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Motivation & Erfolg

Die Leistungsgesellschaft ist tot! Es lebe die Wirkungsgesellschaft!

Pitch-Termin. Eine Kreativ-Agentur stellt sich bei einem großen Industrie-Unternehmen vor. Neues Corporate-Design ist verlangt. Frischer, moderner und ansprechender soll das Unternehmen wirken. Die Kreativ-Agentur hat eine halbe Stunde Zeit erhalten, um erste Ideen und sich selber zu präsentieren. Die beiden Männer sind sichtlich gelassen. „Wir haben hier den Stick mit der Präsentation, haben Sie einen Computer mit Beamer hier?“ Meine Gesichtszüge entgleisen und ich bin – einmal mehr – fassungslos. Die Agentur, die eigentlich gute Arbeit leistet, verliert diesen Pitch, weil sie nicht präsentieren kann und ihre Leidenschaft nicht spürbar war. Dieser Fall ist echt und keine Ausnahme. Wir wollen durch Qualität überzeugen und meinen nur zu oft, dass diese für sich selber spricht. Qualität kann aber nicht sprechen!

Schaut man aus dem Ausland auf Deutschland oder die Schweiz, stehen diese beiden Länder vor allem für Qualität. Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, wird es getestet, geprüft, reglementiert und mehrfach optimiert. Erst dann geht die Dienstleistung oder das Produkt raus zum Kunden. Doch leider werden viele Dienstleistungen und Produkte weit unter ihrem Wert verkauft. Wir sind so auf die Qualität fixiert, dass wir oft vergessen, wie wir das Ding an die Kunden bringen sollen. Das wirklich Tragische ist aber, dass wir nicht nur bei Produkten und Dienstleistungen zu wenig auf Wirkung achten, sondern auch bei uns selber. Als kleines Kind lernen wir bereits, dass man nicht so positiv über sich selber sprechen soll, da dies arrogant oder eingebildet wirken könnte. Was sagen sonst die Nachbarn, Freunde und Co. Dieses Denkmuster begleitet viele Menschen (unbewusst) ein Leben lang. Wie erhöhen wir also unsere Wirkung?

Mehr Selbstwertgefühl …

… beginnt bezeichnenderweise bei einem selber. Und da spürt jeder sofort, ob es sich um ein aufgesetztes Selbst oder um ein echtes und authentisches Selbst handelt. Wie man Selbst-Sicherheit und mehr Selbstwert-Gefühl erlangt? Indem man wirklich und echt sicherer wird. Und dazu muss man wissen, was man wirklich will – und wer man ist im Leben. Für viele klingt das vielleicht nicht nach einem „Business-Thema“ – und doch ist es eines. Kunden und Mitarbeiter bemerken intuitiv, ob ein Unternehmer oder eine Führungskraft „sicher“ ist. Gerade Führungskräfte sollten diese Sicherheit in sich tragen, um den täglichen Herausforderungen ihrer Arbeit gewachsen zu sein. Doch Wirkung, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit sind in den wenigsten Leadership-Ausbildungen überhaupt ein Thema. Ich habe dazu eine klare These: „Unreflektierte Führungskräfte sind der schleichende Tod jedes Unternehmens“. Warum?

  • Weil die heutigen und vor allem künftigen Mitarbeiter keinen Menschen mehr folgen, die nicht wissen, warum man welches Ziel erreichen soll.
  • Weil die Generationen Y und Z wesentlich mehr auf die Sinnfrage setzen. Also nicht blindlings die Beförderung mit mehr Geld und bezahltem Auto annehmen, sondern abwägen, was sie im Gegenzug mehr leisten müssen und auch hier den Sinn ihres Tuns hinterfragen.

Mehr Transparenz

Alles wird brutal transparent. Da können wir gar nicht viel dagegen machen. Denn mal ehrlich: Was in den meisten Leitbildern und Imagebroschüren geschrieben steht, ist das Papier nicht wert, auf das es gedruckt wurde. Der Show-Faktor in den Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch. Immer in der Hoffnung, dass der Kunde einem die Show abkauft. Doch die Zeiten, in denen das noch funktionierte, sind endgültig vorbei. Ein Blick auf kununu.com und man liest die schlimmste Realität. Auf dieser Bewertungsplattform, die zu XING gehört, können Mitarbeiter, Bewerber und Auszubildende Unternehmen nach sehr vielen Kriterien beurteilen. Das bedeutet, dass Unternehmer wie auch Mitarbeiter lernen müssen, mit dieser neuen Transparenz umzugehen.

Mehr Emotionen und mehr Sinn

Wie gut „verkaufen“ wir uns bei einem Bewerbungsgespräch? Wie gut stehen wir da, wenn jemand uns an einem Netzwerk-Anlass fragt, was wir so machen? Haben wir hier eine Antwort, die neugierig macht und in Erinnerung bleibt? Und im Unternehmen stellt sich die gleiche Frage: Überzeugen wir unsere Kunden mit Qualität und Emotionen? Nein, meistens nur mit ZDF – Zahlen, Daten, Fakten. Aber in jeder guten Werbung spielt die Emotion eine entscheidende Rolle. Berührt es uns nicht, können wir uns nicht daran erinnern. Wir wollen wissen, „warum“ dieses Produkt oder diese Dienstleistung besser ist als andere. Kunden wollen den „Sinn“ erkennen. Sinn wird also zum Pflichtthema in den Unternehmen. Nicht nur, damit es allen etwas mehr Spass macht, da zu arbeiten, sondern auch, damit Kunden das Unternehmen positiv wahrnehmen.

Wie geht man mit diesen Veränderungen um?

Nicht, indem man noch einen Prozess definiert. Sondern indem man das macht, was schon lange in den vielen Leitbildern geschrieben steht: Sich wirklich mit sich selber, den Mitarbeitern und den Kunden befassen, alles hinterfragen und vieles verändern. „Disruptive Technologien“ und „Industrie 4.0“ sind schon fast zu inhaltslosen Modewörtern verkommen. Doch die Anforderungen hinter diesen Buzzwords sind real. Nur müssen sich alle verändern, alle mitdenken – vor allem aber müssen alle ernst genommen werden. Eine Anforderung, an der viele langjährige Führungskräfte zu beißen haben. Und wenn sie hier nicht beißen, bleibt nur noch der Biss ins Gras. Provokativ? Nein. Denn die Realität wird ihnen mehr abverlangen, als ich dies hier tun kann. Viele Berater haben immer noch die Denkweise, dass wenn sie nett sind, sie auch den nächsten Auftrag erhalten werden. Das ist in Zukunft Quatsch. Wenn man weiterhin „nett“ ist, wird es das Unternehmen vielleicht schon bald nicht mehr geben. Auch hier zählt die Wirkung. Und Wirkung erzielt man nicht mit seitenlangen Protokollen oder Ordnern voller (nicht realisierter) Konzepte, sondern durch mutiges Umsetzen.

Eigener Weg statt „me-too“-Strategie

Diese Veränderung bedingt die innere Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein, eine glasklare Strategie zu haben und auch kommunizieren zu können, warum man da hin will. Und dieser Grund sollte fundiert sein und nicht einfach eine „me-too“-Strategie sein. Von zehn Unternehmern, die ich frage, warum sie bei Facebook präsent sind, antworten mir sechs, dass dies doch heute dazu gehöre. Dass die Konkurrenz schließlich auch da sei und dass man ja „mit der Zeit gehen müsse…“. Haben diese Antworten auch nur einen leisen Anspruch, dass diese Entscheidung strategisch mit einem klaren Ziel gefällt wurde? Nein. Ist ja auch nur Facebook! Ja. Eine Plattform, auf der man viele Unternehmen „richtig“ kennenlernt. Weil oft nicht der normale Marketing- und Kommunikationsanspruch gilt, sondern „die Frau am Empfang Facebook unterhält“. Auch wieder mit der entsprechenden Wirkung.

Ende der Motivationspeitsche

Die Wirkung erhöhen bei den Mitarbeitern funktioniert heute nicht mehr mit plumpem Motivationsgedöns und Tschakka!-Geschreie. Es funktioniert aber, wenn man das Sinn-Thema implementiert. Warum wir etwas tun. Warum jeder von diesen Mitarbeitern das macht, was er macht. Ja, es werden oft ein paar Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, wenn man mit diesen Themen anfängt. Aber jeder, der selbstreflektiert und sinnerfüllt arbeitet, bringt ein Unternehmen wirklich weiter. Ob man die Wichtigkeit sofort erkennt, spielt dabei nicht so eine entscheidende Rolle. Denn viele Generationenforscher, Philosophen und Unternehmer sind sich heute schon einig, dass die Sinn-Frage nicht mehr (nur) eine persönliche Frage ist, sondern eine Lebensfrage. Und zum Leben gehört auch die Berufung. Die Frage ist, wie lange man warten möchte und wann man den Mut findet, sich darauf einzulassen. Denn eine Wirkung werden wir so oder so erzielen. Die Frage ist nur welche.

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Interview Motivation & Erfolg

Sinnieren über den Sinn…

Mit der ebenso einfachen wie pauschalen Antwort „Das Leben einfach leben!“ ist das Thema meist schnell vom Tisch und man kann sich wieder Wichtigerem widmen. Wichtigerem? Warum legt man diese wichtige Frage so schnell zur Seite? Warum nimmt man sich selten oder sogar nie Zeit dafür? Vielleicht, weil es ein philosophisches Thema ist und dafür die Philosophen zuständig sind. Oder das persönliche Weltbild gefährdet sein könnte, wenn man über das eigene Leben tiefer nachdenkt. Den Sinn im Leben (und in der Arbeit) zu finden, gehört zu den größten Herausforderungen im Leben. „Eigentlich ist es ein Geschenk, das jeder schon lange bekommen hat. Es soll aber Menschen geben, die noch nicht einmal das Geschenkband berührt haben…“, erklärt Stefan Dudas, der sich in seinem neuen Buch „VOLL SINN“ (ISBN 978-3-8698-039-44, BusinessVillage) für die Suche nach dem Sinn sowie mehr Sinnfindung und Sinngebung ausspricht: „Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen!“ Wir sinnieren mit dem Autor und Business-Experten, warum die Zeit gerade jetzt reif für mehr Sinn im Leben ist.

Herr Dudas, es geht uns doch eigentlich ganz gut. Soweit funktioniert alles. Warum sollen wir uns ausgerechnet jetzt mit dem Thema ‚Sinn’ beschäftigen?

Stefan Dudas: Stimmt. Wir haben in unseren Breitengraden einen großen Wohlstand. Technisch gibt es jeden Tag neue Errungenschaften, die uns das Leben (vermeintlich) vereinfachen. Medizinisch ist Vieles möglich, wovon wir vor Jahren noch geträumt haben. Zudem bekommen wir heute fast jede Information, die wir benötigen (und auch alle anderen) in Sekundenbruchteilen aufs Smartphone geliefert. Kein Grund zu klagen also? Glaubt man den Umfragen, ist trotzdem eine Unzufriedenheit zu bemerken. Die Zahl der Burnout-Erkrankungen steigt und in vielen Köpfen ist Angst. Angst, dass der Arbeitsplatz nicht sicher ist. Angst, dass in den Flüchtlingsdebatten die falschen Entscheidungen gefällt werden. Angst vor Terror. Angst vor der Digitalisierung. Und natürlich – ganz wichtig – Angst vor der Zukunft.

