standard im Business zu etablieren.“ Schon jetzt bleibt davon kaum jemand unberührt. Wohl jeder hat bereits einmal mit dem Setzen eines Smileys klar signalisiert, dass nichts so todernst ist, wie es manchmal scheint.

Erlebniskongress Visuelle Kommunikation in Erfurt

Am 21./22. September 2017 findet in Erfurt im Palmenhaus der zweitägige Erlebniskongress Visuelle Kommunikation statt. Die Teilnehmer haben dabei erstmals Gelegenheit, Visuelle Kommunikation live mit Gleichgesinnten zu erleben. Nach einer Einstimmung im stilvollen Glasambiente am Netzwerkabend, stehen am zweiten Tag die Einführung in die Visuelle Kommunikation sowie der Key-Note-Vortrag auf dem Programm: Prof. Dr. Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein referiert über „Einfach genial entscheiden – mit Visualisierungen“. Es folgen Einzelworkshops für Anfänger und Fortgeschrittene, interaktive Unterhaltung „mitossy up your life“, Abschlusspräsentationen mit Prämierung und eine Podiumsdiskussion mit Experten aus Wirtschaft, Bildung und Praxis. Stadtspaziergang und Visuelles Feuerwerk gehören ebenso zum Programm, wie das Angebot der Kinderbetreuung. Nach dem Kongress sollen die Teilnehmer das Motto „Visuelle Unterstützung für jede Art von Gespräch – Gelingende Kommunikation aus Augenhöhe“ auch selbst anwenden können  http://visualselling.de/erlebniskongress/.

Über Autoren

Miriam und Marko Hamel sind Gründer und Geschäftsführer von Visual Selling – Die Strategieberatung für visuelle Kommunikation im Business (www.visualselling.de). Mit der gleichnamigen Methode unterstützen sie Organisationen dabei, Businessprobleme im Vertrieb, Marketing und Innovationsmanagement zu analysieren und im Team co-kreativ zu lösen. Unternehmen und Führungskräfte werden dazu befähigt, durch begleitende Live-Visualisierung am iPad auch komplexe Produkte, Dienstleistungen und Ideen neu zu denken und verständlich visuell darzustellen. Seit Februar 2016 nutzt beispielsweise die SAP, als größter europäischer Softwarehersteller, die Methode des Visual Selling für einen erfolgreichen Vertrieb im virtuellen Raum. Der Virtual Live Classroom ermöglichte es, bereits 600 Mitarbeiter global in der visuellen Kommunikation im Vertrieb auszubilden.

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Business Motivation & Erfolg

Strategien im Winter entwickeln!

Zuerst fallen die Blätter, dann verhüllt Nebel oder Schnee fast alles Leben in der Natur. Doch der Stillstand täuscht. Die Überwinterungsstrategien im Tier- und Pflanzenreich sind vielfältig: erstarren, schlafen, Farbe wechseln. Der Kälte an der Erdoberfläche wird Paroli geboten. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für neues Wachsen auf Hochtouren. Die Natur steht in den Startlöchern, um volle Kraft voraus loszuspurten, sobald die wärmende und Licht spendende Sonne wieder an Macht gewinnt.

Ob Wirtschaftskrise oder saisonale Ruhephasen, nahezu jedes Unternehmen in jeweder Branche erlebt mehr oder weniger ausgeprägt seinen „Winter“. Vorhersehbar oder nicht, oft genug entwickeln sich jahreszeitlich bedingte Flauten oder die allgemeine Rezession zur echten Krise. Nun hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass Krisen Chancen sind, dass wir mit Fleiß und positivem Denken aus dem Tief auch wieder herauskommen. Vorausgesetzt wir nutzen die – zugegeben – schwere Zeit sinnvoll!

strategie

Schwache (kalte) Zeiten nutzen

Wer die Entwicklung von Wirtschaftszahlen länger verfolgt, wird feststellen, dass nach der Schwärze am Himmel wieder Farbe für den Silberstreifen des gleichen verwendet wird. Wie sieht es aber in der Realität aus? Neben Kopf in den Sand stecken und Krise heraufbeschwören, ist auch das positive Denken häufig anzutreffen. Doch zeigt die Erfahrung, dass man im Alltag zwar viel von „Krise als Chance“ redet, aber dann doch nichts tut – außer hoffen, dass es schneller als befürchtet wieder aufwärts geht. Man predigt „Bescheidenheit“. Was bleibt auch anderes übrig als genügsam zu sein, wenn Geschäftsgang und Kassenstand tief sind? Wenn alles gut läuft, geht diese Strategie der Durchhalteparolen und Absichtserklärungen unter Umständen sogar auf. Aber dann haben wir wohl nichts gelernt. Und die nächste Krise im Wirtschaftsleben wartet bereits wieder wie ein Influenca-Virus. Nutzen dagegen Führungskräfte eine Krise wirklich, um das Unternehmen auf den bevorstehenden Aufschwung vorzubereiten, wird es auch für eine – der zu erwartenden Hochphase erneut folgenden – Abwärtszeit besser gerüstet sein. So wie sich die Natur wiederkehrend im Winter auf neues Gedeihen vorbereitet, sollten Unternehmen wirtschaftlich schwache Zeiten für die strategische Vorbereitung des künftigen Erfolgs nutzen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Was für die Natur gut ist, ist auch für den Menschen gut. Durch Ruhe und Entspannung wird z. B. das Gehirn sensibilisiert und kann neu auftretenden Stress schneller erkennen und besser vermeiden. So wie ein Umschalten nach der Arbeit auf „Wohlfbefinden“ notwendig für den Modus Work-Life-Balance ist, kann eine Reflexion des Geschäftsgangs zuweilen dienlich sein. Schließlich ist auch ein Unternehmen eine organische Organisation. Es tut ihm gut, wenn es sich im Winter (siehe oben) vom heißen Sommer etwas zurückziehen kann, um sich von den Strapazen zu erholen. Der erreichte Markterfolg fiel schließlich nicht vom Himmel. Einer Auslastung der Produktion gingen Analysen und Detailplanungen, Verbesserung und Rationalisierung voraus. Ein motiviertes Team hat gute Arbeit geleistet, womöglich Höchstleistungen erbracht.

Weitblick ist gefragt

Kommt nun eine Flaute, ist Weitblick gefragt. Führungskräfte sollten sich der Frage stellen „Wie kann das Unternehmen auch in und nach schlechten Zeiten erfolgreich bleiben?“. Unerfreuliche Auswüchse, in denen der Verkauf als Feuerwehrtrupp eingesetzt wird, um Umsatz auf Teufel komm raus zu generieren, können allenfalls kurzfristig wirken. Verantwortungsvolle Unternehmen dagegen sind sich bewusst und beherzigen, dass Zeiten, in denen nicht nur die Kuchenstücke in Form von Marktanteilen sondern vielleicht auch der ganze Kuchen kleiner wird, nichts für Schnellschüsse sind. Nutzen sie dagegen die Situation mit Besonnenheit und Vorausschau, können durch In-sich-gehen und Durchatmen die Weichen wieder auf Erfolg gestellt werden. So wie wir uns im Schatten vom Sonnenbad erholen. So wie sich die Natur in der kalten Zeit durch Rückzug auf die Regeneration vorbereitet. Wir alle – als Teil des großen Ganzen – brauchen das!

Keine verlorene Zeit

Die Zeit der Rezession sollte genutzt werden, sich Fragen zu stellen, neue Ziele zu formulieren und Strategien auszuarbeiten, wie diese erreicht werden können, um als Unternehmen dem Markt dann mit neuer, echter und tiefer Ehrlichkeit  gegenüberzutreten. Auch nach innen kann die etwas betriebsärmere Zeit Gutes bewirken. Mitarbeiter können sich erholen und wieder Kraft schöpfen. Statt noch mehr zu fordern, weil es gerade nicht so läuft, ist auch hier Ehrlichkeit und Muße angesagt. Anerkennung der erbrachten Leistung, Gewährung einer Pause, Motivation durch Schulung, Einbindung in die Findung und Erarbeitung neuer Konzepte – es gibt viele Möglichkeiten, jetzt Dinge zu tun, für die in Phasen der betrieblichen Hochkonjunktur keine Zeit bleibt.

Echtheit bietet Verlass

Natürlich gibt es wie so oft kein allgemeingültiges Rezept. Jedes Unternehmen muss individuell herausfinden, was zu ihm passt. Das kann eine Angebotsstraffung ebenso sein wie eine Sortimentserweiterung, eine Spezialisierung oder noch umfassendere Abdeckung eines bestimmten Marktsegments. Eine Neuausrichtung wird plötzlich vorstellbar, selbst wenn in der zurückliegenden Erfolgsperiode noch nicht daran gedacht wurde, weil sie eben aufgrund des Erfolgs nicht notwendig erschien oder als Notwendigkeit erkannt wurde. In Hochkonjunkturphasen wird leicht oberflächlich verfahren. Doch stellt sich der Erfolg nicht mehr automatisch ein, muss das Unternehmen einen echten Mehrwert und Nutzen bieten können. Fragen Kunden in wirtschaftlichen Sonnenphasen nicht immer so genau, welche Vorteile ein Kauf oder eine Zusammenarbeit bringt, kehrt sich das Verhalten in Schattenzeiten um. Nur mit wirklichen Alternativen lässt sich jetzt punkten. Nur noch Echtheit bietet Verlass. Das verlangt vielleicht etwas Geduld, aber bestellt den Acker für die nächsten Jahre.