Also macht es doch Sinn, sich damit zu beschäftigen, was wir tun und warum bzw. was wir gerne tun würden, um so vielleicht eine Antwort darauf zu finden, was uns im Leben erfolgreich und glücklich macht?

Stefan Dudas: Ich bin kein Philosoph – zumindest habe ich keine Philosophie studiert. Aber schon so lange ich denken kann, beschäftigt mich die Frage, warum es Menschen gibt, die ihr Leben mit Begeisterung, Spaß und echter Leidenschaft genießen und andere, die einfach nur zu existieren scheinen. Ja, ich wähle extra das Wort ‚existieren’. Frühmorgens aufstehen, im Stau zur Arbeit rollen, acht bis zwölf Stunden arbeiten, im Stau nach Hause fahren, essen, fernsehen, schlafen gehen, um dann frühmorgens wieder aufzustehen. Kurz vor dem Einschlafen denkt man kurz darüber nach, ob es das jetzt wirklich schon gewesen ist. Man grübelt, was einen überhaupt noch antreibt, erfreut oder sogar begeistert. Während man noch grübelt, übermannt einen der Schlaf und am nächsten Morgen beginnt das Spiel von neuem.

Aber die meisten Menschen scheinen sich doch sehr schnell mit ihrem Leben zu arrangieren, oder?

Stefan Dudas: Das ist tatsächlich so. Betrachtet man es einmal aus der Sinn-Perspektive, ist es auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite aber auch absichtlich von der Evolution so eingerichtet worden, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Ein Mensch ist fähig, sich in fast jeder Situation zurecht zu finden. Zudem schützt er seine Lebens-Denkmuster. Denn wenn jemand von außen kommt und sagt, dass sein Leben schon lange von der Lethargie und Angst übernommen wurde, ist das für das Weltbild und das Selbstwertgefühl dieser Person gefährlich. Er wird diesen Umstand verneinen, den Kritiker auslachen, bekämpfen und auf Facebook blockieren.

Um seine Sicht des Lebens zu schützen?

 Stefan Dudas: Genau! Und das ist irgendwie ja auch verständlich.  Als Coach höre ich immer öfter von eben diesen Lebenssituationen. Von außen betrachtet scheinbar erfolgreiche Menschen stellen sich doch irgendwann die Frage, was sie eigentlich mit ihrem Leben tun. Das hat viel mit unserer Gesellschaft und unserem heutigen Verständnis von Leben, von Arbeit und vom Lebenserfolg zu tun. Dieses Verständnis beruht auf alten Denkmustern und wir tragen diese schon seit Jahrzehnten mit uns herum. Das Problem dabei ist, dass sich alles um uns herum schon massiv verändert hat und sich laufend weiter stark verändert.

Also einmal mehr Veränderungen über Veränderungen. Können wir nicht einfach nur zufrieden sein, mit dem, was wir haben?

Stefan Dudas: Das höre ich immer wieder. Sei es in Unternehmen oder bei privaten Gesprächen. Man muss doch auch mal zufrieden sein. Hauptsache wir sind gesund. Sind wir das wirklich? Ist mit sozialem Wohlergehen nicht einfach gemeint, wenn wir im Leben erfolgreich unterwegs sind? Aber ist denn eine Gesellschaft tatsächlich ‚erfolgreich’, wenn niemals gelernt wird, was das Leben wirklich ausmacht, ständig Druck herrscht, jeden Freitag in den Radios die ‚Endlich Freitag’-Berieselung startet und sich jeden Montag versteinerte Gesichter und die dazugehörigen Körper zur Arbeit zwingen? Die allermeisten Menschen in dieser Gesellschaft haben noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, wie sie wirklich leben möchten und was ihnen privat und beruflich Befriedigung und Sinn gibt. Eigentlich geht es doch darum, wirklich glücklich zu sein. Glücklich mit sich selber und seinem Leben. Um das zu beurteilen, müssen wir  zuerst wieder lernen, ehrlich zu uns selber zu sein. Fernab von eingebrannten Denkmustern, gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Vernebelungen und Schutzbehauptungen.

Aber das ist richtig schwer, oder? Und es löst wiederum Ängste aus oder führt bei vielen Menschen sogar zum Burnout.

Stefan Dudas: Ich glaube nicht einmal, dass das eigentliche Problem eine Burnout- oder die Sinnkrise ist. Das viel bedeutsamere Problem ist, dass viele Menschen unbewusst resigniert haben oder – noch schlimmer – nie wirklich begonnen haben, ihr eigenes Leben zu leben. Die Zeit könnte nicht besser sein, um noch mehr über Sinn und Unsinn zu sprechen und nachzudenken.

Sinn ist ja eine spannende persönliche Angelegenheit. Aber ist das Thema auch bei der breiten Masse, sprich in den Unternehmen und der Gesellschaft schon angekommen?

Stefan Dudas: Das ändert sich gerade tatsächlich. Die Sinnfrage wird heute in einer neuen Qualität gestellt. Es geht nicht mehr nur um den individuellen, privaten Sinn des Lebens, sondern plötzlich wird die Sinnfrage in den Führungsetagen der Unternehmen gestellt. Die Sinnfrage ist heute weder Privatsache noch haftet ihr länger der akademisch universitären Pathos an. Mit Büchern wie Bodo Janssens „Die stille Revolution: Führen mit Sinn und Menschlichkeit“ hat eine Diskussion begonnen, die offenlegt, dass sich kaum eine Organisation der Sinnfrage entziehen kann. Wenn Mitarbeiter auswählen können, wo sie arbeiten wollen, dann reicht Geld als Anreiz und alleinige Zielgröße nicht mehr.

Also nicht mehr länger nur Lebenszeit gegen Geld?

Stefan Dudas: Die eigene Lebenszeit gegen Geld zu tauschen ist heute die ‚normale’ Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn diese Arbeit erfüllend ist, funktioniert dieser Deal gut. Wenn aber regelmäßig die Montags-Allergie einsetzt, wäre der Zeitpunkt gekommen, um zu handeln und etwas zu verändern. ‚Das ist aber nicht so einfach’, ist dann die meist genannte Antwort. Und das ist natürlich richtig. Aber es ist wahrscheinlich auch nicht einfach, den Rest seines Lebens, vielleicht 20 Jahre oder mehr etwas zu arbeiten, was einem so gar nicht gefällt und was einen auch nicht erfüllt.

Sie wollen mit ihrem Buch inspirieren. Das ist gut und schön, aber können Sie mit Ihrem Ruf nach mehr Sinn auch wirklich etwas oder jemanden bewegen?

Stefan Dudas: Inspirieren, aus dem Lateinischen „inspiratio“, bedeutet „Beseelung“. Menschen mit mehr Sinn in ihrem Leben zu beseelen, ist doch eine wunderschöne Aufgabe. Es braucht dazu „nur“ Bewusstsein dafür, was wirklich zählt und was wirklich Wirkung schafft. Aber auch Selbst-Bewusst-Sein, für sich einzustehen. Sich selber zu hinterfragen und zu reflektieren. Nicht einmal, sondern immer wieder. Um zu erkennen, was man wirklich will im Leben. Jede Veränderung beginnt immer irgendwo. In diesem Fall beginnt sie bei uns selbst. Ich weiß zwar, dass ich mit meinen Ideen und meiner Denkhaltung nicht alleine stehe, mache mir aber auch keine falschen Illusionen, dass ich alleine etwas verändern kann. Zu lange haben sich Glaubenssätze einnisten können. Deshalb halte ich immer Ausschau nach Menschen, für die Sinn im Leben eine zentrale Rolle spielt. Vorbild-Unternehmer oder einfach besondere Persönlichkeiten.

Für Ihr Buch haben Sie ein paar davon befragt, um herauszufinden wie andere die Sinnfrage angehen?

Stefan Dudas: Richtig! Mir war wichtig, die Inhalte des Buches ins Leben zu transportieren und auch einfach mal zu sehen, wie andere Menschen, denen der Sinn im Leben sehr wichtig ist, mit diesem Thema in ihrem Umfeld umgehen beziehungsweise es im eigenen Unternehmen handhaben.

Können Sie uns sagen, wer dabei zu Wort kommt?

Stefan Dudas: Den Anfang macht Götz Wolfgang Werner, bekannter Gründer und Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens dm drogerie markt, dessen Geschäftsführer er 35 Jahre lang war. Als Initiator von „Unternimm die Zukunft“ steht er für ein bedingungsloses Grundeinkommen und sorgt mit seinen kernigen Aussagen wie „Hartz IV ist offener Strafvollzug“ immer wieder für Aufsehen. Mit Sina Trinkwalder und Gabriela Manser sind zwei vielfach ausgezeichnete Unternehmerinnen dabei. Sina Trinkwalder ist Gründerin der ökosozialen Textilfirma Manomama, die am Arbeitsplatz benachteiligte Menschen beschäftigt. Gabriele Manser ist als Quereinsteigerin inzwischen sehr erfolgreiche CEO der Mineralquelle Gontenbad AG. Ali Mahlodji, Gründer whatchado.com ist Jugendbotschafter mit Sinn. Autor und Querdenker Fridolin Schwitter wurde vom Wirtschaftsförderer zum Mönch und lebt heute als „frater familaris“ in einem Frauenkloster. Und zuletzt schließlich „Madame Wirbelwind“ CEO Franziska Bründler, deren Unternehmen Fidea Design GmbH lokal, nachhaltig und fair Designprodukte für Wohnen, Büro und als Geschenk entwickelt und produziert.

Ein sehr bunter Mix an Gesprächspartnern. Wie kam es dazu?

Stefan Dudas: Stimmt, ich habe mich bewusst für sechs sehr unterschiedliche Menschen entschieden, dann aber allen dieselben Fragen gestellt. Beim Lesen wird schnell klar, dass jede Persönlichkeit auf ihre eigene Art und Weise zum Thema ‚Sinn’ inspiriert. Ich bin diesen sechs Personen sehr dankbar, dass sie mit ihrer Sichtweise und ihrer persönlichen Meinung mein Buch bereichert haben.

Bleibt die Frage nach dem Sinn, Herr Dudas. Gibt es einen einfachen Weg herauszufinden, was sich Menschen wirklich wünschen? Von was sie insgeheim träumen, ohne es jemandem zu verraten?

Stefan Dudas: Den gibt es tatsächlich. Analysiert man, mit welchen Auslösern die Werbung arbeitet, wünschen Menschen sich schon immer, in absoluter Freiheit leben zu können und niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen. Sie wünschen sich, für sich sinnvolle Dinge zu tun. Mit zunehmendem Alter stellen wir uns mehr als einmal die Frage, ob es das jetzt gewesen ist. Ob wir wirklich schon alles gemacht haben, was wir eigentlich mal vor hatten zu machen. Haben wir unsere  Träume umgesetzt und macht unser Leben heute sowie irgendwann einmal rückblickend Sinn? Obwohl diese Frage  unmöglich zu beantworten scheint, so wichtig ist es, sie zu stellen und darüber nach- und vorzudenken. Schließlich geht es ja um nichts weniger als um unser eigenes Leben.

Trotzdem funktioniert unsere Gesellschaft scheinbar anders?

Stefan Dudas: Stimmt leider. Die meisten Menschen sind so sehr mit ihrem Leben beschäftigt, dass sie vergessen, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wirklich wollen im Leben. Sie funktionieren – und mit etwas Glück auch nahezu perfekt. Die eigene persönliche Freiheit besteht aus drei Wochen Urlaub auf Teneriffa im Sommer und Skiurlaub im Winter. Dazwischen tun wir, was von uns erwartet wird. Je länger und intensiver ich mich mit dem Thema ‚Sinn’ beschäftige, desto fester steht für mich auch ohne Zweifel: Der Mensch kann ohne Sinn nicht sein. Er stirbt zwar nicht gleich, wenn der Sinn fehlt. Zumindest nicht körperlich. Aber ein Leben ohne bewusst erlebten Sinn ist trübe, langweilig und voller Hamsterräder, die uns abstumpfen lassen. Sinn ist also lebenswichtig!

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Motivation & Erfolg

Neu auf dem Buchmarkt: Voll Sinn von Stefan Dudas

Unsere Welt verändert sich in atemberaubendem Tempo. Auf der einen Seite stehen wir als Mensch. Auf der anderen Seite buhlen Job, Unternehmen, Kollegen, Familie und Freunde um unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit, unsere Energie. Oft wollen wir all dem gleichermaßen gerecht werden, erfüllen nur noch die Erwartungen anderer und „funktionieren“ – irgendwie. Wir leben nicht unser Leben, sondern das, was sich gerade ergibt.

Mit dem Gefühl, selbst auf der Strecke zu bleiben, tauchen oftmals entscheidende Fragen auf: Was tue ich eigentlich? Und warum? Bringt es mir Erfüllung? Macht es Sinn? Die Suche nach dem Sinn ist dringlicher denn je. ‚Sinn’ wird zur Voraussetzung für Motivation – in allen Bereichen. Was liegt also näher als die Frage nach dem Sinn im Leben, dem Sinn im Business? „Das sind keine romantischen Fragen für Träumer. ‚Sinn’ ist das Ziel im Leben. Sich darauf einzulassen, ist die Herausforderung“, davon ist Stefan Dudas überzeugt. Der Business-Experte für Sinngebung spricht in seinem neuen Buch „VOLL SINN“ Klartext.

Provozierend und berührend, humorvoll, aber immer tiefgründig zeigt der Autor, wie jeder von uns mehr Sinn in sein Leben bringen kann – im privaten wie beruflichen Umfeld. Mit zu Wort kommen im Buch sechs Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft, die erklären, wie sie mit dem Thema ‚Sinn’ umgehen – persönlich und unternehmerisch. Alle sind davon überzeugt: Wenn Montag bis Freitag nur als Plackerei und Verschwendung von Lebenszeit wahrgenommen wird, ist es höchste Zeit, etwas zu verändern. Schließlich geht es um nichts weniger als um unser Leben. Das macht VOLL SINN. Oder?

Buchinfo:

Stefan Dudas

VOLL SINN

Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen

264 Seiten, € 24,95

ISBN 978-3-8698-039-44

BusinessVillage Verlag

Dezember 2017

www.voll-sinn.com

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Motivation & Erfolg Psychologie

Von und mit Walt Disney lernen: (Selbst-)Motivation macht erfolgREICH

Das Lustige Taschenbuch von Walt Disney feiert dieser Tage 50. Geburtstag. Mit fast 500 Bänden eine echte Erfolgsgeschichte. Jeder kennt es und viele lieben es. Ob jung oder alt, ob Kind oder Erwachsener, ob zum Lesen oder Vorlesen. Die Geschichten rund um Dagobert, Donald, Tick, Trick und Track und die Panzerknacker, haben sich erfolgreich in unsere Herzen gebrannt. Kaum vorzustellen, dass Walt Disney einst von einem Zeitungsredakteur gefeuert wurde, weil er in dessen Augen zu wenig Vorstellungskraft und Ideen mitbrachte. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte er aufgegeben, oder? Walt Disney selbst ließ sich nicht entmutigen und zog mit viel Motivation sein Ding durch. Mit durchschlagendem Erfolg: Das Lustige Taschenbuch ist schließlich nur ein geringer Teil des heutigen Disney-Imperiums.

Tu, was du liebst…

Disney machte seine Passion zum Beruf. Ein Traum! Und irgendwie auch keiner! Oder? Denn eigentlich sollte doch jeder den Anspruch an sich selbst haben, genau den Job auszuüben, genau das Leben zu leben, das er oder sie eben gerne möchte. Der Alltag zeigt oft ein anderes Bild, auch das von Donald Duck aus dem Lustigen Taschenbuch. Er ist der Meinung: „Ein Job ist, wenn man etwas tut, was man hasst, damit man die Dinge bezahlen kann, die man nicht hasst!“ Wer hat sich ertappt, indem er bei diesem Zitat gerade geschmunzelt, aber auch zustimmend genickt hat?

..damit du liebst, was du tust!

Eine Frage, die sich jeder von uns regelmäßig stellen darf und sollte, lautet: „Ist das, was ich täglich tue, das Richtige für mich? Macht es mir Spaß, erfüllt es mich, ist es Leidenschaft und mehr als ein Beruf, ist es meine Beruf-ung?“ Ist es das nicht, sondern eher eine Last und Quälerei, müssen wir uns auf die Suche zurück zur Motivation machen. Warum haben wir diesen Job ursprünglich einmal gewählt? Was hat uns damals begeistert, dass wir unbedingt XY werden wollten? Indem wir uns auf unsere Ziele und Träume besinnen, finden wir das „Warum“ wieder. Das „Warum“, das uns morgens erneut beschwingt aus dem Bett kommen lässt und mit voller Power an unsere Projekte treibt. Denn wer liebt, was er tut, wird nie wieder in seinem Leben arbeiten!

Glück und Zufriedenheit sind Grundsteine für Erfolg

Wenn das „Warum“ hingegen absolut und unwiederbringlich verloren gegangen ist, ist es an der Zeit, sich eine neue Berufung zu suchen. Jeder sollte sich ganz individuell fragen: Was gefällt mir? Was sind meine Hobbies? Kann man damit Geld verdienen? Was ist mein Ziel und wie kann ich es erreichen? Schon Oscar Wilde wusste: „Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg.“ Das Berufsverständnis unseres geliebten Donald Duck sollten wir uns dabei natürlich eher nicht zum Vorbild nehmen. Aber mal ehrlich, wenn in Entenhausen immer alles glatt laufen würde und alle zufrieden wären, wäre es ja ziemlich langweilig. Im echten Leben jedoch sollten wir ganz für uns selbst entscheiden, was uns glücklich und zufrieden macht. Die folgenden sieben Tipps helfen dabei, den Weg hin zu mehr Erfolg, Glück und Zufriedenheit, eben einem rundum erfolgREICHEN Leben, zielstrebig zu gehen:

  1. Eine Vision haben

Wer nicht nur kurzfristig am Erfolg nippen will, sondern sein ganzes Leben erfolgREICH führen und sein möchte, muss eine ganz klare Vision vor Augen haben – ein „Big Picture“. Wir müssen unsere Vision sehen und fühlen können, mit jeder Faser des Körpers uns in unser eigenes Big Picture verlieben. Alles, was wir mit wahrer Leidenschaft verfolgen, ist keine Arbeit mehr, sondern Berufung. Unsere Gedanken und Emotionen müssen also für unser ganz persönliches, individuelles Big Picture, unsere Vision, brennen.

  1. Schmerz und Freude

Schmerz und Freude, oft auch aus dem Englischen übertragen „Pain and Pleasure“, sind zwei der größten Motivationsknöpfe. Warum? Weil wir Dinge aus zweierlei Motivation unternehmen: Einerseits, um Schmerzen und Ängste zu vermeiden (Pain). Oder andererseits, um Freude zu erhalten (Pleasure). Werden wir uns bewusst, welchen Preis wir zahlen, wenn wir nicht Vollgas geben und welchen Preis wir im Umkehrschluss erhalten, wenn wir wirklich Gas geben. Das motiviert und treibt an, fördert Aktivismus. Weg vom Schmerz, hin zur Freude!

  1. Probleme sind Chancen

Wir wachsen mit den Herausforderungen, die wir meistern. Je mehr Herausforderungen Menschen gemeistert haben, desto stärker wird deren Persönlichkeit, desto „stabiler“ werden sie. Probleme als Chancen anzusehen, als Möglichkeit, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, ist eine Lebensphilosophie – ein Gefühl, das uns heute und zukünftig besser macht.

  1. Autosuggestionen

Es mag verrückt klingen, aber ein oft unterschätztes Mittel zur erfolgreichen Selbstmotivation sind Autosuggestionen. Dabei generieren wir in unserem Kopf eine Art „hängende Schallplatte“, die wiederum unterbewusst unser Denken und damit unsere Motivation, unser Selbstbild verändert. Mit rund 60.000 Gedanken am Tag ist unser Gehirn ein echter Hochleistungssportler. Autosuggestionen sind letztlich eine unbewusste Programmierung  dieses Hochleistungssportlers und damit unseres eigenen Zustands sowie unserer Fokussierung.

Autosuggestionen zum Ausprobieren

Stellen Sie sich vor den Spiegel und probieren die Top Sechs Autosuggestionen einfach selbst aus, indem Sie sich diese immer wieder vorsagen, am besten laut und täglich:

  • Ich schaffe alles, was ich will!
  • Ich bin ein Sieger!
  • Ich ziehe Geld an wie ein Magnet!
  • Ich liebe mich und ich liebe Menschen!
  • Mein Reden und mein Sprechen überzeugen die Menschen!
  • „Mir geht es Tag für Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser!“ (Émile Coué)
  1. An sich selbst glauben

Glauben wir an uns selbst, an das, was wir können und lassen diesen Glauben von niemandem erschüttern, macht uns das wahrlich stark. Wer an sich glaubt, erntet Ergebnisse. Und Ergebnisse erhöhen wiederum den eigenen Selbstwert. Egal, was andere sagen, egal, ob manches noch nicht perfekt klappt: Jeder kann etwas erreichen! Egal, wo er heute steht. Die Devise: Glauben UND Machen!

  1. Den Blick immer nach vorne richten

Wer voll eingespannt ist, hat gar keine Zeit über Vergangenes zu jammern oder zu sinnieren. Ein straffer Terminplan hilft, schlechtere Erfahrungen durch Neues wett zu machen und keine Gedanken mehr daran zu verschwenden: The show must go on!