Der Plan zur neuen Blüte

Ein Baum mit seinen kahlen Ästen erscheint leblos. Doch ein geschickter Plan hilft ihm, gut über den Winter zu kommen und im Frühjahr wieder neu auszutreiben. Nur sparsam verbraucht er während der kalten Jahreszeit die aus den abgeworfenen Blättern gespeicherten Nährstoffe. Die neuen Knospen sind bereits angelegt – mit allem, was im Frühjahr schnell wachsen soll: Neue Blätter und Blüten. Auch Unternehmen sollten in klammen Zeiten investieren. Wenn es nicht Geld sein kann, weil es aufgrund rückläufiger Geschäfte gerade daran mangelt, so ist vielleicht mehr Zeit verfügbar. Gut genutzt kann diese eine ebenso nutzbringende Investition darstellen. Betriebe, die sich in Zeiten kalter Konjunktur pflegen und vorausschauende Pläne schmieden, sichern und stärken sich gleichermaßen, um in der wärmenden Frühjahrsonne, wenn wieder ein Aufschwung zu spüren ist, mit neuer Kraft zu erblühen.

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Motivation & Erfolg

Der Fehler – dein Freund und Helfer

Erfahrungen sammeln und daraus lernen. 

Fehler haben ein negatives Image. Zu Unrecht. Dass unsere Welt und unser Leben heute so sind, wie wir es als selbstverständlich annehmen, beruht zu einem großen Teil auf dem Überwinden von Irrtümern und Fehlleistungen. Lernfortschritte bei Kindern werden sichtbar, weil sie vorher etwas falsch gemacht haben. Auch wenn dieser Zusammenhang später in den Hintergrund tritt, können Fehler lebenslang bei der Weiterentwicklung helfen.

In der Schule haben Fehler die unangenehme Eigenschaft, rot angestrichen zu werden und dadurch deutlich sichtbar zu sein. Nicht viel anders ergeht es Tellern oder Tassen, wenn sie in der Fabrik die Qualitätskontrolle durchlaufen: Kleine Kratzer oder Glasurfehler werden unbarmherzig markiert, die Teile zur Fehlware abgestuft und aussortiert. Läuft beim Computer etwas falsch, blinkt gnadenlos „error“ auf. Soll der Rechner wieder funktionieren, müssen die Ursachen für die Fehlermeldung gefunden, beseitigt und künftig vermieden werden.

FEHLER = HELFER

Fehler sind allgegenwärtig. Wir müssen mit ihnen leben. Damit sie ihren Sinn und Zweck erfüllen und nicht die Oberhand gewinnen, liegt die Konsequenz darin, aus ihnen zu lernen. Nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip hat auch jeder Fehler eine Auswirkung. Die Folge daraus: Versuchen, es besser zu machen, indem wir uns Fehler als Helfer zunutze machen. Optisch gelingt dies ganz einfach. Werden wie beim Scrabble-Spiel die sechs Buchstaben E E F H L R  zu Wörtern gefügt, kann daraus sowohl FEHLER als auch HELFER entstehen, ein Anagramm. Ein kleiner Buchstabendreher macht aus dem vermeintlich Bösen etwas Gutes. Der Fehler wird zum Helfer.

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“  Dietrich Bonhoeffer

Fehler machen bedeutet Erfahrung sammeln

Man muss nicht unbedingt jeden Fehler selbst machen, auch aus fremden Fehlern lässt sich lernen, indem das Richtige aus dem Falschen herausgearbeitet wird. Durch gespeichertes Negativwissen, also wie etwas nicht ist, nicht funktioniert, welche Strategie nicht zu einer Lösung führt, welches Konzept untauglich ist, weil es die falschen Ergebnisse bringt, wirkt wie eine Art Immunsystem. Geraten wir in eine ähnliche Situation, können wir durch diese Hindergrundinformation unser Handeln so steuern, dass wir denselben Fehler nicht wiederholen. Die Erinnerung löst eine Art Alarmsystem aus und ruft gleichzeitig eine Norm ins Bewusstsein, was kritisches Hinterfragen einerseits, aber auch Normtransparenz andererseits bewirken kann. Das wird immer dann deutlich, wenn jemand einen Fehler macht, ohne zu erkennen, dass es ein Fehler ist. Auch wenn wir in einem fremden Land etwas falsch machen, erkennen wir oft erst später, warum die Menschen so eigenartig reagiert haben.