  1. Kein Kopfkino – einfach machen!

Um dauerhaft motiviert und damit erfolgREICH sein zu können, müssen wir unser Kopfkino manchmal einfach abschalten. Wie das geht? Nach dem Motto „Tu es einfach!“. Wir legen uns dazu einen eigenen Plan an und ziehen diesen strikt und möglichst ohne Umwege durch. Umsetzen, umsetzen, umsetzen, umsetzen… Wer seinen Weg geht, kann dabei auch hinfallen, solange er anschließend sofort wieder aufsteht und weiterläuft. Kein Kopfkino also, sondern einfach machen!

Niemand ist erfolgREICH geboren – auch wenn wir und unser Gewissen uns das als Entschuldigung für nicht erreichte Ziele manchmal gerne einreden möchten. Trainieren wir also beharrlich unsere Motivation und damit unsere Soft-Skills, wie Disziplin, Ehrgeiz und Willensstärke, schlagen wir fast automatisch einen erfolgREICHen Weg ein. Und schreiben unsere ganz eigene Geschichte à la Walt Disney, der seine Passion zum Beruf machte, bis heute in seinem Werk weiterlebt und dadurch Freude pur verbreitet.

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Business Kommunikation Motivation & Erfolg

Öfter mal die Klappe halten!

Warum Verkäufer so viel reden – und trotzdem nicht überzeugen.

Viele Verkäufer texten ihre Kunden zu. Warum? Weil sie meinen, dass sie ihr Gegenüber so besser überzeugen können. Schließlich steigt doch mit jedem Wort die Chance, den Kunden zu erreichen und zu gewinnen, oder? Dass häufig das Gegenteil der Fall ist, wissen Verkäufer – zumindest wenn sie selbst schon einmal als Kunde einem Vielredner ausgesetzt waren. Aber wenn sie es im tiefsten Herzen besser wissen, warum reden sie in ihrer Rolle als Verkäufer dann nur so viel?

So manche Verkäufer haben sich noch nie Gedanken darüber gemacht, warum es sich wirklich(!) lohnt, ihr Kunde zu werden. Doch wenn selbst der Anbieter nicht weiß, warum es das Natürlichste auf der Welt ist, sein Kunde zu werden, was soll er dann sagen? In der Praxis kommen deshalb viele Verkäufer ins ‚Labern’. Sie erzählen Dinge, die den Kunden vielleicht interessieren, die er eventuell versteht und die möglicherweise relevant für seine Kaufentscheidung sind. Kaum ein Kunde wird offen das sagen, was er denkt, wie beispielsweise „Hören sie bitte auf, Dinge zu erzählen, die mich nicht interessieren!“. Auch wird kaum ein Kunde bei der Verabschiedung sagen „Bitte gehen Sie nicht! Sie haben mich noch nicht überzeugt“. Eher hat der Kunde viel früher – oft schon zu Beginn des Verkaufsgesprächs – für sich entschieden, dass das Geschäft mit hoher Wahrscheinlichkeit eh nichts wird und schaltet mental ab. Weil aber die meisten Kunden höflich sind, sagen sie dann Sätze wie „Schicken sie mir gerne ein Angebot“ oder „Wir werden das dann intern mal prüfen“ statt „Ich bin davon überzeugt, dass sie der falsche Anbieter sind“.

Kunden mehr zum Sprechen bringen

Um verkaufen zu können, muss ein Verkäufer wissen, was der Kunde wirklich will, braucht und bislang in diesem Bereich erlebt hat. Die Frage nach den bisherigen Erfahrungen im Bereich XY kann entscheidend dazu beitragen, die Werte und Einschätzung des Kunden zu erfahren. Fragt ein Anbieter von Webseiten beispielsweise „Welche Erfahrungen haben Sie denn bisher mit Webseitenprogrammierern gesammelt“, dann sprudeln manche Kunden mit Informationen richtig drauf los. Häufig benennt nun der Kunde von sich aus Erlebnisse, die für die beiderseitige Zusammenarbeit sehr wichtig sind. Hin und wieder sagen Kunden im Redefluss auch freiwillig, mit wem sie bisher zusammengearbeitet haben. Wer weiß, mit welchen Mitbewerbern der Kunde bisher Erfahrungen gesammelt hat, kann Preisbereitschaften davon ableiten, oder sie mutig von sich aus thematisieren. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der Kunde ausschließlich mit sehr günstigen Mitbewerbern zusammengearbeitet hat. Entweder will der Kunde es nun wirklich besser haben – und hat daher eine höhere Preisbereitschaft. Oder er weiß gar nicht, dass sein jetziger Gesprächspartner deutlich teurer ist – und hat möglicherweise deutlich niedrigere Erwartungen an das Investitionsvolumen.

Kunde muss anstrengungsarm folgen können

Für Anbieter sind viele Maßnahmen und Tätigkeiten und damit auch bestimmte Fachbegriffe selbstverständlich. Ein Kunde versteht diese aber nicht zwangsläufig. Die wenigsten Kunden werden sofort unterbrechen, sobald sie etwas nicht verstanden haben. Viele hoffen, dass sich das Puzzlebild noch ergeben wird – am Ende des Gesprächs. Das eigene Ego lässt es oft nicht zu, offen nachzufragen – schließlich sitzen vielleicht ja auch noch Kollegen mit am Tisch. Und die Chance auf einen guten Preisnachlass könnte ja ebenfalls sinken, wenn der Verkäufer erfährt, dass man doch nicht so tief in der Materie steckt, oder? Darum hören viele Kunden einfach geduldig zu. Verstehen sie aber zu wenig, werden sie in der Regel nicht kaufen. Müssen sie kaufen, werden Viele die günstigste Alternative wählen, da sie so für eine möglicherweise falsche Sache dann wenigstens nicht zu viel Geld ausgegeben haben. Verkäufer müssen sich Gedanken darüber machen, mit welchen Grafiken, Skizzen, Beispielgeschichten und Präsentationstechniken sie ihr Gegenüber derartig in das Verkaufsgespräch einbinden, dass aus dem Verkaufsgespräch ein Dialog wird – und nicht zwei Monologe. Das dazu mehr als drei Fragen binnen eines einstündigen Verkaufsgesprächs notwendig sind, ist klar. Vorausgesetzt natürlich der Verkäufer hat gute Fragen vorbereitet – sonst wird er sie nicht stellen können.

Jeder mit Umsatzverantwortung muss sich im Klaren darüber sein, dass es nicht entscheidend ist, was ein Verkäufer zu seinem Kunden sagt, sondern was der Kunde zu sich selbst sagt. Dies allerdings kann der Verkäufer entscheidend beeinflussen, wenn er sich immer wieder darüber Gedanken macht, wie er sein Gegenüber fesselt. Mit hohen Wortanteilen, langweiligen Präsentationen, wenig Nutzen und noch weniger guten Fragen wird dies nicht gelingen. Erst recht in einer Zeit, in der Kunden häufig deutlich selbstbewusster und klarer für sich sind, als vor 20 Jahren.

* Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des vielfachen Autors, Verkaufstrainers und Redners Oliver Schumacher. Seine Mission ist nicht nur, dass Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft erreichen, sondern auch dass Verkäufer in Zukunft einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert genießen. Der Mittvierziger arbeitete selbst über 10 Jahre überdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf für einen Markenartikler. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH). http://www.oliver-schumacher.de

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Kommunikation Motivation & Erfolg

Visuelles Kommunizieren macht die Dinge sichtbar

Viel geredet, aber nichts gesagt. Und noch viel weniger verstanden. Kommunikation gerät im Businessalltag schnell zur Sprechblase. Ideen und Strategien werden aufwendig erarbeitet, aber nicht immer können deren Inhalte so vermittelt werden, dass sich Kunden oder Geschäftspartner darunter wirklich das vorstellen können, was gemeint ist. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Das muss nicht sein. Denn mit dem Instrument der visuellen Kommunikation werden Themen nicht nur sichtbar, sondern gleichzeitig erleb- und verstehbar.

„Visuelle Kommunikation ist der Weg zum besseren Gespräch!“ Marko Hamel weiß, wovon er spricht, ist er doch überzeugter Verfechter der Visualisierung. Redet er über ein Thema, gehört der Griff zum Stift dazu. Um seine Gedanken zu skizzieren. Nicht mit Worten, sondern als Bild. Mit schnellen, einfachen Strichen zeichnet er seine Kernaussagen. Soll etwas einschlagen wie ein Blitz, dann wird automatisch auch ein Blitz gemalt, ein Berg, wenn Hindernisse auftauchen oder eine Straße mit Abzweigungen für mehrere mögliche Wege zur Lösung eines Problems.

Die direkte Sprache von Bildern

Dass unser Gehirn in Bildern denkt, ist schon lange bekannt. „Aber warum arbeiten wir dann nicht auch visuell und vermitteln Informationen gehirn-gerecht für andere?“ Diese Frage stellten sich Marko und Miriam Hamel in ihrer langjährigen Tätigkeit in Beratung, Vertrieb und Training von IT-Sicherheitssoftware immer wieder. Nur zu oft mussten sie feststellen, wie schwierig es ist, komplexe Sachverhalte nur über Text verständlich zu machen. Missverständnisse raubten viel wertvolle Arbeitszeit, zerstörten Vertrauen und verzögerten Entscheidungen. Als Konsequenz aus dieser unbefriedigenden Situation entwickelten sie die Visual Selling Methode.

Gedankentransfer

Die Visualisierung ist das direkteste Medium für einen Gedankentransfer. Die Vorstellung von etwas, das im eigenen Kopf herumgeistert, wird damit für sich selbst und die anderen Gesprächsteilnehmer sichtbar und kann genau in dieser Form abgespeichert werden. Das visuelle Festhalten von Gedanken und Ideen sorgt dafür, dass sich unser Gehirn viel besser daran erinnern kann. So lassen sich einmal besprochene Themen immer wieder weiterdenken. Im Meeting sorgt beispielsweise ein visuelles Protokoll dafür, dass der rote Faden nicht verloren geht und alle Aspekte mit aufgenommen werden können. Die im Kopf gespeicherten Bilder können von den Teilnehmern immer wieder aktiviert, aufgefrischt und hervorgeholt werden. Nicht nur Gedanken der Meinungsführer fließen ein, sondern auch die gewinnbringenden Ideen zurückhaltender Teilnehmer erhalten ihren Platz.

Visualisieren verbindet

Digitalisierung, neue Technologien, neue Arbeitswelten – der Umbruch ist allgegenwärtig und bewegt sich in rasanter Geschwindigkeit. Wie kann der Mensch diese Veränderungen positiv mitgestalten? Indem er die Innovation der visuellen Kommunikation für sich nutzt. In Geschäftsbeziehungen kann daraus ein echter Mehrwert erwachsen. Gesprächspartner verstehen sich auf einer neuen Ebene des visuellen Arbeitens. Natürlich stellt für einen Ungeübten das leere Blatt, die leere Fläche zunächst einmal die größte Hürde dar. Doch die Technik der visuellen Kommunikation lässt sich leicht und von jedermann/-frau erlernen und anwenden. Auf Papier und Flipchart ebenso wie digital am iPad und Whiteboard. Ganz nebenbei wird ein wertvolles Netzwerk geknüpft, weil unterschiedlichste Menschen mit gleicher Wellenlänge zusammentreffen.

Neuer Standard

Wie so oft gilt: Einfach den ersten Schritt tun, oder – um im Bild zu bleiben – die ersten Ideen skizzieren. In speziellen Workshops werden sowohl die Grundlagen vermittelt, als auch die Techniken verfeinert. „Jeder wird dort abgeholt, wo er ist. Egal, ob jemand ganz am Anfang steht und noch nie etwas visualisiert hat oder schon ein Experte ist“, zerstreut Marko Hamel etwaige Bedenken. Die Teilnehmer lernen mit dem Instrument der Visualisierung, live auf passende Bilder und Metaphern zu kommen, eine komplette Sales Story aufzubauen oder Strategien visuell zu erarbeiten. Das Ziel von Miriam und Marko Hamel ist klar „Die gemeinsame Erfahrung soll dazu beitragen, die visuelle Kommunikation als neuen Standard im Business zu etablieren.“ Schon jetzt bleibt davon kaum jemand unberührt. Wohl jeder hat bereits einmal mit dem Setzen eines Smileys klar signalisiert, dass nichts so todernst ist, wie es manchmal scheint.

Erlebniskongress Visuelle Kommunikation in Erfurt

Am 21./22. September 2017 findet in Erfurt im Palmenhaus der zweitägige Erlebniskongress Visuelle Kommunikation statt. Die Teilnehmer haben dabei erstmals Gelegenheit, Visuelle Kommunikation live mit Gleichgesinnten zu erleben. Nach einer Einstimmung im stilvollen Glasambiente am Netzwerkabend, stehen am zweiten Tag die Einführung in die Visuelle Kommunikation sowie der Key-Note-Vortrag auf dem Programm: Prof. Dr. Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein referiert über „Einfach genial entscheiden – mit Visualisierungen“. Es folgen Einzelworkshops für Anfänger und Fortgeschrittene, interaktive Unterhaltung „mitossy up your life“, Abschlusspräsentationen mit Prämierung und eine Podiumsdiskussion mit Experten aus Wirtschaft, Bildung und Praxis. Stadtspaziergang und Visuelles Feuerwerk gehören ebenso zum Programm, wie das Angebot der Kinderbetreuung. Nach dem Kongress sollen die Teilnehmer das Motto „Visuelle Unterstützung für jede Art von Gespräch – Gelingende Kommunikation aus Augenhöhe“ auch selbst anwenden können  http://visualselling.de/erlebniskongress/.

Über Autoren

Miriam und Marko Hamel sind Gründer und Geschäftsführer von Visual Selling – Die Strategieberatung für visuelle Kommunikation im Business (www.visualselling.de). Mit der gleichnamigen Methode unterstützen sie Organisationen dabei, Businessprobleme im Vertrieb, Marketing und Innovationsmanagement zu analysieren und im Team co-kreativ zu lösen. Unternehmen und Führungskräfte werden dazu befähigt, durch begleitende Live-Visualisierung am iPad auch komplexe Produkte, Dienstleistungen und Ideen neu zu denken und verständlich visuell darzustellen. Seit Februar 2016 nutzt beispielsweise die SAP, als größter europäischer Softwarehersteller, die Methode des Visual Selling für einen erfolgreichen Vertrieb im virtuellen Raum. Der Virtual Live Classroom ermöglichte es, bereits 600 Mitarbeiter global in der visuellen Kommunikation im Vertrieb auszubilden.

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Business Motivation & Erfolg

Strategien im Winter entwickeln!

Zuerst fallen die Blätter, dann verhüllt Nebel oder Schnee fast alles Leben in der Natur. Doch der Stillstand täuscht. Die Überwinterungsstrategien im Tier- und Pflanzenreich sind vielfältig: erstarren, schlafen, Farbe wechseln. Der Kälte an der Erdoberfläche wird Paroli geboten. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für neues Wachsen auf Hochtouren. Die Natur steht in den Startlöchern, um volle Kraft voraus loszuspurten, sobald die wärmende und Licht spendende Sonne wieder an Macht gewinnt.

Ob Wirtschaftskrise oder saisonale Ruhephasen, nahezu jedes Unternehmen in jeweder Branche erlebt mehr oder weniger ausgeprägt seinen „Winter“. Vorhersehbar oder nicht, oft genug entwickeln sich jahreszeitlich bedingte Flauten oder die allgemeine Rezession zur echten Krise. Nun hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass Krisen Chancen sind, dass wir mit Fleiß und positivem Denken aus dem Tief auch wieder herauskommen. Vorausgesetzt wir nutzen die – zugegeben – schwere Zeit sinnvoll!

strategie

Schwache (kalte) Zeiten nutzen

Wer die Entwicklung von Wirtschaftszahlen länger verfolgt, wird feststellen, dass nach der Schwärze am Himmel wieder Farbe für den Silberstreifen des gleichen verwendet wird. Wie sieht es aber in der Realität aus? Neben Kopf in den Sand stecken und Krise heraufbeschwören, ist auch das positive Denken häufig anzutreffen. Doch zeigt die Erfahrung, dass man im Alltag zwar viel von „Krise als Chance“ redet, aber dann doch nichts tut – außer hoffen, dass es schneller als befürchtet wieder aufwärts geht. Man predigt „Bescheidenheit“. Was bleibt auch anderes übrig als genügsam zu sein, wenn Geschäftsgang und Kassenstand tief sind? Wenn alles gut läuft, geht diese Strategie der Durchhalteparolen und Absichtserklärungen unter Umständen sogar auf. Aber dann haben wir wohl nichts gelernt. Und die nächste Krise im Wirtschaftsleben wartet bereits wieder wie ein Influenca-Virus. Nutzen dagegen Führungskräfte eine Krise wirklich, um das Unternehmen auf den bevorstehenden Aufschwung vorzubereiten, wird es auch für eine – der zu erwartenden Hochphase erneut folgenden – Abwärtszeit besser gerüstet sein. So wie sich die Natur wiederkehrend im Winter auf neues Gedeihen vorbereitet, sollten Unternehmen wirtschaftlich schwache Zeiten für die strategische Vorbereitung des künftigen Erfolgs nutzen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Was für die Natur gut ist, ist auch für den Menschen gut. Durch Ruhe und Entspannung wird z. B. das Gehirn sensibilisiert und kann neu auftretenden Stress schneller erkennen und besser vermeiden. So wie ein Umschalten nach der Arbeit auf „Wohlfbefinden“ notwendig für den Modus Work-Life-Balance ist, kann eine Reflexion des Geschäftsgangs zuweilen dienlich sein. Schließlich ist auch ein Unternehmen eine organische Organisation. Es tut ihm gut, wenn es sich im Winter (siehe oben) vom heißen Sommer etwas zurückziehen kann, um sich von den Strapazen zu erholen. Der erreichte Markterfolg fiel schließlich nicht vom Himmel. Einer Auslastung der Produktion gingen Analysen und Detailplanungen, Verbesserung und Rationalisierung voraus. Ein motiviertes Team hat gute Arbeit geleistet, womöglich Höchstleistungen erbracht.

Weitblick ist gefragt

Kommt nun eine Flaute, ist Weitblick gefragt. Führungskräfte sollten sich der Frage stellen „Wie kann das Unternehmen auch in und nach schlechten Zeiten erfolgreich bleiben?“. Unerfreuliche Auswüchse, in denen der Verkauf als Feuerwehrtrupp eingesetzt wird, um Umsatz auf Teufel komm raus zu generieren, können allenfalls kurzfristig wirken. Verantwortungsvolle Unternehmen dagegen sind sich bewusst und beherzigen, dass Zeiten, in denen nicht nur die Kuchenstücke in Form von Marktanteilen sondern vielleicht auch der ganze Kuchen kleiner wird, nichts für Schnellschüsse sind. Nutzen sie dagegen die Situation mit Besonnenheit und Vorausschau, können durch In-sich-gehen und Durchatmen die Weichen wieder auf Erfolg gestellt werden. So wie wir uns im Schatten vom Sonnenbad erholen. So wie sich die Natur in der kalten Zeit durch Rückzug auf die Regeneration vorbereitet. Wir alle – als Teil des großen Ganzen – brauchen das!

Keine verlorene Zeit

Die Zeit der Rezession sollte genutzt werden, sich Fragen zu stellen, neue Ziele zu formulieren und Strategien auszuarbeiten, wie diese erreicht werden können, um als Unternehmen dem Markt dann mit neuer, echter und tiefer Ehrlichkeit  gegenüberzutreten. Auch nach innen kann die etwas betriebsärmere Zeit Gutes bewirken. Mitarbeiter können sich erholen und wieder Kraft schöpfen. Statt noch mehr zu fordern, weil es gerade nicht so läuft, ist auch hier Ehrlichkeit und Muße angesagt. Anerkennung der erbrachten Leistung, Gewährung einer Pause, Motivation durch Schulung, Einbindung in die Findung und Erarbeitung neuer Konzepte – es gibt viele Möglichkeiten, jetzt Dinge zu tun, für die in Phasen der betrieblichen Hochkonjunktur keine Zeit bleibt.

Echtheit bietet Verlass

Natürlich gibt es wie so oft kein allgemeingültiges Rezept. Jedes Unternehmen muss individuell herausfinden, was zu ihm passt. Das kann eine Angebotsstraffung ebenso sein wie eine Sortimentserweiterung, eine Spezialisierung oder noch umfassendere Abdeckung eines bestimmten Marktsegments. Eine Neuausrichtung wird plötzlich vorstellbar, selbst wenn in der zurückliegenden Erfolgsperiode noch nicht daran gedacht wurde, weil sie eben aufgrund des Erfolgs nicht notwendig erschien oder als Notwendigkeit erkannt wurde. In Hochkonjunkturphasen wird leicht oberflächlich verfahren. Doch stellt sich der Erfolg nicht mehr automatisch ein, muss das Unternehmen einen echten Mehrwert und Nutzen bieten können. Fragen Kunden in wirtschaftlichen Sonnenphasen nicht immer so genau, welche Vorteile ein Kauf oder eine Zusammenarbeit bringt, kehrt sich das Verhalten in Schattenzeiten um. Nur mit wirklichen Alternativen lässt sich jetzt punkten. Nur noch Echtheit bietet Verlass. Das verlangt vielleicht etwas Geduld, aber bestellt den Acker für die nächsten Jahre.