„Überall geht ein frühes Ahnen dem späten Wissen voraus..“ Alexander von Humboldt

Sich Fehler eingestehen

Niemand ist unfehlbar und irren ist menschlich. Ist ein Fehler passiert und als solcher erkannt worden, ist die Versuchung groß, jemand anderen oder die ungünstigen Umstände dafür verantwortlich zu machen, also die Schuld von sich zu weisen. Wer kennt nicht die Situation aus der Kindheit, als beim Ballspielen ein Fenster zu Bruch ging. Keiner will es gewesen sein, auch wenn die zerborstene Scheibe als eindeutiger Beweis Bände spricht. Die Reaktion: Schnell abhauen, damit man nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Oder im Fall des Erwischtwerdens die Schuld auf die anderen schieben. Kein Wunder, denn lange Zeit war es üblich, Fehler zu bestrafen. Und auch in der modernen Office-(Nicht)-Hierarchie wird nur zu gern versucht, sich möglichst umfassend abzusichern, für den Fall, dass ein Fehler eintreten könnte. Es erfordert durchaus Mut, sich selbst und anderen gegenüber einen Fehler einzugestehen. Andererseits wird das Bekenntnis dazu in der Regel mit Respekt honoriert.

„Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben gerufen, auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der dritten macht nichts ihn ungeschehen.“ Franz Grillparzer

Negatives in Positives umwandeln

Fehler passieren in den seltensten Fällen aus Berechnung. Kaum jemand tut wissentlich etwas, um anderen zu schaden. Hinter jedem Verhalten steckt zunächst einmal eine positive Absicht (z. B. den Ball noch weiter zu schießen), selbst wenn diese auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen ist. Im Umgang mit Fehlern hilft es, grundsätzlich von einer positiven Absicht auszugehen. Mit dem Erkennen dessen, was falsch gelaufen ist, beginnt bereits die Umwandlung vom Negativen zum Positiven. Weil man ja jetzt weiß, was falsch war, lässt sich dieser Aspekt, dieser Schluss, dieser Schritt künftig vermeiden bzw. anders gestalten. Ist der Auslöser kein Unbekannter mehr, verliert er die Kraft. Seine Rest-Energie lässt sich (um)lenken. Weil sie in die falsche Richtung führen würde, kann man ihr getrost den Platz auf dem Abstellgleis zuweisen. Das Potential liegt in der angstfreien Weiterentwicklung. Mit Kreativität und Mut wird neue Kraft freigesetzt, einen neuen Weg zu gehen, eine neue Lösung zu finden.

„Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken, heißt, einen Flecken durch ein Loch zu ersetzen.“ Aristoteles

Gefühle erlauben

Beim nächsten Mal wird alles besser. Ein guter Vorsatz, der aber schnell wieder ins Hintertreffen gerät, wenn er nur als Ablenkung oder Entschuldigung dient. Damit es beim nächsten Mal wirklich besser läuft, muss sich auch das Verhalten ändern. Ist die Bereitschaft dazu vorhanden, ist dies schon der erste Schritt. Nicht umsonst ist das, was wir tun, sehr eng mit unserer eigenen Wahrnehmung verknüpft. Wer kann schon behaupten, dass er die beste Version von sich selbst ist? Es gibt immer Luft nach oben. Auch in der Auseinandersetzung mit gemachten Fehlern stehen wir vor der Wahl, wie wir auf die erhaltenen Informationen reagieren wollen. Ärgerlich, zweifelnd oder neugierig?

„Man muss die Fehler, die man nicht ablegen kann, in Tugenden verwandeln.“ Cesare Pavese

Einen Fehler und seine Auswirkungen richtig einzustufen, ist immer nur im Blick zurück möglich. Der Fehler ist bereits Vergangenheit. Doch das weitere Leben passiert in der Gegenwart und Zukunft. Trotz der gemachten schlechten Erfahrungen muss der Blick nach vorne gehen. Nur so lassen sich Misserfolge umwandeln. Nur wer sich weiter entwickelt, der bleibt am Puls der Zeit, bleibt konkurrenzfähig und erfolgreich – und zwar in allen Lebensbereichen.