Der Plan zur neuen Blüte

Ein Baum mit seinen kahlen Ästen erscheint leblos. Doch ein geschickter Plan hilft ihm, gut über den Winter zu kommen und im Frühjahr wieder neu auszutreiben. Nur sparsam verbraucht er während der kalten Jahreszeit die aus den abgeworfenen Blättern gespeicherten Nährstoffe. Die neuen Knospen sind bereits angelegt – mit allem, was im Frühjahr schnell wachsen soll: Neue Blätter und Blüten. Auch Unternehmen sollten in klammen Zeiten investieren. Wenn es nicht Geld sein kann, weil es aufgrund rückläufiger Geschäfte gerade daran mangelt, so ist vielleicht mehr Zeit verfügbar. Gut genutzt kann diese eine ebenso nutzbringende Investition darstellen. Betriebe, die sich in Zeiten kalter Konjunktur pflegen und vorausschauende Pläne schmieden, sichern und stärken sich gleichermaßen, um in der wärmenden Frühjahrsonne, wenn wieder ein Aufschwung zu spüren ist, mit neuer Kraft zu erblühen.

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Motivation & Erfolg

Der Fehler – dein Freund und Helfer

Erfahrungen sammeln und daraus lernen. 

Fehler haben ein negatives Image. Zu Unrecht. Dass unsere Welt und unser Leben heute so sind, wie wir es als selbstverständlich annehmen, beruht zu einem großen Teil auf dem Überwinden von Irrtümern und Fehlleistungen. Lernfortschritte bei Kindern werden sichtbar, weil sie vorher etwas falsch gemacht haben. Auch wenn dieser Zusammenhang später in den Hintergrund tritt, können Fehler lebenslang bei der Weiterentwicklung helfen.

In der Schule haben Fehler die unangenehme Eigenschaft, rot angestrichen zu werden und dadurch deutlich sichtbar zu sein. Nicht viel anders ergeht es Tellern oder Tassen, wenn sie in der Fabrik die Qualitätskontrolle durchlaufen: Kleine Kratzer oder Glasurfehler werden unbarmherzig markiert, die Teile zur Fehlware abgestuft und aussortiert. Läuft beim Computer etwas falsch, blinkt gnadenlos „error“ auf. Soll der Rechner wieder funktionieren, müssen die Ursachen für die Fehlermeldung gefunden, beseitigt und künftig vermieden werden.

FEHLER = HELFER

Fehler sind allgegenwärtig. Wir müssen mit ihnen leben. Damit sie ihren Sinn und Zweck erfüllen und nicht die Oberhand gewinnen, liegt die Konsequenz darin, aus ihnen zu lernen. Nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip hat auch jeder Fehler eine Auswirkung. Die Folge daraus: Versuchen, es besser zu machen, indem wir uns Fehler als Helfer zunutze machen. Optisch gelingt dies ganz einfach. Werden wie beim Scrabble-Spiel die sechs Buchstaben E E F H L R  zu Wörtern gefügt, kann daraus sowohl FEHLER als auch HELFER entstehen, ein Anagramm. Ein kleiner Buchstabendreher macht aus dem vermeintlich Bösen etwas Gutes. Der Fehler wird zum Helfer.

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“  Dietrich Bonhoeffer

Fehler machen bedeutet Erfahrung sammeln

Man muss nicht unbedingt jeden Fehler selbst machen, auch aus fremden Fehlern lässt sich lernen, indem das Richtige aus dem Falschen herausgearbeitet wird. Durch gespeichertes Negativwissen, also wie etwas nicht ist, nicht funktioniert, welche Strategie nicht zu einer Lösung führt, welches Konzept untauglich ist, weil es die falschen Ergebnisse bringt, wirkt wie eine Art Immunsystem. Geraten wir in eine ähnliche Situation, können wir durch diese Hindergrundinformation unser Handeln so steuern, dass wir denselben Fehler nicht wiederholen. Die Erinnerung löst eine Art Alarmsystem aus und ruft gleichzeitig eine Norm ins Bewusstsein, was kritisches Hinterfragen einerseits, aber auch Normtransparenz andererseits bewirken kann. Das wird immer dann deutlich, wenn jemand einen Fehler macht, ohne zu erkennen, dass es ein Fehler ist. Auch wenn wir in einem fremden Land etwas falsch machen, erkennen wir oft erst später, warum die Menschen so eigenartig reagiert haben.

„Überall geht ein frühes Ahnen dem späten Wissen voraus..“ Alexander von Humboldt

Sich Fehler eingestehen

Niemand ist unfehlbar und irren ist menschlich. Ist ein Fehler passiert und als solcher erkannt worden, ist die Versuchung groß, jemand anderen oder die ungünstigen Umstände dafür verantwortlich zu machen, also die Schuld von sich zu weisen. Wer kennt nicht die Situation aus der Kindheit, als beim Ballspielen ein Fenster zu Bruch ging. Keiner will es gewesen sein, auch wenn die zerborstene Scheibe als eindeutiger Beweis Bände spricht. Die Reaktion: Schnell abhauen, damit man nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Oder im Fall des Erwischtwerdens die Schuld auf die anderen schieben. Kein Wunder, denn lange Zeit war es üblich, Fehler zu bestrafen. Und auch in der modernen Office-(Nicht)-Hierarchie wird nur zu gern versucht, sich möglichst umfassend abzusichern, für den Fall, dass ein Fehler eintreten könnte. Es erfordert durchaus Mut, sich selbst und anderen gegenüber einen Fehler einzugestehen. Andererseits wird das Bekenntnis dazu in der Regel mit Respekt honoriert.

„Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben gerufen, auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der dritten macht nichts ihn ungeschehen.“ Franz Grillparzer

Negatives in Positives umwandeln

Fehler passieren in den seltensten Fällen aus Berechnung. Kaum jemand tut wissentlich etwas, um anderen zu schaden. Hinter jedem Verhalten steckt zunächst einmal eine positive Absicht (z. B. den Ball noch weiter zu schießen), selbst wenn diese auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen ist. Im Umgang mit Fehlern hilft es, grundsätzlich von einer positiven Absicht auszugehen. Mit dem Erkennen dessen, was falsch gelaufen ist, beginnt bereits die Umwandlung vom Negativen zum Positiven. Weil man ja jetzt weiß, was falsch war, lässt sich dieser Aspekt, dieser Schluss, dieser Schritt künftig vermeiden bzw. anders gestalten. Ist der Auslöser kein Unbekannter mehr, verliert er die Kraft. Seine Rest-Energie lässt sich (um)lenken. Weil sie in die falsche Richtung führen würde, kann man ihr getrost den Platz auf dem Abstellgleis zuweisen. Das Potential liegt in der angstfreien Weiterentwicklung. Mit Kreativität und Mut wird neue Kraft freigesetzt, einen neuen Weg zu gehen, eine neue Lösung zu finden.

„Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken, heißt, einen Flecken durch ein Loch zu ersetzen.“ Aristoteles

Gefühle erlauben

Beim nächsten Mal wird alles besser. Ein guter Vorsatz, der aber schnell wieder ins Hintertreffen gerät, wenn er nur als Ablenkung oder Entschuldigung dient. Damit es beim nächsten Mal wirklich besser läuft, muss sich auch das Verhalten ändern. Ist die Bereitschaft dazu vorhanden, ist dies schon der erste Schritt. Nicht umsonst ist das, was wir tun, sehr eng mit unserer eigenen Wahrnehmung verknüpft. Wer kann schon behaupten, dass er die beste Version von sich selbst ist? Es gibt immer Luft nach oben. Auch in der Auseinandersetzung mit gemachten Fehlern stehen wir vor der Wahl, wie wir auf die erhaltenen Informationen reagieren wollen. Ärgerlich, zweifelnd oder neugierig?

„Man muss die Fehler, die man nicht ablegen kann, in Tugenden verwandeln.“ Cesare Pavese

Einen Fehler und seine Auswirkungen richtig einzustufen, ist immer nur im Blick zurück möglich. Der Fehler ist bereits Vergangenheit. Doch das weitere Leben passiert in der Gegenwart und Zukunft. Trotz der gemachten schlechten Erfahrungen muss der Blick nach vorne gehen. Nur so lassen sich Misserfolge umwandeln. Nur wer sich weiter entwickelt, der bleibt am Puls der Zeit, bleibt konkurrenzfähig und erfolgreich – und zwar in allen Lebensbereichen.

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Business Motivation & Erfolg

Fokus als Schlüsselfaktor für erfolgreiche Projekte

Studie zeigt: Multitasking Studie zeigt: Multitasking schadet Mensch und Unternehmenschadet Mensch und Unternehmen. 

Negatives Multitasking gilt als Hauptursache für Probleme in der Multiprojekt-Steuerung in Unternehmen. Zu viele Aufgaben laufen parallel bzw. können nicht ohne Unterbrechung abgeschlossen werden. Woran liegt das? Und wie kann das geändert werden? Eine Studie, die das Unternehmen Vistem gemeinsam mit Prof. Komus, Professor an der Hochschule Koblenz, durchführte, liefert Antworten.

Dank moderner Informationstechnologien kommunizieren wir auf allen Kanälen. Gleichzeitig versuchen wir eine ständig wachsende Anzahl an anstehenden Aufgaben mit höchster Geschwindigkeit zu erledigen. Der Ruf nach Effektivität und Effizienz ist allgegenwärtig. Wie ein Computer sollen wir möglichst viele Prozesse gleichzeitig steuern und dabei das Tempo weiterhin steigern. Was vielen Menschen längst bewusst ist, bestätigt nun auch eine große Studie zum negativen Multitasking 2016: Multitasking ist nicht nur eine Sackgasse, es schadet Mensch und Unternehmen in einem enormen Ausmaß. Die langfristigen Folgen, wenn auch ansatzweise bereits deutlich durch eine drastische Zunahme von körperlichen, vor allem aber psychischen Erkrankungen, sind für uns alle noch nicht abschätzbar.

Von Wertschöpfung keine Spur!

Regelmäßig werden in Unternehmen Arbeiten nicht zu Ende geführt, bevor neue begonnen werden. Mehr als 60 Prozent der Befragten denken, dass ein erheblicher Teil des Aufwands (>20%) nicht wertschöpfend eingesetzt wird. Das ist nur eines der Ergebnisse der Studie „Multitasking im Projektmanagement – Status Quo und Potentiale“. Befragt wurden dafür 498 Teilnehmer aus 20 Branchen, darunter ca. 50 % aus Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sowie 50 % mit einer Zahl zwischen 1.000 und 10.000 Beschäftigen. Auch wenn die schädliche Wirkung von Multitasking im Projektmanagement in der Unternehmenspraxis bereits seit langem diskutiert wird, gab es aufgrund mangelnder systematischer Untersuchungen bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Diese liefert nun die aktuelle Studie:

  • 25 % der Teilnehmer mit hohem Multitasking-Anteil schätzen den Erfolg ihres Unternehmens durchschnittlich schlechter ein: Potential zur Verbesserung des Projektdurchlaufs über 25 %.
  • Fast 70 % der Befragten sind der Meinung, dass mindestens 30 % der Projektlaufzeit eingespart werden können.
  • Nur 2 % der Befragten arbeiten nicht parallel an mehreren Aufgaben.
  • Nur 10 % der Befragten können Aufgaben ohne Unterbrechungen fertig stellen.
  • Bei fast 80 % gibt es eine erhebliche Anzahl an Spezialisten, die nicht vertreten werden können.
  • Fast 70 % der Gruppenleiter haben mit ständig wechselnden Prioritäten zu kämpfen.
  • In knapp 70 % der Fälle muss auf Managementunterstützung gewartet werden bzw. verzögert sich das Projekt.
  • Mehr als 75 % der Projekte starten unzureichend vorbereitet und verursachen damit Mehraufwand.
  • Bei fast 60 % der Befragten sind im Projektplan nur „gefühlte“ Puffer
  • Bei 80 % der Befragten führen ständige Änderungen der operativen Prioritäten zu häufigen Unterbrechungen.
Deutliches Verbesserungspotential

Ein besseres Verständnis zugrunde liegender Zusammenhänge  ermöglicht es, konkrete Verbesserungspotentiale aufzuzeigen: Wenn Projekte fließen, können mehr Projekte in kürzerer Zeit bei gleichen Ressourcen durchgeführt werden. Gut gemanagte Projekte führen zu nachhaltig florierenden Unternehmen und sichern eine zunehmende Gewinnsteigerung. Spannend an dieser Stelle: Die Einsparpotentiale wurden dort als besonders hoch eingestuft, wo die Indikatoren für Multitasking besonders ausgeprägt waren. Übermäßiges Multitasking und Einsparpotentiale bedingen sich also. Um diese Potentiale weiterhin zu heben, spielen laut Studie die Nutzung agiler Methoden sowie einer entsprechenden Projektmanagement-Methodenkompetenz eine wichtige Rolle.

Unternehmen mit einem hohen negativen Multitasking-Anteil sind deutlich weniger erfolgreich. Umgekehrt gilt: Wird in Unternehmen Projektmanagement tatsächlich gelebt, ist der negative Multitasking-Einfluss deutlich geringer. Weitere Infos: http://vistem.eu/studie-negatives-multitasking/

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Motivation & Erfolg

Karrierefaktor Souveränität

Warum haben manche Menschen mehr Erfolg als andere, leben glücklicher und zufriedener? Innere Zufriedenheit oder ein immerwährendes Streben nach Mehr… Ist alles eine Frage der Souveränität? Und wenn Einzelne es schaffen, sich durch Souveränität positiv abzuheben, lassen sich diese Erfahrungen und Erkenntnisse auf Teams übertragen? Viele souveräne Teams ergeben ein souveränes Unternehmen. Und viele souveräne Unternehmen ein souveränes Land! Welche Parameter sind also gefragt, um gelassen und selbstbestimmt Erfolge zu verbuchen, den Karrierefaktor Souveränität zu nutzen?

Souveränität bedeutet nicht, perfekt zu sein oder uneingeschränkt Macht auszuüben. Wer pedantisch ist oder im zwischenmenschlichen Umgang Dominanz verkörpert, versteckt hinter diesem Verhalten meist nur die eigene Unsicherheit. Doch was bedeutet Souveränität? Kann man sie erlernen? Oder bekommt man sie in die Wiege gelegt? Theo Bergauer (www.b-wirkt.de), Autor von „Karrierefaktor Souveränität“ (mit einem Vorwort von Henry Maske) nähert sich dem Thema anlässlich des Internationalen Tages der Souveränität am 20. Oktober mit einer Definition: “Souveränität bedeutet, eigenständig und selbstbestimmt zu denken, zu fühlen und zu handeln. Gerade in schwierigen Situationen beweisen souveräne Menschen Eigeninitiative, weil sie ihre Ziele kennen und begeistert verfolgen. Souveräne Menschen verfügen über die notwendigen fachlichen und sozialen Kompetenzen. Sie begegnen aufgrund positiver persönlicher Erfahrungen und gesichert durch ein persönliches Wertefundament den Herausforderungen des Lebens gelassen. Dies alles geschieht auf der Basis eines wertvollen und dadurch souveränen Umgangs mit anderen Menschen.“ Ihm ist bewusst, dass diese Definition subjektiv ist und sicher nicht alle möglichen Aspekte beinhaltet. „Aber darauf kommt es gar nicht an“, so der Souveränitätsexperte, „denn auch hier heißt Souveränität, das Bestmögliche zu tun und deshalb loslassen zu können.“

Zeichen der Souveränität

Wann fühlen wir uns richtig souverän? Wenn wir Herr (oder Frau) der Lage sind, genau wissen, was passiert oder passieren muss. Souveränität heißt, wahrzunehmen, den Überblick zu haben. Manchmal eine Richtung vorzugeben, von Zeit zu Zeit aber auch einfach nur dahinzugleiten. Souveränität heißt, Energie zu spenden für Andere und Kraft aufzunehmen, um auftauchende Hindernisse elegant zu überwinden. Dadurch sind souveräne Menschen bewegende Beispiele und engagierte Vorbilder. Sie treffen bewusst Entscheidungen, leben und führen nach vielen Zeichen der Souveränität:

  • Kreatives Vorausblicken statt mühsames Hinterherlaufen
  • Teamgeist statt Einzelkämpfer
  • Aufrichtiges Interesse für andere statt Egoismus
  • Mitreißender Visionär sein statt Träumer
  • Mutige Veränderung statt starrem Festhalten
  • Innovation statt Ausruhen in der Komfortzone
  • Förderndes Miteinander statt aufreibendes Gegeneinander
  • Wertschätzung statt Verachtung
  • Begeisterungsfähigkeit statt Frustration
  • Kommunikation statt Konfrontation
  • Vertrauen statt Misstrauen
  • Eigendisziplin statt Verbissenheit

„Nur wer sich engagiert, wer über das normale Maß hinaus motiviert, zusammen mit anderen im Team, an einem Strang zieht, wird langfristig auch Erfolg haben“, so Theo Bergauer.  Doch das ist gar nicht so einfach: Motivation hat nicht jeder im Blut. Und die Zusammenarbeit im Team will gelernt und trainiert sein. Doch wer es schafft, all dies anzugehen und kontinuierlich daran zu arbeiten, wird mit sich selbst zufriedener sein und auch auf Andere Souveränität ausstrahlen. Abschließend nochmals Theo Bergauer: „Aus innerer Zufriedenheit und dem positiven Feedback des persönlichen Umfelds entsteht zu Recht Stolz. Stolz, einen Veränderungsprozess in Gang gebracht zu haben, ob unternehmerisch oder privat. Nur wer zufrieden ist, wird die Qualität seines Lebens steigern – und seine Leistungsfähigkeit. Und nur wer dies bei sich selbst tut, wird auch das Streben bei anderen Menschen erkennen und diese in ihrer Souveränität unterstützen.“

 

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Motivation & Erfolg

Das Kassandra-Prinzip – oder: Systemische Wege der Lösung

Der Gott Apollon war von Kassandras Schönheit sehr angetan und verlieh ihr die Gabe der Weissagung. Als sie sich jedoch seinen Verführungskünsten widersetzte, verfluchte er sie, auf dass niemand mehr ihr Glauben und Gehör schenken würde. So warnte sie vergeblich vor dem trojanischen Pferd – der Untergang Trojas ist Geschichte…

Leider ist der „Kassandra-Ruf“ noch immer nicht Geschichte.  Tagtäglich erfahren engagierte Mitarbeiter, dass ihr Warnen oder ihre Bedenken nicht gehört werden – und sie sogar empfindliche Folgen für ihre Karriere oder ihre Beziehungen auf sich nehmen müssen, wenn sie das ansprechen, was eigentlich so gar nicht sein kann. Hier einige Beispiele aus dem Alltag, wie Zeit und Energie verschleudert werden und viel Leid entsteht:

Ein Software Ingenieur entwickelte vor ca. 15 Jahren eine Software für ein weltweit agierendes Unternehmen. Seit sieben Jahren mahnt er an, dass dringend Verbesserungen nötig wären. Niemand hört hin. Er bringt sich über sein permanentes Mahnen und Ausbessern der Schwachstellen ins gesundheitliche Aus: Seit 3 Wochen ist er in einer Burnout-Klinik…

Ein Paar in Ehestreitigkeiten, der Mann heiratet eine Anwältin, eine Prozesslawine beginnt. Das Kind kommt zu einer Pflegefamilie, die mit Wissen des Jugendamts das Kind schlägt. Nichts geschieht, im Gegenteil: Die Mutter als Mahnerin der Missstände kommt immer mehr ins Aus und auch ihr bleibt nichts übrig, als ohnmächtig zuzusehen, wie ihr Kind unter den Augen von öffentlichen Institutionen schlecht behandelt wird…

Ein Koma-Patient wird in einer Pflegeeinrichtung mangelnd versorgt, leider findet sich kein Arzt, keine Krankenkasse, keine Institution, die die Missstände benennt, man hört nur ein: „Uns sind die Hände gebunden.“ Das auszuhalten, obwohl ein geeigneter Pflegeplatz verfügbar wäre, ist kein Leichtes. Die Lebenspartnerin kämpft selber mit ihrer ohnmächtigen Erschöpfung und erfährt statt Unterstützung eher Ausgrenzung…

In einem Unternehmen wird die Einführung in die systemische Grundhaltung beschlossen. Schnell zeigen sich die blinden Flecken von Seiten der Führung. Leider will kein Mitarbeiter diese außerhalb des Coachings benennen. Der Prozess stagniert. Niemand findet den Mut, das öffentlich auszusprechen, was alle in den Raucherecken munkeln – und da der Coach nichts ohne Entbindung der Schweigepflicht sagen kann, geht’s nicht weiter. Aber zu oft hat man in diesem Betrieb schon die Erfahrung machen müssen, dass man besser die Klappe hält…

Annehmen, was eigentlich nicht anzunehmen ist

Es wäre ein leichtes, noch mehr dieser Begebenheiten zu schildern. Als Coach begegnet man diesen Geschichten, in denen Menschen lernen müssen, das auszuhalten, was eigentlich nicht auszuhalten ist, täglich. Man trifft Menschen, denen die Effizienz und Leistungsfähigkeit eines Unternehmens am Herzen liegen – aber keiner fragt – oder hört hin. Und genau dies führt bei den Betroffenen zur Frustration und Verbitterung – bis hin zu gesundheitlichen Einbußen. Für die Betroffenen ist diese tiefe Erfahrung des Aufgebens von allem, woran man in einem demokratischen Staat geglaubt hat, oder von dem, was sich aus Ethik und Logik ableitet, sehr schicksalhaft. Im Grunde kann man sagen, hier entscheidet sich ganz banal, ob jemand daran kaputt geht – oder weise wird.

Lösungen finden durch Wahr-nehmen

Wenn also sowohl im Privaten als auch im Beruflichen Lösungswege oft nicht nach den Gesetzen der Vernunft, Effizienz oder dem tiefen Bedürfnis, sich zum Wohle aller Beteiligten zu engagieren, ausgerichtet werden, wonach dann? Warum ist gerade ganz aktuell eine Kampagne nötig mit dem Titel: „Schau nicht weg!“ – hier in Bezug auf Kindesmisshandlung? Und warum sind gerade so viele Menschen im Coaching, die eigentlich nichts anderes machen wollten, als ihrem Unternehmen zuzuarbeiten, durch ihre Verbesserungsvorschläge, durch ihre Kritik oder ihr Hinterfragen? Wie kann man ausrechnen, was dadurch verloren geht, dass man diesen Menschen nicht nur nicht zuhört, sondern sie als Bote der schlechten Nachricht ablehnt oder ihnen das Leben schwer macht? Was passiert, dass kluge Menschen nicht mehr die Bereitschaft haben, den guten Gründen des anderen zuzuhören und gemeinsam eine Lösung zu finden, die für beide tragbar ist? Dieser Krieg des Alltäglichen, in dem die Kontrahenten die gleichen Argumente mit wechselnder Lautstärke vortragen, um den Gegner von der eigenen Meinung zu überzeugen, ähnelt den Glaubenskriegen aller Zeiten und Religionen. Immer, wenn einer meint, nur er habe Recht und der andere nicht, kann nichts Gutes entstehen.

Zeit für eine neue Kultur

Wie kann man also sowohl im Unternehmen als auch in Institutionen oder Familien eine Kultur errichten, in der die verschiedenen Facetten einer Wirklichkeit gehört werden? Bitte machen Sie sich selbst einmal ein Bild davon, ob Sie in der Lage sind, objektiv wahrzunehmen und zählen Sie, wie oft Sie ab hier den Buchstaben F zählen können:

Test der Wahrnehmungsfähigkeit

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Und, wie viele Fs haben Sie gezählt? Fragen Sie ruhig auch Ihre Kollegen. Sie werden staunen über die unterschiedlichen Ergebnisse. Meist werden 7 Fs in dem Rahmen gezählt, nur sehr selten wird das richtige Ergebnis genannt: Es sind 10 Fs.

Probleme entstehen meist durch Annahmen und Bewertungen

Wo ist das erste F? Richtig, bei WahrnehmungsFähigkeit. Oft wird der Titel überlesen, weil wir annehmen, wir sollen nur den englischen Text überprüfen. Und hier sieht man ein wichtiges Axiom in der systemischen Arbeit: Probleme entstehen meist durch Annahmen. Man hat eine Annahme und überprüft diese noch nicht einmal. Im Business kann das zum Beispiel die Annahme sein, der Kollege möchte sich nur profilieren oder sich einen faulen Lenz machen… Nur sehr wenige Teilnehmer hinterfragen in den Seminaren ihre Annahme, sondern zählen einfach falsch. Wir sind also kaum in der Lage, 22 Worte objektiv zu zählen. Wie soll es uns dann gelingen, komplexe Kommunikationsvorgänge zu analysieren? Die zweite Fehlerquelle ist die der Bewertung. Viele zählen hier die OFs nicht mit, weil OF ein Wort von geringer Bedeutung ist. Das Hirn blendet es ganz einfach aus. Und deshalb kommen die Teilnehmer oft nur auf 7 statt auf 9 Fs. Was bedeutet das für unsere tägliche Praxis?

Einsehen durch den „Perspektivwechsel“

Max Frisch hat in seinen Tagebüchern sinngemäß geschrieben, dass die Wirklichkeit wie ein Prisma ist, mit sehr vielen Facetten – und die Zeit leider immer nur eine Facette beleuchtet. Wenn man also eine Gesprächskultur erzeugen könnte, in der jeder fürs erste seine Facette beleuchten kann – ganz ohne Gegenargumente oder Abwertungen – dann würde das zwar erst einmal Zeit in Anspruch nehmen, aber hinterher so viel Zeit sparen. Dadurch kommen die Kriterien einer guten Lösung oder auch die guten Gründe, warum man eine scheinbar attraktive Lösung nicht annehmen kann, auf den Tisch. Und erst dann, wenn alle Informationen sichtbar sind, kann das stattfinden, was man im Systemischen den „Perspektivwechsel“ nennt: Ein „Einsehen“ kann beginnen – statt langen Argumentationen der Verteidigung oder gegenseitiger Beschämung und Beschuldigung.

In fünf Schritten zu einer guten Lösung

Die meisten Burnout-Erkrankungen in Unternehmen rühren daher, dass die guten Gründe des Betroffenen nicht gehört, Ideen zur Verbesserung abgeschmettert und berechtigte Einwände mit miesen Argumentationen ausgehebelt werden. Zeit also für eine neue Kultur, die Zeit und Geld spart – auch wenn sie zunächst einmal mehr Zeit braucht. Im Chinesischen wird der Begriff des „Handeln ohne zu handeln“ geprägt. Das hat eine beinahe paradoxe Anmutung. Und doch lohnt es sich, statt blindem Aktionismus in folgenden fünf langsamen Schritten zu einer guten Lösung zu kommen:

Schritt 1: Lösungskonferenz einberufen

Alle Beteiligten an einen Tisch rufen. Ein Flipchart wäre von Vorteil. Warme Getränke sollten auf keinen Fall fehlen! Der Zeitrahmen ist ganz klar definiert: Teilnehmerzahl x zu vereinbarte Redezeit pro Teilnehmer, empfehlenswert ist pro Teilnehmer max. 5 Min.

Schritt 2: Facetten der Wirklichkeit hören

Jeder Teilnehmer erhält 3-5 Minuten, um seine Position darzulegen. Es darf nicht diskutiert werden, nur zugehört, ggf. schriftlich notiert. Die jeweilige Positionsdarlegung sollte eine kurze Analyse des Konflikts beinhalten: Was sind meine Annahmen zu dem Konflikt, was hat dazu geführt – und dann, das ist das wichtigste: Was wäre aus meiner Sicht eine gute Lösung. Was bräuchten wir hierfür von wem, was bin ich bereit, dazu beizutragen, etc. Die Problemanalyse sollte nicht mehr als 30 % des Redebeitrags ausmachen.

Schritt 3: Pause einlegen

Mindestens 30 Minuten, am besten im Schweigen. Oder gleich für den nächsten Tag ein neues Treffen vereinbaren, damit sich die einzelnen Wirklichkeiten bei jedem erst einmal setzen können. Oft zerredet man gute Gedanken zu schnell.

Schritt 4: Kriterien der guten Lösung finden

Jeder schreibt zwei Kärtchen mit den wesentlichen Stichpunkten, an denen er eine gute Lösung erkennen kann. Was muss erfüllt sein, damit er zufrieden mit der neuen Lösung sein kann? Eine Priorisierung kann hilfreich sein: Dieses Kriterium muss, dieses kann erfüllt sein. Zum Beispiel: 1. Mir ist wichtig, dass eine Arbeitsersparnis von 30 % ermöglicht wird, 2. Mir ist wichtig, dass es mindestens zwei Tage Einführung für die Mitarbeiter gibt. Denken Sie bitte bei den Kriterien daran, diese SMART zu formulieren: S = Spezifisch: Was genau, welches Bedürfnis? M =  Messbar: Wieviel genau – also nicht: Ich möchte ein bisschen Entlastung, sondern: Ich möchte täglich 30 Minuten Zeit sparen, A = Annehmbar, Attraktiv, R = Realistisch, T = Terminiert: Bis wann genau, spätestens, frühestens.

Schritt 5: Äpfel ernten

Man kann an einem Äpfelchen ziehen, solange man will, es löst sich erst leicht vom Baum, wenn es reif ist. Und genau so ist es auch mit allen Lösungen: Sie lösen sich zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Vorarbeit meist von selbst. Um diesen feinen Zustand zu erreichen, können die Teilnehmer jetzt reflektieren oder improvisieren, welche Lösungsmöglichkeit die meisten Kriterien erfüllen könnte. Zumindest ein Kriterium muss dabei allerdings von jedem Mitglied erfüllt sein.

Zum Abschluss noch ein ganz einfacher Tipp zum Zeitsparen beim Lösungsfinden: Einfach mal die eigene Beteiligung anerkennen anstatt sich zu verteidigen. Und mit Mitgefühl auf den anderen eingehen nach dem Motto: Das war sicher schwer für Sie… Meist brauchen die Menschen gar nicht mehr. Wir diskutieren zu früh über Lösungen, statt die Kriterien der guten Lösung zu kennen, oder durch Mitgefühl überhaupt erst die Bereitschaft zu erzeugen, für die Lösungsvorschläge anderer offen zu sein.

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Motivation & Erfolg

„No Limits“ in der Frankfurter Jahrhunderthalle

Viele Menschen haben einen Lebenstraum, den sie verwirklichen wollen. Diesem Wunsch einen großen Schritt näher kamen rund 2.400 Teilnehmer bei dem gefragten Erfolgs-Event „No Limits“ am 8./9. November in Frankfurt.

Dazu in die Jahrhunderthalle eingeladen hatte der Persönlichkeitstrainer Marc M. Galal: „Der Zuspruch bereits im Vorfeld war enorm. Aber auch während und nach der Veranstaltung erzählten mir viele begeisterte Teilnehmer von ihren innerhalb kürzester Zeit gemachten besonderen persönlichen Erlebnissen.“ Gemäß dem Veranstaltungstitel „No Limits“ ist es das Ziel von Marc M. Galal, Menschen dabei zu helfen, ihr Potential zu entfalten und ihre Träume zu leben. Die Besucher des Wochenendseminars lernten unter anderem, Veränderungsprozesse einzuleiten, die als Schlüssel zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben führen.

„Es war so, als hätte ich in nur 48 Stunden meinen Ballast endlich über Bord geworfen“, berichtet eine Teilnehmerin, während eine andere vom „Bilden der eigenen Person“ erzählt: „Es war beeindruckend zu erleben, wie knapp 3.000 Menschen sich neu programmiert haben, um noch erfolgreicher zu werden und noch mehr Spaß im Leben zu haben. Für mich habe ich erfahren, dass ich mir selbst helfen kann und mich genau so machen darf, wie es in meiner Welt für mich das Beste ist.“ Teils mit einem hohen Grad an Emotionen verbunden, bekamen die Teilnehmer tiefgehende Einblicke in die Thematik der Glaubenssatzveränderung, des Zustandsmanagements und der Neurologischen Ebenen.

Mit der Fähigkeit, ein Verhalten oder eine Situation aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, verdeutlichte Marc M. Galal, wie es gelingt, sich frei zu machen, um in bestimmten Situationen fokussierter seine Ziele zu verfolgen. Der Veranstalter und Trainer ist zufrieden mit dem Erfolg seines Events: „Fast 2.500 Teilnehmer haben gelernt, besser mit dem alltäglichen Stress umzugehen und ihre mentale Belastbarkeit zu steigern – rundum die Basis gelegt, um eigene Träume Schritt für Schritt und aus eigener Kraft zu realisieren.“ Die Resonanz auf die Veranstaltung fiel durchweg positiv aus. Viele Teilnehmer sprachen von „einem Weckruf für ihr Leben“ oder davon, dass Marc M. Galal ihnen „die Augen geöffnet und den Weg gewiesen hat, endlich an die Umsetzung zu gehen und fokussiert ihre Lebensträume zu verwirklichen“. Übrigens: Im nächsten Jahr geht es weiter mit „No Limits!“ am 10./11. Oktober 2015.

Alle Infos unter http://www.marcgalal.com/nolimits